02.05.2011
So etwas hatte das Oberbank Donau-Forum noch nie gehört: Rasend schnelle Läufe über weiße und schwarze Tasten, ein Rhythmus, bei dem man mit muss, und eine perfekte Akustik, die noch feinste Zwischentöne spürbar machte. Der Traditional Jazz Piano Abend bewies wieder einmal absolute Konzertsaal-Qualitäten.
Drei Top-Pianisten, zwei Steinway-Konzertflügel, zwei-, vier- oder auch fünfhändig … was nach mathematischer Zahlenspielerei aussieht, entpuppte sich als einer der bemerkenswertesten Events in der kurzen, aber intensiven Geschichte des Donau-Forums. „Mit diesem Abend betreten wir musikalisches Neuland. Er beweist, dass Österreich auch in der anspruchsvollen zeitgenössischen Musik Künstler mit internationalem Renommee hat und Jazz beileibe kein Minderheitenprogramm ist“, so Generaldirektor Franz Gasselsberger angesichts der tollen Kulisse von rund 1.300 begeisterten Gästen.
Mitreißende Eskapaden an 88 Tasten
Frank „Johnny“ Schütten und Guenther Straub aus Österreich sowie Bernd Lhotzky aus Deutschland reißen von Europa bis in die USA die Zuhörer von den Sitzen. Diesmal brachte der „Irrwitz am Klavier“ (Süddeutsche Zeitung) das Oberbank Donau-Forum zum Kochen. „Harlem Stride“ ist ihre Spielweise, die nur wenige Pianisten weltweit beherrschen: Spielwitz, ungezügelte Improvisation und exzellente Fingerfertigkeit machen dabei neben Klassikern wie Duke Ellington oder George Gershwin auch vor klassischen Komponisten wie Bach oder Chopin nicht Halt.
Mit Standing Ovations und zwei Zugaben fand ein denkwürdiger Abend, der von Simona Pindeus (ORF OÖ) charmant moderiert wurde, seinen perfekten Ausklang.

Bildtext (v.l.n.r.): Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger mit den drei Pianisten Günther Straub, Frank "Johnny" Schütten und Bernd Lhotzky.
Fotoquelle: Foto Krügl, Feldkirchen