09.01.2020 ‐ Eventnachbericht

Balance zwischen Miteinander und Unabhängigkeit

1.600 Gäste, darunter viel Prominenz aus Politik und Wirtschaft, gaben sich anlässlich der Oberbank Businessgala am Mittwoch, den 8.Jänner 2020, im Oberbank-Forum ein Stelldichein.

Gastgeber Franz Gasselsberger ließ noch einmal die Erfolge der Oberbank unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Revue passieren und stellte sogar eine Erhöhung der Dividende in Aussicht. Der gerichtlichen Auseinandersetzung der drei Regionalbanken Oberbank, BKS und BTV mit dem Mitaktionär UniCredit Bank Austria sehe er weiterhin gelassen entgegen.

 

Bekenntnis zu Erfolgsfaktoren

Sein Unternehmen werde mit großer Entschlossenheit weiterhin Werte hochhalten, die es stark gemacht haben:

Damit meine ich die Werte, die seit Jahrzehnten die Basis unseres Erfolges sind: unsere Regionalität, unsere Kundennähe und vor allem unsere Unabhängigkeit! Verlieren wir unsere Unabhängigkeit, verliert der regionale Bankenmarkt seine Vielfalt und damit auch einen Wettbewerbs- und Wohlstandsfaktor.

Die Furcht vor der Freiheit bezwingen

Der ehemalige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck warnte in seinem bewegenden Vortrag vor einer folgenschweren gesellschaftlichen Spaltung. Er konstatiere bei bestimmten Gruppen eine Furcht vor der Moderne, die auch am Anfang des Maschinenzeitalters zu beobachten gewesen sei. Nicht nur neue Technologien, sondern auch die Entgrenzung und der Zuzug von Fremden lasse die EU-Skepsis wachsen. Mit welcher Haltung sollte man nun dieser Gruppe begegnen? Gauck hat dazu einen erweiterten Toleranzbegriff entwickelt. Dabei komme es darauf an, Einstellung und Verhalten solcher Menschen zu ertragen, ohne sie zu stigmatisieren. Gleichzeitig sei es notwendig, ihnen zu helfen, diese Furcht vor der Freiheit zu überwinden, um volle Teilhabe an Bildung, Kultur und Wohlstand zu erlangen.

 

Dr. Joachim Gauck, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland a.D., Foto: Eric Krügl

 

Jazz-Gott Beethoven

Im anschließenden Gala-Konzert der Philharmonie Salzburg und der „Klazz Brothers“ verschmolzen Klassik und Jazz zu einer aufregenden Symbiose. Der pathetische Beethoven begann dabei vor den staunenden Ohren des Publikums zu swingen. In einer F-Moll-Sonate mutierte Beethoven zu einem übermütigen Dandy, ohne aber an Kraft und Struktur zu verlieren. Selbst der Neunten Symphonie streiften die Klazz Brother ihre Schwere ab und jonglierten mit den Tönen. Die „Salsa Nr. 5“ machte zum Abschluss klar, dass Beethoven mit südamerikanischem Temperament nicht peinlich, sondern noch lebensfroher wirkt.