Heizkostenvergleich 2019

Das kostet Heizen in Österreichs Einfamilienhäusern

Im Winter ist das Beheizen der eigenen vier Wände einer der größten Kostenfaktoren. Um die Kosten dennoch möglichst gering zu halten, kommt es auf das richtige Heizsystem für Ihr Zuhause an. Die Österreichische Energieagentur berechnet jedes Jahr die Vollkosten und Umweltauswirkungen unterschiedlicher Heizsysteme, um Ihnen dafür eine erste Orientierungshilfe zu geben. Nun stellt sie den Heizkostenvergleich 2019 vor (hochgerechnet auf 20 Jahre).

 

Für den Heizkostenvergleich bezieht die Österreichische Energieagentur nicht nur die Brennstoffpreise, sondern auch andere anfallende Kosten der Heizsysteme inklusive Investitions-, Wartungs- und Instandhaltungskosten ein und stellt sie einander gegenüber. Dabei unterscheiden sie Neubau, thermisch sanierte und thermisch unsanierte Einfamilienhäuser. Bewertet wurden Öl-Brennwert, Scheitholz, Fernwärme, Erdgas-Brennwert, Pellets, Wärmepumpe-Luft/Wasser oder Sole/Wasser mit Erdsonde und – heuer neu dazugekommen, da mittlerweile mehr als fünf Prozent der Haushalte diese bereits benutzen – die Wärmepumpe-Luft/Wasser & Photovoltaik.

 


Fotoquelle: iStock

 

Allgemeine Erkenntnisse

Der Heizkostenvergleich 2019 hat einen klaren Sieger: Sowohl beim Neubau als auch beim thermisch sanierten und thermisch unsanierten Einfamilienhaus weisen Erdgas-Brennwertsysteme die geringsten Vollkosten auf. Anders sieht es aus, wenn man dazu die CO2eq-Emissionen betrachtet. Hier schneidet Stückholz vor Pellets am besten ab. Öl-Brennwert und Erdgas-Brennwert steigen am schlechtesten aus. Berücksichtigt man jedoch auch die „Raus aus dem Öl“-Förderungen kommen die Wärmepumpen-Luft/Wasser und Stückholz vor den Erdgas-Brennwerten zu liegen.

 

„Die Ergebnisse des Heizkostenvergleiches 2019 zeigen deutlich: Geht es rein um die Kosten, liegen Erdgas-Brennwertsysteme heute in allen Gebäudekategorien vorne“, sagt Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. Gleichzeitig sehe man aber auch, wie stark österreichische Hausbesitzerinnen und -besitzer mit fossilen Heizsystemen von den Preisschwankungen, die häufig durch internationale geopolitische Entwicklungen oder Krisen ausgelöst werden, abhängig sind. Denn noch vor einem Jahr, als Gas teurer war, lag die Luft/Wasser-Wärmpumpe und Stückholz bei den Kosten auf Platz 1. 

 

Heizkostenvergleich bei Neubauten im Detail

Das Ergebnis des Vollkostenvergleichs beim Neubau ergibt ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Erdgas-Brennwerte, Wärmepumpe-Luft/Wasser und Wärmepumpe-Luft/Wasser & Photovoltaik liegen fast gleichauf. Im Bereich Energiekosten hat die Wärmepumpe mit Photovoltaik allerdings die Nase vorne. Hier gilt: Umso größer die Häuser und Wohnräume bzw. der Energieaufwand, desto mehr rentiert sich der kostenintensivere Einbau.

 

 

 

Heizkostenvergleich bei thermisch sanierten Einfamilienhäusern im Detail

Bei thermisch sanierten Gebäuden differenziert die Österreichische Energieagentur, ob man den Energieträger gewechselt hat (max.) oder beim gleichen Energieträger bleibt (min.). Bei der Maximalvariante wird das komplette Heizsystem getauscht und neu installiert, bei der Minimalvariante wird der gleiche Energieträger weiter genutzt und funktionsfähige Komponenten weiterverwendet. Wer also beispielsweise von einem alten auf ein neues Erdgas-Brennwert-System umsteigt, wird bestimmte Komponenten weiter verwenden können. Dadurch ergeben sich Unterschiede bei den Investitionskosten.

 

In beiden Fällen liegt aber auch hier der Erdgas-Brennwert an erster Stelle. Spannender wird es bei den Plätzen 2-5. Bei einer sanierten Thermik aber bereits existierenden Sole/Wasser-Wärmepumpe ist diese sogar die kostengünstigste Variante nach dem Erdgas und rückt von Platz fünf auf Platz zwei vor – dicht gefolgt von der Luft/Wasser-Wärmepumpe, sowie etwas abgeschlagener Stückholz und Pellets.

 

 

 

Heizkostenvergleich bei thermisch unsanierten Einfamilienhäusern im Detail

Bei den thermisch unsanierten Gebäuden werden Wärmepumpen nicht berücksichtigt. Der Grund dafür: Eine hohe Effizienz von Wärmepumpensystemen ist nur bei niedrigen Vorlauftemperaturen gewährleistet, dafür braucht es eine Flächenheizung und keine altmodischen Radiatoren. In unsanierten Gebäuden ist aber in den allermeisten Fällen keine Fußbodenheizung vorhanden. Erdgas-Brennwerte, Stückholt und Pellets liegen so auf den vorderen drei Plätzen.

 

 

 

Die thermische Qualität eines Gebäudes (saniert/unsaniert) wirkt sich nicht nur stark auf die Heizkosten, sondern auch auf die CO2eq-Emissionen aus. In beiden Fällen sinken sie bei einem thermisch sanierten Gebäude im Schnitt um über 50 Prozent.

 

 

 

 

Trend: Weg von fossilen Brennstoffen

Die ‚Raus aus dem Öl‘- Förderung des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus hat den Umstieg auf nachhaltige Heizsysteme zum Ziel. ins Leben gerufen. So werden die Haushalte, die von einer Öl- oder Gas-Heizung auf eine neues, nachhaltiges System umsteigen, bei den Investitionskosten unterstützt„Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, müssen wir die Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren. Das bedeutet, die Hauptquelle dieser Emissionen – fossile Energieträger – zu eliminieren und durch Energie aus Wasser, Sonne, Wind und Wald zu ersetzen. Auf dem Weg in eine fossilfreie Zukunft, spielt der Gebäudebereich daher eine wesentliche Rolle“, so Traupmann. Die Richtung dabei sei klar: „Es braucht moderne, hocheffiziente Heizsysteme und natürlich eine Forcierung der thermischen Gebäudesanierung“. Immerhin ist der Gebäudesektor für 16 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Deshalb ist für Traupmann auch die Förderung eine wichtige Maßnahme, die schon Früchte trägt: „Berücksichtigt man die ‚Raus aus dem Öl‘- Förderung des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus, schneiden die hocheffiziente Wärmepumpe-Luft/Wasser oder die Stückholz-Heizung auch bei den Kosten am besten ab.“
 

 

 

 

Mehr Infos zum aktuellen Heizkostenvergleich

 

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung – sowohl national als auch international. Sie entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Darüber hinaus setzt sich die AEA klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des BMNT die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.

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