23.05.2018 ‐ Finanzmarkt aktuell

Stehen wir vor einer Dollarstärke?

Die USA sind ob ihrer eingeschlagenen Außenpolitik derzeit in aller Munde. Mögliche Handelssanktionen gegenüber China bzw. Europa, die einseitige Aufkündigung des Iranabkommens, die Verlegung der US-Botschaft und ein im Raum stehendes Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber sind die „Highlights“ die uns aktuell begleiten.

Allgemein stellt sich eine Frage: wie wird der USD – speziell im Verhältnis zum EUR -auf diese Entwicklungen reagieren?

 

Es wäre nicht korrekt die Kursentwicklung des Greenback auf politische Entwicklungen zu reduzieren. Mittelfristig stärkeres Gewicht werden die Entscheidungen der beiden Notenbanken dies- und jenseits des Atlantiks haben. Die US-Notenbank FED wird angesichts des soliden wirtschaftlichen Umfeldes (sinkende Arbeitslosigkeit, hohe Zuversicht der Unternehmen, weiter leicht steigende Inflation) ihre Politik der schrittweisen Zinserhöhungen in den nächsten Monaten fortsetzen. Wir erwarten im Juni und zumindest im Herbst jeweils eine weitere Zinserhöhung. Eine dritte Anhebung um 0,25 % kann für die Zeit vor dem Jahreswechsel nicht ausgeschlossen werden.

 

Und die EZB? EZB Chef Mario Draghi steht vor entscheidenden Wochen. Es wird erwartet, dass im Juni Aussagen zur weiteren Vorgangsweise bez. des im September auslaufenden Aufkaufprogrammes getroffen werden. Eine vorsichtige, behutsame Ausdrucksweise wird gefragt sein, um die Finanzmärkte nicht zu verunsichern. Eines ist aber jetzt schon klar: Die Zinsdifferenz zwischen dem EUR und USD wird weiter steigen. Dies macht Investments in USD-denominierten Anlagen attraktiver.

 

Die steigenden US-Zinsen führen auch dazu, dass Veranlagungen aus Schwellenländern abgezogen und in Dollar umgeschichtet werden. Dies könnte die US-Währung zusätzlich stärken.

 

Auf der „downside“ stehen die steigende Verschuldung der Amerikaner und eine möglicherweise schneller als erwartet steigende Inflation (ausgelöst durch den Ölpreis)  – was wiederum zu deutlich höheren Zinsen führen könnte. Zusätzlich könnten Irritationen mit dem Haupthandelspartner China dafür sorgen, dass die Chinesen ev. ihre starken Investments in US-Staatspapiere zumindest bremsen – und so die Schuldenlast der USA weiter erhöhen.

 

Für EUR/USD bedeutet dies volatile Zeiten! Aktuell ist er zwischen 1,1500 und 1,2500 „gefangen“. Ein Ausbruch aus dieser Handelsrange würde aber neue, stärkere Bewegungen nach sich ziehen.

 

Als international tätiges Unternehmen empfiehlt es sich auf jeden Fall, die Märkte genau zu beobachten und mit Ihrem Oberbank Berater die passende, auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Strategie auszuarbeiten. Kontaktieren Sie uns!

 

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