04.03.2020 ‐ Eventnachbericht

Beste Welten von Frauen und Männern verbinden

Ganz freiwillig begleiteten viele Männer ihre bessere Hälften am Dienstag, den 3. März 2020, zum vergnüglichen Kabarettabend mit Isabella Woldrich anlässlich des Internationalen Frauentags ins Oberbank-Donau-Forum.

Im Bild v.l.n.r.: Franz Gasselsberger (Oberbank), Margit Angerlehner (Vizepräsidentin WKOÖ), Christine Haberlander (Landeshauptmann Stv. OÖ), Isabella Woldrich (Kabarettistin), Andreas Schwantner (Kronen Zeitung)

 

Frauenquote und Kulturwandel 

Nicht schnell genug gehe Gastgeber Franz Gasselsberger die Angleichung des Stellenwertes der Frau an den der Männer; diese werde noch einige Jahre in Anspruch nehmen:

Wir brauchen langfristig einen Kulturwandel, eine grundlegende Veränderung unserer Haltungen und Einstellungen. Nur wenn wir uns gemeinsam ändern, Männer wie Frauen, werden wir gemeinsam erfolgreich sein.

An ihm und der Oberbank sollte es nicht liegen: Das Ziel, 40 Prozent der Führungspositionen bis 2030 mit Frauen zu besetzen, sei weiterhin fest im Visier. Dabei sei es auch wesentlich, Frauen so zu fördern und ihnen  Zeit zur Entwicklung zu geben, dass sie für Führungsjobs in Frage kommen. Auch böten gemischte Teams eine höhere Qualität, steigerten Flexibilität und Innovativität. Der Generaldirektor berichtete außerdem von einem hausinternen Potenzial-Entwicklungsprogramm seines Instituts für Männer und Frauen.

Für Andi Schwantner, den leitenden Redakteur von Event-Partner OÖ-Krone, ist offensichtlich, dass bei einem weiblichen Leseranteil seines Mediums von 48 Prozent nur Redakteurinnen bestmögliche Inhalte zu Frauenthemen liefern können.

 

Initiativen von Land OÖ und Wirtschaftskammer

Beim anschließenden Talk unter der Moderation von Christine Haiden, Chefredakteurin von der „Welt der Frau“, ließ Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander vernehmen:

Bei der Frauenstrategie des Landes OÖ konnte nach 2 Jahren bereits die Hälfte der geplanten Maßnahmen umgesetzt werden.

Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer laufe zudem eine Info-Kampagne zu den Themen Teilzeitfalle und Pension.

Margit Angerlehner, Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, hob hervor, dass 2019 mehr als die Hälfte der GründerInnen weiblich waren. Allerdings laufen im Hinterkopf vieler Menschen immer noch die klassischen Rollenbilder ab, sodass noch zu oft geschlechter-typische Berufswahlen getroffen werden. Dabei war die erste Programmiererin eine Frau! Was tut die WKO dagegen? Sie besuche mit weiblichen Vorbildern mit untypischen Berufen Schulen und präsentiere auch dort das Spektrum von 200 möglichen Lehrberufen.

 

Hormone machen den Unterschied

Die Psychologin und Kabarettistin Isabella Woldrich gab auf humorvolle Art Tipps zur artgerechten Männer- und Frauenhaltung. Zuerst lenkte sie den Blick auf unsere steinzeitlichen Ahnen: Männer frönten der Jagd, Frauen sammelten Beeren und hüteten in der Höhle die Kinder. Deshalb haben letztere heute einen Faible für Plastiksackerl und betrachten Einkaufen als „Beerensammeln de Luxe“. Keine gute Idee sei es allerdings, den Gefährten zum Shoppen zu animieren, der nach dem Muster „Zielen-Schießen-Fertig“ handelt und lebt.

 

Wie wirkungslos geschlechterneutrale Erziehung ist, erlebte sie bei einem Kindergeburtstag. Die überreichte Barbie-Puppe verwendete ein Junge sofort als Fechtwaffe, ein Mädchen begann wiederum ein geschenktes Lego-Auto in ihren Armen zu wiegen.

 

Testosteron bewirke, so Woldrich, bei männlichen Nachkommen eine holprige Verbindung zwischen den Gehirnhälften, wohingegen weibliche nach einem Östrogen-Bad eine Highway-Connection erhalte. Deswegen entwickle sich deren Sprachkompetenz viel früher.

 

Besonderer Aufklärung bedürfe die Kommunikation zuhause nach Feierabend: Während sich der Mann noch gar nicht darüber im Klaren sei, wie der Tag für ihn selbst gelaufen sei, überschütte ihn die Frau mit ihren Tageseindrücken. In dieser Phase solle sie ihm keinesfalls mangelnde Aufmerksamkeit vorwerfen! Zu diesem Zeitpunkt falle nämlich für Männer bei hohem, hellem Stimmengewirr der Schutzschalter. Sind sie dann endlich erwacht und gesprächig, tue die kluge Frau gut daran, wie ein Wackel-Dackel zu nicken.

 

Am Ende konnten Paare in der Oberbank-Vinothek unter den Klängen der „Smart Art Combo“ das Gelernte gleich umsetzen.