31.10.2018 ‐ Eventnachbericht

Ein Abend voller Lacher

Der 2011 zum lustigsten Österreicher gekürte Kabarettist Michael Niavarani sorgte anlässlich des Fests für Oberbank-Sparer am Dienstag, den 30. Oktober 2018 im brechend vollen Oberbank Donau-Forum für ausgelassene Stimmung.

 Michael Niavarani, Fotoquelle: Eric Krügl

 

Sparen als Kardinaltugend

Für Gastgeber Franz Gasselsberger macht Sparen auch in Zeiten niedriger Zinsen – besonders pädagogischen – Sinn:

„Junge Menschen sollen lernen, dauerhaft nicht mehr auszugeben, als man einnimmt, ausgeborgtes Geld zurückzuzahlen und sich gut zu überlegen, größere Beträge auszugeben. Grundlegendes Wissen hilft Kindern und Jugendlichen dabei, ihre Finanzen eigenverantwortlich und ohne Probleme in den Griff zu bekommen.“

Hierzulande setzen KundInnen trotz Kaufkraftverlust weiter aus Sicherheitsgründen auf das Sparbuch, um finanzielle Spielräume für Urlaubsreisen und größere Anschaffungen zu haben.

 

Dietmar Mascher, stellvertretender Chefredakteur des Event-Partners OÖ Nachrichten, stellte die kritische Frage, warum wir die doch empfindliche Werteinbuße des Sparvermögens zu schicksalshaft hinnehmen. Zeige diese Haltung nicht großen Aufholbedarf bei der Finanzbildung? Oder sei nicht auch die langjährige sorglose Schuldenpolitik des Staates ein bedenkliches Vorbild gewesen?

 

Mit dem Zinseszins-Effekt gegen die Pensionslücke

 

Im anschließenden Talk unter der Moderation von ORF-Journalistin Claudia Woitsch verwies Brigitte Haider, Oberbank-Leiterin der Abteilung Privatkunden, auf die steigende Beliebtheit des Online-Sparens. Es biete einen guten Überblick, sei selbständig via Internet zu eröffnen und decke den kurzfristigen Bedarf. Für die längerfristige Veranlagung eignen sich eher Produkte des Kapitalmarkts, zum Beispiel Fondsparpläne: ab 50 Euro kann man damit sein Risiko sehr gut streuen. Gerade in Hinblick auf die Altersvorsorge können junge Menschen mit kleinen Beiträgen beträchtliche Summen ansparen. Mit 40 müsse man schon doppelt so hohe Beiträge wie mit 20 leisten, um seine künftige Pensionslücke zu schließen.

 

Genie der Zwerchfellattacke

 

Der Großmeister der humoristischen Kleinkunst, Michael Niavarani, zündete ein Pointen-Feuerwerk ohne Pause für die in großer Zahl erschienene Fan-Gemeinde. Sein aktuelles Programm „Homo Idioticus“, das in seinen Auftritt einfloss, beschäftigt sich mit der Gedankenlosigkeit und dem unüberlegten Handeln von uns allen. So wäre der vielgepriesene heurige „schöne Sommer“ in Wahrheit der Beginn der (Klima-)Katastrophe gewesen. Das Plastik, das über Naturkreisläufe wieder in unseren Körper zurückwandere, führe gar zu der Schlussfolgerung:

„Eigentlich ist es gesünder, ein Billa-Sackerl zu panieren als einen Fisch zu essen!“

Bedrohliche Nahrung

 

Niavarani sieht angesichts seiner 50 Lebensjahre gewisse Schwächen noch mehr einzementiert: 

„Das Essen will mich umbringen, der Schweinsbraten attackiert mich – und ich bin wehrlos, weil er sich mit der Creme-Schnitte verbündet hat!“

Das Fiasko machen aber erst die Ratschläge der ErnährungsberaterInnen perfekt:

„Acht kleine Essensportionen oder drei große – ich kombiniere einfach alle Diäten!“

Überdies seien mittlerweile so viele Chemikalien in den Nahrungsmitteln, dass zum Beispiel eine Tomate länger halte wie ein IKEA-Kästchen. Auch wache er müder auf, als er beim Einschlafen gewesen sei: „Ich schlafe wahrscheinlich in die falsche Richtung!“

 

Langes Leben – wenig Effizienz

 

Wie verschwenderisch der Mensch mit seinen Ressourcen umgehe, beweise die Statistik: Von 70 Jahren verschlafen wir davon 23, vergeuden 31 mit dem Konsum von Medien und vor dem Computer, telefonieren 3,5 Jahre, wobei wir uns davon 1,5 Jahre in der Warteschleife befinden. 6 Jahre verbringen wir auf dem WC, erleben aber nur 6,5 Tage Orgasmen.

 

Der Kabarettist nahm auch unsere blinde Technikhörigkeit auf die Schaufel. Im Grunde habe sich der Mensch seit der Steinzeit nicht verändert: Damals stocherte er mit Holzstäbchen emsig im Boden, heute wische er unentwegt auf seinem Smartphone. Ein voll aufgeladenes Gerät verschaffe ein derart intensives Glücksgefühl, dass dagegen eine durchgebrannte Ehefrau oder ein abgebranntes Haus nicht weiter ins Gewicht fallen.

 

Das begeisterte Publikum ließ es sich trotz überanstrengter Lachmuskeln nicht nehmen, den Humorvirtuosen mit einem endlosen Applaus zu verabschieden.