18.01.2022 ‐ Finanzmarkt aktuell

Flug 2022: Oberbank Prognosen

Zinsanhebungen, wohin man blickt! Nachdem im Jahr 2021 in einigen Ländern die Zinswende eingeläutet wurde, könnten in diesem Jahr weitere Länder folgen, allen voran die USA. Drehen Sie mit uns einen kleinen Rundflug über die Heimwährungen der Oberbank und lesen Sie unsere Erwartungen für das Jahr 2022.

 

Euro-Raum
Wir heben in Frankfurt zu unserem Prognoserundflug durch die Länder und Währungen ab, nachdem der Tower der Europäischen Zentralbank (EZB) die Starterlaubnis erteilt hat. Trotz einer starken wirtschaftlichen Erholung in Europa 2021/2022 und hohen Inflationszahlen liegt der EZB-Turm im Dornröschenschlaf. Absehbar ist, dass das Geldmengenwachstum reduziert wird und die Anleihekäufe langsam zurückgefahren werden. Kritische Stimmen hinsichtlich der gestiegenen Inflation werden weiterhin im Nullzinstower ignoriert. Im Dezember sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde: „Eine Zinsanhebung für 2022 ist sehr unwahrscheinlich“ (Quelle: Bloomberg). Die Verschuldung der südeuropäischen Nachbarn macht die EZB vorsichtig. Doch hinter der Glasfassade dürfte es schon etwas brodeln. Unsere Prognose ist: 2022 gibt es keine Zinsanhebung in Europa, vielleicht eine kleine Bewegung beim negativen Einlagezinssatz gegen Ende des Jahres. Die Kapitalmarktzinsen dürften jedoch schon anziehen.

 

USA
Wir nehmen Kurs auf Amerika und sehen im Sonnenaufgang Zinsanhebungen hinter dem Atlantik aufziehen. In Washington hat die Federal Reserve (Fed) alles für eine Zinswende vorbereitet. Das kräftige Wirtschaftswachstum für 2021/2022 und eine Inflation, die mit 7,0% im Dezember einen 40-jährigen Höchststand erreicht hat, lassen die US-Notenbank Fed handeln. Eine erste Zinsanhebung im März scheint fix zu sein. Viele Notenbanker der Fed prognostizieren zumindest 2 weitere Zinserhöhungen um je 0,25% im Jahr 2022. Durch die Lieferengpässe und die explodierenden Energiekosten könnte die Inflation länger erhöht bleiben als gewünscht, sodass zuletzt ein vierter Schritt ins Spiel gebracht wurde. Unsere Prognose ist ebenfalls 3 Erhöhungen, die die Fed vornehmen wird.

 

Chart Leitzinsen seit 2017

 

Welchen Kurs nimmt EUR/USD?
Das Währungspaar EUR/USD könnte aufgrund der anhaltenden USD-Stärke bis 1,0800 absacken. Die Tatsache, dass die US-Notenbank zur Tat schreitet und die Zinsen anhebt, wird dem US-Dollar den Rücken stärken. Mit einem Nachlassen der US-Inflation wird die US-Notenbank vorsichtiger werden. Zusammen mit einem ersten Zinssignal aus Europa, könnte das dem Euro etwas unter die Arme greifen und für einen kleinen EUR/USD Höhenflug bis 1,1500 im zweiten Halbjahr sorgen.
Nach dem Jahreswechsel findet aktuell am Devisenmarkt eine „Neupositionierung“ statt, weil einige Händler mehr Aktivität der US-Notenbank erhofft hatten. Seit kurzem läuft eine technische Korrektur, die EUR/USD ansteigen lässt. USD-Käufer sollten die Phase nützen. Spätestens, wenn die US-Notenbank im März Fakten schafft und die Zinsen anhebt, könnte der US-Dollar zu alter Stärke abheben.

 

Die Senkrechtstarterin: Tschechische Krone
Nach unserem Rückflug aus Amerika landen wir in der goldenen Stadt Prag, wo die Tschechische Nationalbank (ČNB) den Zinsfalken schon 2021 fliegen hat lassen. Seit Juni 2021 hat sie die Leitzinsen in fünf Schritten von damals 0,25% auf aktuell 3,75% angehoben, um die hohe Inflation in den Griff zu bekommen. Trotzdem lag sie im Dezember weiterhin bei 6,6%. Wir rechnen im 1. Halbjahr mit weiteren Zinserhöhungen der Tschechischen Nationalbank (ČNB), die die CZK-Stärke bestätigen werden. ČNB-Gouverneur Jiří Rusnok sagte kürzlich: „Es ist offensichtlich, dass wir die Zinsen noch etwas erhöhen müssen … [aber] Zinssätze über 5,0% hinaus kann ich mir kaum vorstellen“ (Quelle: Ekonom, 13.01.2022). Die ČNB erwartet ab Mitte des Jahres sinkende Inflationszahlen. Dort sehen wir den Zinshöhepunkt, der einen CZK-Sinkflug einleiten sollte. Die EUR/CZK Flugroute sollte dann wieder über 25,00 liegen.

 

Der Tiefflieger: Ungarischer Forint
Von der Moldau nehmen wir Kurs auf die Donau und landen bei der Zinspolitik der Ungarischen Nationalbank (MNB). Sie war im Jahr 2021 weit zurückhaltender mit Zinsanhebungen trotz einer noch höheren Inflation (Dezember: 7,4%). Die MNB hat die Leitzinsen bisher nur auf 2,40% angehoben. Das erschien vielen Devisenhändlern als inkonsistent und unverhältnismäßig und ließ den ungarischen Forint (HUF) zum Tiefflug neigen. Die Notenbank wird 2022 die Zinsenanhebungen wohl fortsetzen, um für den HUF Auftrieb zu sorgen. Trotzdem glauben wir, dass der HUF auch 2022 in dem einen oder anderen Luftloch absacken wird und EUR/HUF Kurse über 370,00 erreicht werden.

 

Der sichere Hafen
Zum Abschluss unseres Prognoserundflugs landen wir sicher in Bern beim Schweizer Franken (CHF). Er ist und bleibt ein Garant für Stabilität und Wertbeständigkeit in unsicheren Zeiten, so auch in der Coronakrise und in eventuell noch kommenden Wellen, aber auch im Inflationssturm. Im CHF-Hangar der Schweizer Notenbank wird Geld gerne sicher geparkt. Aus diesem Grund erwarten wir nach der Omikron Welle eine leichte Entspannung für den CHF und einen etwas höheren Flugkorridor für EUR/CHF bei 1,0600.

 

Die Oberbank wünscht Ihnen mit den Prognosen einen guten Flug durch das Jahr 2022!

 

Die aktuellen Oberbank Prognosen finden Sie hier

 

Hierbei handelt es sich um eine Marketingmitteilung. Es handelt sich bei den angegebenen Werten um Vergangenheitswerte. Zukünftige Entwicklungen können davon nicht abgeleitet werden.

 

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