26.11.2019 ‐ Finanzmarkt aktuell

Aufbruchsstimmung an den Märkten?

Nachdem die europäischen Aktienmärkte in den Sommermonaten vor allem von Unsicherheiten im Handelskonflikt und eingetrübten Wirtschaftsindikatoren geplagt wurden, kehrte im Frühherbst die Zuversicht unter den Anlegern wieder zurück.

Der Deutsche Börsen Leitindex DAX verzeichnete in der ersten Novemberwoche ein neues Jahreshoch bei 13.289 Punkten. Zusätzlich überraschte auch der ZEW-Index positiv, welcher auf einer Befragung unter mehreren hundert Finanzexperten innerhalb der Bundesrepublik in Hinblick auf die Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung basiert. Die Experten geben eine Einschätzung zur aktuellen Lage, als auch zu den Erwartungen ab. Die Erwartungshaltungen für die kommenden Monate stabilisierten sich seit dem Tiefpunkt im August wieder auf dem Niveau des Frühjahres 2019. Die Stimmung der Marktteilnehmer in Bezug auf die Wirtschaftsentwicklungen könnte sich somit auf einem niedrigen, aber durchaus gefestigterem Niveau eingependelt haben.

Quelle: Bloomberg, eigene Darstellung

 

Was bewegte die Märkte abseits von Stimmungsindikatoren?

Eine weitere Verschiebung des Brexits sowie eine Annäherung im Handelskonflikt zwischen Washington und Peking trugen zu einer positiveren Haltung der Anleger gegenüber der prognostizierten Entwicklung der Weltwirtschaft bei. Zudem konnten einige Unternehmen aus den konjunktursensitiven Sektoren Automobilität und Halbleiterherstellung die Finanzanalysten mit positiven Geschäftszahlen im 3. Quartal überraschen. Natürlich erschwerten wohl auch die Zinssenkungen der EZB sowie der FED die Erzielung von positiven Renditen an den Zinsmärkten, wodurch der Griff zu Aktien attraktiver geworden sein dürfte. Innenpolitische Entspannungssignale kamen auch aus Rom, wo eine neue, EU-freundlichere Koalition die künftigen Verhandlungen zur Haushaltspolitik mit Brüssel führen wird. Zudem übergab der ehemalige EZB-Präsident Mario Draghi die Agenden der europäischen Geldpolitik an seine Nachfolgerin Christine Lagarde. Kritiker warfen Draghi vor, er habe in der Vergangenheit wichtige fiskalpolitische Entscheidungen zu wenig mit dem EZB-Rat abgesprochen. Lagarde dürfte deshalb bestrebt sein, den Konsens unter den Ratsmitgliedern wiederherzustellen. Ein Hauptthema in den kommenden Treffen werden hier wohl vor allem Maßnahmen zur Belebung der stagnierenden Inflationsrate in der Euro-Zone sein.

 

Von konjunktureller Seite kamen wohltuende Nachrichten aus der größten Volkswirtschaft Europas. Unsere deutschen Nachbarn konnten sich nach den aufkommenden Rezessionsängsten über ein minimales Wachstum von +0,1% des BIP im 3. Quartal freuen.

 

Zusammenfassend könnten somit die trüben Aussichten auf die Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone nun einen Boden erreicht haben und die pessimistische Stimmung der Sommermonate an den Märkten scheint sich nun in eine Akzeptanz eines moderaten Wirtschaftswachstums umgewandelt zu haben. Jedoch werde sich das Hauptaugenmerk der Finanzmarktakteure in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter auf die Entwicklungen im Handelsstreit zwischen Washington und Peking legen, da eine Verschlechterung des Konflikts die Weltwirtschaft stärker treffen könnte. Deshalb sollten sich die Marktteilnehmer bewusst sein, dass Abwärtsrisiken an den Finanzmärkten nur einen Twitter-Post entfernt sein könnten.

 

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