29.06.2018 ‐ Eventnachbericht

Boxenstopp bei Oberbank vor Österreich-Grand-Prix

Die lockere Stimmung der Teilnehmer des Sport-Talks anlässlich des Formel-1-Laufs in Spielberg übertrug sich am Mittwoch, dem 27. Juni 2018 im Donau-Forum auf die zahlreich erschienenen Gäste.

Im Bild (v.l.n.r.): Nico Hülkenberg (Formel 1 Rennfahrer Renault-Werksteam), Ernst Hausleitner (ORF Sportmoderator Formel 1), Franz Gasselsberger (Generaldirektor der Oberbank) und Alexander Wurz (Formel 1 Berater, Fernseh- und Medienexperte). Fotoquelle: Foto Lui

 

Straßenfeger Formel 1

Hausherr Franz Gasselsberger nannte die wesentlichen Gründe für die Beliebtheit der Königsklasse des Autosports in unseren Breiten: „Erstens hat Österreich eine große Formel-1-Vergangenheit – Namen wie Jochen Rindt, Niki Lauda, Gerhard Berger oder Alexander Wurz haben immer noch einen hervorragenden Klang. Zweitens ist mit tatkräftiger Unterstützung von Red Bull die Formel 1 nach Österreich zurückgekehrt – es gibt kein zweites Sportereignis in unserem Land, das so viele Zuschauer mobilisiert wie der Grand Prix von Spielberg.“ Auch wenn ökologische Bedenken nicht von der Hand zu weisen seien, spiele die Formel 1 als Technologietreiber für die Entwicklung von Serien-PKWs eine wesentliche Rolle.

 

Launiger Sport-Talk

In heiter-ausgelassener Atmosphäre nahmen das moderierende Duo Alexander Wurz, ehemaliger Rennfahrer und derzeitiger Präsident der Grand-Prix-Fahrerorganisation, und ORF-Kommentator Ernst Hausleitner den aktuellen Piloten des Renault-Werksteams, Nico Hülkenberg, ins Kreuzverhör. Dieser lobte den kommenden Austragungsort des Österreich-Grand-Prix in Spielberg als landschaftlich reizvoll eingebettet und das Event als top organisiert. Außerdem locke ihn die kulinarische Aussicht auf den geliebten Kaiserschmarrn. Der Kurs weise zwar die wenigsten Kurven und die kürzeste Länge aller Rennstrecken auf, halte aber mit seiner eigenwilligen Topografie die Fahrer dicht beisammen. Das erhöhe auf jeden Fall die Spannung. Ex-Profi Wurz beschrieb das Meistern der ersten Kurve als psychologisches Schlüsselkriterium: In Bruchteilen einer Sekunde ist sie nur mit einer Mischung aus Lockerheit und hohem Tempo souverän zu überwinden. Gleich zu Beginn lasse sich so der nötige Rhythmus für das gesamte Rennen aufbauen.

 

Der Weltmeister im BMX-Fahren von 1986, Alexander Wurz, teilte die Fahrer in zwei Kategorien: die einen, die nur sich selbst im Auge haben und die anderen, die sich in den Gegner hineinversetzen können und dadurch ein eigenes Raumgefühl entwickeln.

 

Live-Atmosphäre im Donau Forum

Ein neben der Bühne platzierter Bolide war nicht nur als Blickfang gedacht; mittels eines eingebauten Simulators vermittelte Nico Hülkenberg mit einer virtuellen Runde – auf die Bühnen-Leinwand übertragen – echtes Renn-Feeling. Im Anschluss an die Talk-Runde versuchten einzelne Herausforderer aus dem Publikum, die Zeit des Formel-1-Reckens zu unterbieten.

 

Traumberuf Formel-1-Pilot

Wurz und Hülkenberg bewahrten so manchen jungen Gast davor, ihre Karriere-Ambitionen ins Unermessliche wachsen zu lassen: Ein unterstützendes Elternhaus mit großem finanziellen Einsatz und Risiko, eventuell mühsame Sponsorensuche und das permanente Liefern herausragender Resultate zählten zu den Sprossen einer Erfolgsleiter. Alleine eine Cart-Serie schlage sich für einen 10 bis 12-Jährigen mit 150.000 Euro pro Saison zu Buche. Die Formel 3 verschlinge pro Person im selben Zeitraum sogar satte 800.000 Euro. Hülkenberg erinnerte sich, dass er und seine Eltern keinen Plan B für den Fall hatten, sollte die Rennfahrer-Karriere nicht wie ersehnt verlaufen. In die Waagschale konnte er nur bedingungslosen Einsatz und große Leidenschaft werfen.  

 

Neuer heimischer Star in Sicht?

Ein zweiter Jochen Rindt oder Niki Lauda lasse sich am Horizont noch nicht ausmachen, so der einhellige Tenor der Diskutanten. Vielleicht sind Talente eher herauszufiltern, wenn in der Jugend der Zugang zur Cart-Serie erleichtert wird. Am vielversprechendsten präsentiere sich zurzeit Ferdinand von Habsburg, der schon ein Rennen der Formel 3 für sich entscheiden konnte. Heuer hatte er allerdings ein Durststrecke zu überwinden.

 

Die Talk-Runde ging genauso vergnüglich zu Ende, wie sie begonnen hatte: Frage von Ernst Hausleitner: „Wer wird heuer Weltmeister?“ Antwort von Alexander Wurz: „Der mit den meisten Punkten…“

 

Anschließend konnten die Gäste bei Getränken der Oberbank-Vinothek nicht nur selbst ihre Prognosen abgeben, sondern auch Autogramme und Selfies vom prominenten Trio einholen.