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Das älteste Fertighaus der Welt steht bis heute in Österreich

Im Jahr 2017 war bereits jedes dritte neu gebaute Haus in Österreich ein Fertighaus – das Ergebnis einer langen Tradition.

 

Das älteste vorgefertigte Haus der Welt steht seit 1890 in Österreich und wurde vom deutschen Architekten Johannes Lange entworfen. Aus robuster kanadischer Pechkiefer gefertigt, wurde die Villa ohne einen einzigen Nagel nur durch Zapfen verbunden, zunächst für die Weltausstellung nach Chicago verschifft und vor Ort aufgebaut. Dort erwarb sie der Österreicher Oscar Blumenthal. Er ließ die Villa demontieren, per Schiff nach Rotterdam verfrachten und anschließend per Bahn nach Oberösterreich liefern. Dort steht die Villa Blumenthal seit 1895 in der Nähe des Bad Ischler Ortsteils Lauffen.

 

Idee des Fertigteilhauses überzeugt seit 1900

Es gibt vielfältige historische Vorläufer des Fertigteilhauses, wie wir es heute kennen: So entwarf bereits Leonardo Da Vinci ein transportables Gartenhaus und die englischen Seefahrer hatten vorgefertigte Balken mit an Bord, um die Besiedlung Nordamerikas schneller vorantreiben zu können. Der Grundgedanke blieb bis heute der gleiche: Ökonomisch, effizient und praktisch muss es sein. Mit den ersten Sägewerken und Maschinen wurden die Fertigungsabläufe so verbessert, dass spätestens zu diesem Zeitpunkt ein neuer Industriezweig geboren war. Der Begründer des Bauhausstils, Walter Gropius präsentierte 1927 sein erstes Montagehaus und in Österreich wurde der Firmengründer Wenzl Hartl bereits 1910 mit dem Staatspreis ausgezeichnet, nachdem er Kaiser Franz Josef ein vorgefertigtes Holzhaus präsentiert hatte. Dieses Haus kann man noch heute im Werk des Firmengründers in Niederösterreich bestaunen.

 

Hoher Bedarf an neuem Wohnraum

Ab 1945 – dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg – war der Bedarf an günstigem und schnell errichtetem Wohnraum enorm. Und die Not brachte neue Ideen hervor. Dazu gehörte etwa die Tafelbauweise, eine Weiterentwicklung des Holzrahmenbaus. Wände und Decken wurden im Werk hergestellt und bildeten die tragenden Elemente. Die Beplankung der Wärmedämmung, die Verkleidung sowie Fenster und Türen wurden ebenfalls in die Fertigelemente eingebaut. Beim Aufbau des Hauses mussten die Bauteile nur noch horizontal und vertikal von einem Kran aufgestellt und mit der Bodenplatte verbunden werden. Einfacher, praktischer und günstiger Wohnraum entstand. Und doch haftete diesen Häusern zu diesem Zeitpunkt ein negatives Image an, da nicht selten minderwertige Baustoffe verwendet wurden und die Gleichförmigkeit das Image eines Billighauses verstärkte.


Neue Dimension von Individualität und Geschwindigkeit 

Mit Beginn der 80er Jahre setzte sich ein neues Qualitäts- und Umweltbewusstsein durch und die Anbieter konnten die alten Zweifel vom Billigimage widerlegen. Heute werden in Hallen, groß wie Fußballfelder, Häuser auf höchstem technologischem Niveau geplant und vorgefertigt. Die standardisierte Billigbauweise wich Schritt für Schritt dem Wunsch nach Individualität und anspruchsvoller Architektur. So lassen sich Fertigbauhäuser heute kaum vom Individualbau unterschieden. Wer sich für ein Fertighaus entscheidet, genießt immer noch den unschlagbaren Vorteil der Geschwindigkeit. In der Regel liegt zwischen Planung und Montage weniger als ein halbes Jahr. Der regendichte Rohbau steht nach zwei Tagen. In Fernsehdokumentationen können regelmäßig glückliche Familien bestaunt werden, die kurz nach dem Richtfest in die eigenen vier Wände ziehen. Kein Vergleich zu klassischen BauherrInnen, die tagtäglich ihre Baustelle überprüfen müssen. Selbst die gesamte Ausstattung eines Fertighauses kann heute bequem bei den Anbietern vor Ort geplant und bestellt werden. Vom Bodenbelag, der Sanitär- und Haustechnik oder dem Kamin für das Wohnzimmer.

 


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Hohe Qualität und reine Energiesparwunder

Die heutige Entstehung von Fertighäusern unterliegt einer hohen Qualitätskontrolle. Die Herstellung der Außen- und Innenwände sowie Decken erfolgt in trockenen Werkshallen. In die Wände werden mehrere Schichten Dämmstoffe eingebaut. Je nach Wunsch kommen bei der Massivbauweise Kalk, Ton und Gips zum Einsatz. Etwas leichter ist die stahlverstärkte Ziegelbauweise; am schnellsten lässt sich die Betonbauweise umsetzen. Die Mehrzahl der gekauften Fertighäuser in Österreich wird in einer Holzrahmenkonstruktion gefertigt. Die Beplankung erfolgt in der Regel nach innen mit Gipskarton oder Gipsfaserplatten und an der Außenseite der Wandelemente wird zumeist eine klassische Vollwärmeschutzfassade angebracht. Allen gemeinsam ist eine hohe Haltbarkeit und Energieeffizienz.

 


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Neuer Trend: Das ökologische Fertigteilhaus wird immer beliebter

Über zwanzig Prozent der Fertigbauhäuser werden mittlerweile vollkommen aus Holz und ökologischen Dämmstoffen gefertigt. Durch die Verwendung nachhaltiger Baustoffe wie Stroh, Lehm und Hanf entsteht ein gesundes Wohnklima. Holz ist als Baustoff klimaneutral bzw. hat es im Laufe seines Lebens der Atmosphäre mehr klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) entzogen, als durch den Bau des Hauses freigesetzt wird. Wer annimmt, dass die hochwertigen Ökohäuser deshalb deutlich teurer wären, liegt in der Regel falsch. Die physikalischen Eigenschaften des natürlichen Baustoffs Holz senken nachhaltig die Energiekosten. Durch den Einzug der Computertechnologie und neue Fertigungstechniken werden Kosten für edlere und nachhaltige Baustoffe kompensiert. Streng betrachtet kann man nicht mehr von Standardbau oder Norm sprechen, da heute jeder individuelle Anspruch in den Produktionshallen ohne Kostenexplosion verwirklicht werden kann.

 

Die Grundidee des Fertighauses ist erhalten geblieben. Selbst die komplexere Architektur eines vorgefertigten Hauses kann auf- und abgebaut werden.

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