Sicherheit im Smart Home

Ihre „Firewall zwischen den Ohren“ ist Ihr wichtigstes Tool

Bequemer, sicherer, intelligenter: moderne Technikfeatures in Haushalten – sogenannte Smart Home Technologien – werden immer beliebter, weil sie das Leben erleichtern. Wenn jedoch Cyberkriminelle per Smart TV oder intelligenter Heizungsanlage ins Smart Home einbrechen, drohen den BewohnerInnen verheerende Folgen. Dabei ist die Hauptgefahr nicht nur, dass sich der Fernseher plötzlich wie von alleine ein- und ausschaltet. Wird das Smart Home gehackt, kann dies einen hohen finanziellen Schaden anrichten und den Cyberkriminellen Zugang zu sensiblen Daten eröffnen.

 

Stellen Sie sich Ihr Leben vor, wie Smart-Home-Entwickler es gerne sehen würden: Ein langer Arbeitstag ist vorbei und es fehlen nur noch wenige Meter bis nach Hause. Ihre Haustüre öffnet sich dank Gesichts- und Iriserkennung automatisch. Das Haus ist bereits vorgeheizt und das Licht im Hausflur leicht gedimmt. Musik spielt leise und der Wasserkocher hat sich gerade ausgeschaltet als Sie den Flur betreten.

 

Sie essen zu Abend und entspannen sich auf dem Sofa, natürlich mit Ihrem Smartphone in der Hand, um die Lichter zu dimmen und den Fernseher einzuschalten. Smart Homes scheinen das Leben deutlich angenehmer und einfacher zu machen – all diese kleinen alltäglichen Routinen sind nun entweder automatisiert oder können vom Handy aus gesteuert werden.

 

Das eben beschriebene Szenario könnte allerdings auch ganz anders ablaufen: Sie nähern sich der Haustüre, aber rein gar nichts passiert. Gesicht und Iris scheinen in Vergessenheit geraten. Natürlich wussten Sie, dass das unter Umständen passieren könnte und kramen den herkömmlichen Schlüssel aus Ihrer Hosentasche. Sie öffnen die Türe und betreten das ungewöhnlich dunkle Haus. Es ist eiskalt, denn auch die Heizung, die eigentlich vor zwei Stunden automatisch anspringen sollte, regt sich nicht.

 

Wenige Sekunden später schrillt der Smart Alarm los, der normalerweise die Anwesenheit Ihres Smartphones erkennen und sich daraufhin automatisch abschalten sollte. Erleichterung macht sich breit, denn zumindest eine Sache scheint wie gewohnt zu funktionieren: Der Fernseher ist bereits eingeschaltet – aber anstatt des Abendprogramms können Sie dort über die Kamera an der Decke einen Live-Feed Ihrer selbst bestaunen. Im Hintergrund nehmen Sie bereits die Sirenen der Feuerwehr wahr, die sich Ihrem Haus zu nähern scheint. Was um Himmels Willen ist passiert? Ihr Smart Home wurde gehackt!

 

 

Warum ist es heute oft so einfach, Systeme zu hacken?

„Sicherheit kostet Geld“, sagt Josef Riedinger, Leiter der Cybercrime-Abteilung des Landeskriminalamts Niederösterreich. „Aber bisher geht es bei vielen Produkten vor allem um neue Anwendungen und Kundenfreundlichkeit. Um Sicherheitsrisiken bestmöglich zu minimieren empfiehlt es sich daher immer nur Profis ans Werk zu lassen. D.h. die professionelle Installation und Konfiguration der Geräte und Systeme sind eine Grundbedingung. Und wenn doch etwas passieren sollte, so wenden Sie sich bitte direkt an das Bundeskriminalamt bzw. die einzelnen Landeskriminalämter.“

 

 

Ein sicherer Router ist die halbe Miete

Der Router ist die Verbindung zum Internet und gleichzeitig der Angriffspunkt für Datendiebe. Denn er ist die Schnittstelle zum smarten Kühlschrank, der Set-Top-Box, der intelligenten Heizungssteuerung und Co. Über das WLAN-Netzwerk kommunizieren die Geräte miteinander. Hier finden auch der Datenaustausch und die Kommunikation statt. Aufgrund dieser Vernetzung sind durch einen Cyberangriff auf ein Smart Home Gerät auch private Daten, die auf anderen verbundenen Endgeräten gespeichert sind oder ins Internet übertragen werden, angreifbar. Ist der Router veraltet oder mit Viren oder Trojanern verseucht, haben Hacker leichtes Spiel. Halten Sie deshalb die Firmware immer auf dem neuesten Stand, neu bekannt gewordene Sicherheitslücken werden meist schnell durch Updates geschlossen.

 

 

Die Top-8 Geräte-Schwachstellen in Smart Homes

  1. Netzwerkgeräte
  2. Drucker
  3. NAS / Netzwerkspeicher
  4. Sicherheitskameras
  5. Set-Top / Media-Boxen
  6. Fernbedienungen
  7. Tablets
  8. Spielekonsolen

 


Fotoquelle: Shutterstock

 

Tipps für mehr Datensicherheit bei Smart-Home-Geräten

  • Informieren Sie sich vor und nach dem Kauf darüber, wie es um Datenschutz und IT-Sicherheit bestellt ist.
     
  • Nehmen Sie datenschutzfreundliche Einstellungen bei den zugehörigen Geräte-Apps möglichst schon bei der Einrichtung vor. Schauen Sie sich Voreinstellungen bei der Einrichtung an und ändern Sie Berechtigungen wie z.B. die Standorterfassung, wenn sie für die App-Nutzung nicht nötig ist. Über die Einstellungen lassen sich Zugriffsberechtigungen auch im Nachhinein anpassen. 
     
  • Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung erhöht prinzipiell die Sicherheit beim Zugriff auf smarte Systeme. Dabei werden zwei Schritte zur Authentifizierung des Nutzers durchgeführt. Hierfür gibt es verschiedene Verfahren: Zum Beispiel wird nach Eingabe des Passworts im Benutzerkonto vom Anbieter ein Code an das Smartphone geschickt, der zusätzlich eingegeben werden muss. So kann z.B. „Phishing“ verhindert werden. 
     
  • Geräte und dazugehörige Apps sollten immer auf dem neuesten Stand sein, verfügbare Updates sollten zeitnah installiert werden. Passen Sie auf, dass die Updates authentisch, das heißt direkt vom Gerätehersteller sind. Bei der Konfiguration die Werkseinstellungen zu belassen, ist ein großer Fehler.
     
  • Richten Sie getrennte Router-Netzwerke für PC und Ihr Smart Home ein. Auf diese Weise erhält ein Angreifer nicht automatisch Zugriff auf den heimischen PC, wenn er Zugang zum Smart-Home-System oder -Gerät erlangt hat.
     
  • Geben Sie sich beim Passwort Mühe und vermeiden sie unbedingt simple Standardbegriffe wie „1234“. Zusätzliche Sicherheit gewährt das regelmäßige Ändern. Klicken Sie auch niemals auf "Passwort speichern“ oder den "Angemeldet-bleiben-Button". „Je mehr man sich der Gefahrenquellen im Smart Home bewusst ist, desto eher kann man potentielle Angriffe vermeiden“, so Chefinspektor Riedinger. „Denken Sie einfach immer daran: Die beste Firewall liegt zwischen Ihren Ohren!“

 

 

Stromausfall im Smart Home – was nun?

Je digitaler die Welt, desto wichtiger ist eine stabile Infrastruktur, die die Vorzüge auch gewährleistet. Das gilt umso mehr für das Smart Home, das eine dauerhaft verlässliche Strom- und Netzversorgung benötigt. Doch was mache ich, wenn einmal kein Strom fließt und alles „ausfällt“? Das Gleiche wie vor den Smart Home-Zeiten!

 

Denn es ist ein Irrglaube, dass ohne der Smart Home Zentrale nichts mehr geht. Die meisten Geräte lassen sich auch weiterhin lokal bedienen. So kann man manuell am Heizungsthermostat die gewünschte Solltemperatur einstellen, der Lichtschalter kann auf konventionelle Weise per Tastendruck bedient werden und der Rauchmelder piept auch ohne Verbindung zur Smart Home Zentrale bei Erkennung von Rauch oder gar Feuer – nur sind eben nicht mehr smart.
 

 

Meldestelle für Internetkriminalität
Wenn Sie einen Verdacht auf Internetkriminalität haben und Hilfe oder Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte an das Bundeskriminalamt: against-cybercrime@bmi.gv.at

 

Wenn Sie durch eine Straftat geschädigt wurden oder konkrete Hinweise auf einen Täter haben, können Sie die Straftat in jeder Polizeidienststelle zur Anzeige bringen.

 

Information und Prävention

Zahlreiche Informationen, Handlungsanleitungen und Präventionstipps finden Sie auf den BK-Präventionsseiten oder direkt unter dem Themenbereich "Internet kennen".

 

Quellen u.a.:

https://bundeskriminalamt.at/306/

https://www.smart-wohnen.de/sicherheit/artikel/stromausfall-im-smart-home-was-nun/

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