Feuchtigkeit in Haus oder Wohnung: Was tun?

Ist das Schwarze in der Ecke da wirk­lich Schimmel? Warum trifft es mich, obwohl ich ständig lüfte? Wer Schimmel los werden will, kann nicht nur auf Mittel zur Schimmelbekämpfung setzen. Mindestens genauso wichtig ist es, dem Schimmelpilz die Lebens­grund­lage zu entziehen. Hier die wichtigsten Fragen, Antworten und Tipps.

 

Warum entsteht Schimmel überhaupt?

Schimmelpilzbefall ist immer eine Folge von zu viel Feuchtig­keit. Schwarze Flecken an den Wänden und Decken können ein Anzeichen dafür sein, dass sich der Schimmel hinter der Wandverkleidung und Tapete, unter dem Laminat oder in Dämmstoffen verbirgt. Ein modriger Geruch, feuchtkalte Wäsche in den Schränken oder auch gesundheitliche Probleme der BewohnerInnen sind Indizien, dass sich irgendwo Pilze und Bakterien verstecken. Ein Alarmsignal, dass sich Schimmel im Haus bilden könnte, ist auch Kondenswasser an den Fensterrahmen. Die Wassertröpfchen zeigen an, dass zu viel Feuchtigkeit im Raum ist. Aber auch kühle Außenwände sind gefährdet – vor allem Stellen, an denen wenig Luft zirkuliert, etwa hinter Schränken und Regalen. Im Winter gedeiht Schimmel besonders gut im Haus. Aber auch im Sommer, wenn es warm und feucht zugleich ist, finden Schimmelpilze perfekte Gegebenheiten, um zu Gedeihen.

 


Fotoquelle: Shutterstock

 

Wie gesund­heits­gefähr­lich ist Schimmel?

Generell können Schimmelpilz­sporen Schleimhäute reizen und zu Atemwegs­erkrankungen führen. Im typischen muffigen Schimmelgeruch sind auch Mykotoxine enthalten. Das sind von den Pilzen produzierte Gift­stoffe, die den Körper schädigen.

 

Wie kann ich fest­stellen, ob es in einem Zimmer zu feucht ist?

Exakte Mess­werte liefert ein Luftfeuchtemessgerät. Die Anschaffung eines solchen Mess­gerätes ist für Haushalte mit Feuchte- und Schimmel­problemen oder solche, die Wasserverdunster betreiben, sehr zu empfehlen. Gut sind Vergleichs­messungen: einer­seits in der Raum­mitte und anderer­seits an der kältesten Stelle einer Außenwand.

 

Tipps zur Schimmelvermeidung

Ein richtiges Lüftungs- und Heizverhalten ist besonders wichtig, um Schimmel zu vermeiden. Hinweise, ob Sie mehr oder weniger lüften beziehungsweise heizen müssen, geben die Richtwerte für die Temperatur und die Raumluftfeuchtigkeit.

 

Eine normale Luftfeuchtigkeit ist von Raum zu Raum verschieden:

 

Wohnräume:

40 bis 60 Prozent
Schlafräume: 40 bis 60 Prozent
Küche: 50 bis 60 Prozent
Badezimmer: 50 bis 70 Prozent

Zusätzlich sollten Sie auch auf die Raumtemperatur achten. Ihr optimaler Wert ist ebenfalls von dem jeweiligen Nutzungsraum abhängig:

 

Wohnräume: 20 bis 23 Grad Celsius
Schlafräume: 17 bis 20 Grad Celsius 
Küche: 18 bis 20 Grad Celsius
Badezimmer: 20 bis 23 Grad Celsius

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Wie lüfte ich richtig?

Stoß­lüftung ist am effizientesten, das heißt, am besten für fünf bis zehn Minuten Fenster weit öffnen und quer durch die ganze Wohnung lüften. Zweimal am Tag sollten Sie die Wohnung auf diese Weise mindestens durch­lüften. Besser sogar dreimal: In der Früh, bevor Sie aus dem Haus gehen; nach­mittags oder abends, wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen; und noch einmal, kurz bevor Sie ins Bett gehen. Zusätzlich kann es sinn­voll sein, nach dem Duschen oder Kochen das Bad beziehungs­weise die Küche zu lüften, damit der Dunst abziehen kann. Je kälter es draußen ist, desto wirkungs­voller ist Lüften, denn trockene Kaltluft kann viel Wasser aufnehmen.

 

Wie verhindere ich Schimmel im Bad?

Bäder sind besonders gefährdet. Sowohl wegen des Wassers, das die Fliesen direkt benetzt, als auch wegen des Wassers, das hier an verschiedenen Stellen verdunstet und anschließend an kühlen Oberflächen kondensiert. In manchen Fall verschärfen geschlossene Dusch­kabinentüren das Problem: Die Feuchtig­keit wird in der Kabine geradezu einge­fangen. Das verhilft den Schimmelpilzen zu idealen Wachs­tums­bedingungen. Also besser die Tür offenstehen lassen. Dort, wo Wasser hinspritzt, ist es sinn­voll, die Oberflächen zum Beispiel mit Fliesen gut zu versiegeln. Im Badezimmer können auch Oberflächen aus Gips­kartonplatten mit normalem diffusionsoffenem Farb­anstrich angebracht werden, die quasi als Zwischenspeicher für die Luft­feuchtig­keit dienen können. Solche Puffer geben beim anschließenden Stoß­lüften ihre Feuchtig­keit wieder ab. Ganz wichtig ist auch richtiges Heizen. Bäder sollten die wärmsten Räume in Wohnungen sein.

 

Warum das Wäschetrocknen zum Problem werden kann.

Spätestens sobald es draußen nass-kalt und ungemütlich wird, steht man vor dem Problem, dass die Wäsche in den eigenen vier Wänden getrocknet werden muss. Die mögliche Folge:

 

  • eine zu hohe Luftfeuchtigkeit
  • die Fenster beschlagen
  • eventuell bildet sich sogar Schimmel

 

Stellen Sie daher den Wäscheständer immer in einem warmen Raum und nicht etwa im kalten Schlafzimmer auf. Denn nur die warme Luft nimmt ausreichend Feuchtigkeit auf. Noch besser ist es, wenn Sie sich einen elektrischen Wäschetrockner zulegen.

 

Wie schütze ich mein Haus außen vor Feuchtig­keit und Schimmel?

Säubern Sie mindestens einmal jähr­lich Regen­rinnen, Fall­rohre und Boden­abflüsse. Kontrollieren Sie beim nächsten Stark­regen rund ums Haus, ob das Wasser ungehindert ablaufen kann und ob Rinnen und Rohre dicht sind. Kleine Lecks lassen sich mit speziellem Bitumen­klebeband (in Baumärkten erhältlich) auch provisorisch abdichten. Defekte oder verrutschte Dachziegel sollten Sie umge­hend reparieren lassen.

 

Wie kann ich beim Hausbau schimmelresistent planen?

Feuchte, wie sie beim Duschen oder Kochen entsteht, lässt sich durch auto­matische Lüftungs­systeme ableiten. Wichtig: Die Systeme sollten mit Wärme­rückgewinnung ausgestattet sein, um keinen unnötigen Energieverbrauch zu haben. Sorgfältige Bauwerksabdichtung und leistungs­fähige Drainage können vor feuchten Kellern schützen. Bei problematischem Baugrund ist es billiger und Ärger sparender, auf einen Keller zu verzichten. In jedem Fall ist es ratsam, Nieder­schlags­wasser mit Hilfe von Dachüber­ständen, Vordächern und pfiffiger Garten­gestaltung möglichst weit vom Haus wegzuleiten – zum Beispiel in einen Gartenteich.

 

Wer im Winter baut, sollte die Öffnungen mit Planen gut abdecken oder Türen und Fenster früh­zeitig einbauen. Fehlt das Dach, müssen die Mauer­werk­skronen mit einer Folie geschützt werden, manchmal muss ein Notdach her. Wird im Erdgeschoss zum Trocknen der Wände geheizt, muss der Treppen­schacht dicht sein. Andernfalls zieht die Luft ins Dach­geschoss, kühlt ab und kondensiert. Holz und Wände saugen die Feuchtig­keit auf und schimmeln. Aus dem Vertrag mit der Baufirma sollte klar hervorgehen, was sie im Winter tun muss. BauherrInnen sollten Vertrag und Baustelle von ExpertInnen prüfen lassen.

 

Hausmittel gegen Schimmel – wirksam und günstig

Wer Schimmel loswerden will, muss dafür nicht zu teuren Spezialreinigern greifen. Manche altbewährten Hausmittel wirken ebenfalls sehr gut. Die Stiftung Warentest hat Mittel gegen Schimmel untersucht. Darunter die drei Hausmittel Brennspiritus (Ethanol), Isopropylalkohol und Wasserstoffperoxid. Sie wurden alle drei für „gut“ befunden und man bekommt sie in Drogerien und Apotheken für wenig Geld.

 

Brennspiritus und Isopropylalkohol wirken bei Schimmelbefall direkt und sofort, die darin enthaltenen Alkohole verflüchtigen sich nach der Anwendung. Doch Vorsicht: bei Alkohol besteht Brandgefahr, wichtig ist deshalb gutes Lüften des Raums. Die Anwendung ist einfach: Brennspiritus am besten mit Wasser im Verhältnis 3:1 verdünnen. Pinseln Sie die Lösung auf die von Schimmel befallene Fläche und lassen Sie sie trocknen. Danach die Fläche erneut behandeln.

 

Wasserstoffperoxid wirkt oxidierend und verwandelt sich in Wasser und Sauerstoff. Die im Test verwendete dreiprozentige Lösung zeigte sich als gut wirksam gegen Schimmelbefall. Eine konzentriertere Lösung wäre zwar noch wirksamer gegen die Pilze, kann aber bei Hautkontakt reizend wirken. Um einen optimalen Effekt zu erzielen, sollte das Mittel mindestens zweimal auf die befallenen Stellen aufgetragen werden, so die Tester.


Schimmel nicht mit Essig bekämpfen

Das oft angepriesen Hausmittel Essig oder Essigessenz ist ungeeignet zur Bekämpfung von Schimmel. Viele Baustoffe und insbesondere Kalk neutralisieren den Essig. Hinzu kommt, dass mit dem Essig organische Nährstoffe auf das Material gelangen. Dieses kann das Pilzwachstum sogar fördern. Auch Backpulver gilt als Hausmittel gegen Schimmel. Dies beseitigt den Befall jedoch nur kurzfristig und verstärkt das Problem ebenso wie Essig auf lange Sicht.

 

Achtung: Wenn Sie den Schimmel selbst entfernen, sollten Sie entsprechende Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Hierzu gehören das Tragen von Schutzhandschuhen sowie einer Atemschutzmaske. Der Raum sollte zudem gut belüftet sein, damit Sie die schädlichen Dämpfe und durch die Luft getragenen Schimmelsporen nicht weiter einatmen. Säubern Sie den Raum anschließend, um eine Ausbreitung des Pilzes zu verhindern.

 

Empfehlungen zu zertifizierten Betrieben, Beratern und Gutachtern, die sich strengen Qualitätsstandards zur Schimmelsanierung und Bauteiltrocknung verschrieben haben, finden Sie auf der Website des „Bundesverbands für Schimmelsanierung und technische Bauteiltrocknung“

 

Quellen:

https://www.bv-schimmel.at/information/downloads/

https://www.test.de/presse/pressemitteilungen/Mittel-gegen-Schimmel-Hausmittel-tun-es-auch-4650431-0/

https://www.haushaltstipps.com/Waeschepflege/Trocknen/Wohnung.html

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