24.05.2018 ‐ Eventnachbericht

Exporteure beständig in der Champions League

Zwei Musterunternehmen konnten am 23. Mai 2018 im Donau-Forum im Rahmen der Oberbank-Industriegespräche beim Publikum das Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Oberösterreich nachhaltig stärken.

Im Bild (v.r.n.l.): Joachim Haindl-Grutsch (Geschäftsführer Industriellenvereinigung OÖ), Thomas Bründl (CEO starlim//sterner Group), Franz Gasselsberger (Generaldirektor der Oberbank), Friedrich Huemer (CEO Polytec Group) und Axel Greiner (Präsident der Industriellenvereinigung OÖ); Fotoquelle: Eric Krügl

 

Exportorientierung als Wohlstandsbasis

Generaldirektor Franz Gasselsberger zitierte die Europäische Kommission:

90 Prozent des globalen Wirtschaftswachstums wird in den nächsten 10 bis 15 Jahren außerhalb Europas generiert. Über 30 Millionen Arbeitsplätze hängen bereits jetzt von Exporten ab und jede weitere Export-Milliarde schafft zusätzlich 15.000 Stellen.

Axel Greiner, Präsident der IV Oberösterreich, lobte den Reformschwung und konsequenten Sparwillen der aktuellen Regierung, sah aber noch erhebliches Potenzial in der Forschungspolitik. Dietmar Mascher, stellvertretender Chefredakteur der OÖ Nachrichten, attestierte den oberösterreichischen Unternehmen besondere Wettbewerbs- und Exportfähigkeit. Unser Land habe sich im Wirtschafts-Ranking dank der aktuellen Konjunktur von Platz 23 auf 18 verbessert, allerdings liege es bei der Steuerpolitik abgeschlagen auf Rang 60 (von 63 Staaten). Auch sei der Reformbedarf in der Verwaltung beträchtlich.

 

Zwei Edelsteine in der Unternehmenskollektion

Friedrich Huemer, CEO der Polytec Group, konnte nicht nur auf eine sehr erfolgreiche Firmengeschichte zurückblicken; auch die Zukunftsaussichten des Kunststoff-Produzenten sind glänzend. Mit 28 Standorten und 4.500 MitarbeiterInnen produziert der Vorzeigebetrieb unter anderem Akkustikabdeckungen und Unterböden für PKWs und LKWs oder im Non-Automotive-Segment Klappkisten und Waschmaschinenblenden. Seit 2014 stiegen die Umsätze signifikant, was letztes Jahr zu einem Nettogewinn von 38 Millionen Euro führte. Ein Auszug der Kundenliste scheint dem Who's Who der Wirtschaft entnommen: VW Car, Daimler Car, VW Truck, Jaguar und Rover. Das börsennotierte Familienunternehmen hält mit der Huemer Group ca. 29 Prozent der Aktien.

 

Thomas Bründl, CEO der starlim/sterner Group, setzt mit seiner Firma mit Sitz in Marchtrenk vornehmlich auf die Produktion von Silikonteilen und Werkzeugbau. Ihre Dichtungselemente für Autos, Duschköpfe, Küchenbrausen und sanitäre Dichtungen für den Haushalt, aber auch ihre Flaschensauger als Dauerbrenner sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Das Hauptabsatzgebiet ist Europa mit beinahe zwei Drittel der Exporte, wobei Asien aber steigende Umsatz-Anteile verzeichnet.

 

In der abschließenden Talkrunde mit den beiden Hauptreferenten und Axel Greiner unter der Moderation von Elisabeth Eidenberger, Marketingleiterin der OÖ Nachrichten, wurde dem Verbrennungsmotor noch eine längere Marktbeherrschung zugestanden. Allerdings könnte danach der Hybridantrieb dessen Führungsrolle übernehmen. Die beiden breit aufgestellten Betriebe sehen dieser Entwicklung jedoch gelassen entgegen –  sie seien in der Lage, jede Motorart mit ihrer vielfältigen Produktpalette auszustatten.