COVID-19: Steuerliche Zahlungserleichterungen

Die aktuellen Sonderregelungen auf einen Blick

Vom Bundesministerium für Finanzen wurden aufgrund der COVID-19-Pandemie einige Zahlungserleichterungen für eine rasche und unbürokratische Hilfe vorgesehen. Mag. Jürgen Mayerhofer, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei KPMG Austria GmbH, listet den derzeitigen Stand der wichtigsten Maßnahmen für uns auf:

 

Verlängerung von Abgabenstundungen bis 31. März 2021

In den ersten Monaten der COVID-19-Pandemie wurden von der Finanzverwaltung ab 16. März 2020 bei Vorliegen der konkreten Betroffenheit des Steuerpflichtigen Abgabenstundungen bis 30. September 2020 gewährt, die zunächst bis 15. Jänner 2021 verlängert wurden. In die bis 15. Jänner 2021 verlängerte Frist wurden auch Abgaben einbezogen, die bis 25. September 2020 (bei Vorauszahlungen bis 27. November 2020) auf dem Abgabenkonto verbucht wurden. Diese Abgabenstundungen bleiben bis 31. März 2021 aufrecht, Verlängerungsanträge sind dafür nicht einzubringen.

 

Bei Steuerpflichtigen mit einer solchen Stundung sind auch jene Steuern, die auf demselben Abgabenkonto gebucht werden und zwischen dem 26. September 2020 und dem 28. Februar 2021 fällig werden, erst bis 31. März 2021 zu zahlen (keine zusätzlichen Anträge erforderlich).  

 

Stundungen, die zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 28. Februar 2021 beantragt werden, werden von der Finanzverwaltung ebenfalls rasch und unbürokratisch bis 31. März 2021 bewilligt. Bei Vorliegen solcher Stundungen wird die Zahlungsfrist auch für Abgaben, die in der Zeit zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 28. Februar 2021 fällig werden, bis 31. März 2021 (ohne weitere Stundungsanträge) verlängert.

 

Während der bis 31. März 2021 verlängerten Stundungen werden keine Stundungszinsen festgesetzt.

 

Ratenzahlungen über einen Zeitraum von bis zu 36 Monaten

Nach den allgemeinen Regelungen der Bundesabgabenordnung können Abgabenrückstände, deren sofortige Entrichtung mit erheblichen Härten verbunden wäre, in Raten entrichtet werden, wenn die Einbringlichkeit dadurch nicht gefährdet wird. Im Falle einer Ratenvereinbarung fallen seit dem 15. März 2020 bis 31. März 2021 keine Zinsen an. Ab dem 1. April 2021 werden die ausständigen Beträge verzinst und zwar nach derzeitigem Stand mit 1,38 % (2 % über dem Basiszinssatz).

 

Alternativ zur allgemein gültigen Ratenzahlungsbestimmung kann vom 4. März bis 31. März 2021 ein Antrag nach den Bestimmungen über das COVID-19-Ratenzahlungsmodell gestellt werden, bei dem ebenfalls Zinsen iHv 2 % über dem Basiszinssatz vorgeschrieben werden. Dieses Ratenzahlungsmodell gilt grundsätzlich nur für „COVID-19-bedingte Rückstände“, also solche, die zwischen dem 15. März 2020 und dem 31. März 2021 entstanden sind. Davon umfasst sind auch Rückstände aus Zeiträumen vor dem 15. März 2020, falls diese weniger ausmachen als der Betrag der Rückstände ab dem 15. März 2020.
 
Das COVID-19-Ratenzahlungsmodell sieht 2 Phasen vor:

  • In der Phase 1 können die COVID-19-bedingten Abgabenrückstände binnen 15 Monaten von Ende April 2021 bis Juni 2022 beglichen werden.
  • Ist die Rückzahlung des gesamten ausstehenden Betrags bis Juni 2022 nicht möglich, wurden aber zumindest 40 % beglichen, kann bei Beantragung vor dem 31. Mai 2022 in der Phase 2 die Rückzahlung binnen weiterer 21 Monate, also bis spätestens März 2024, erfolgen. Voraussetzung ist, dass der Steuerschuldner die Einbringlichkeit innerhalb des beantragten Ratenzahlungszeitraumes der Phase 2 glaubhaft machen kann.

 

Sowohl in Phase 1 als auch in Phase 2 ist einmalig eine Neuverteilung der Ratenbeträge möglich.

 

Nichtfestsetzung von Anspruchszinsen

Für Einkommensteuer- und Körperschaftsteuernachzahlungen für die Veranlagungsjahr 2019 und 2020 werden keine Anspruchszinsen festgesetzt.


Nichtfestsetzung von Säumniszuschlägen

Für Abgaben mit Fälligkeit zwischen dem 15. März 2020 und 31. März 2021 fallen keine Säumniszuschläge an.

 

Diese Unterlagen dienen lediglich der aktuellen Information und basieren auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Erstellungszeitpunkt. Diese Unterlagen sind weder Angebot noch Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der hier erwähnten Veranlagungen bzw. (Bank-)Produkte. Sämtliche in diesem Dokument enthaltenen Aussagen sind nicht als generelle Empfehlung zu werten. Obwohl wir die von uns beanspruchten Quellen als verlässlich einschätzen, übernehmen wir für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hier wiedergegebenen Informationen keine Haftung. Insbesondere behalten wir uns einen Irrtum in Bezug auf Zahlenangaben ausdrücklich vor.

 

Dieser Artikel wurde am 14.01.2021 aktualisiert.

Fotoquelle: KPMG Austria GmbH

 

Mag. Jürgen Mayerhofer,
Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, KPMG

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