COVID-19: Steuerliche Zahlungserleichterungen

Die aktuellen Sonderregelungen auf einen Blick

Vom Bundesministerium für Finanzen wurden aufgrund der COVID-19-Pandemie einige Zahlungserleichterungen für eine rasche und unbürokratische Hilfe vorgesehen. Mag. Jürgen Mayerhofer, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei KPMG Austria GmbH, listet den derzeitigen Stand der wichtigsten Maßnahmen für uns auf:

 

Weitere Verlängerung von Abgabenstundungen um 3 Monate bis 31. Juni 2021:
In den ersten Monaten der COVID-19-Pandemie wurden von der Finanzverwaltung ab 16. März 2020 bei Vorliegen der konkreten Betroffenheit des Steuerpflichtigen Ab-gabenstundungen bis 30. September 2020 gewährt, die zunächst bis 15. Jänner 2021 und anschließend bis 31. März 2021verlängert wurden. In diese verlängerte Frist wurden auch Abgaben einbezogen, die bis 25. September 2020 (bei Vorauszahlungen bis 27. November 2020) auf dem Abgabenkonto verbucht wurden. Diese Abgabenstundungen eine um 3 Monate verlängert und bleiben bis 30. Juni 2021 aufrecht, Verlängerungsanträge sind dafür nicht einzubringen.

 

Bei Steuerpflichtigen mit einer solchen Stundung sind auch jene Steuern, die auf dem-selben Abgabenkonto gebucht werden und zwischen dem 26. September 2020 und dem 31. Mai 2021 fällig werden, erst bis 30. Juni 2021 zu zahlen (keine zusätzlichen Anträge erforderlich).

 

Stundungen, die zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 31. Mai 2021 beantragt werden, werden von der Finanzverwaltung ebenfalls rasch und unbürokratisch bis 30. Juni 2021 bewilligt. Bei Vorliegen solcher Stundungen wird die Zahlungsfrist auch für Abgaben, die in der Zeit zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 31. Mai 2021 fällig werden, bis 30. Juni 2021 (ohne weitere Stundungsanträge) verlängert. Für jene Steuerpflichtigen, die bereits eine Stundung bis zum 31. März 2021 bewilligt be-kommen haben, gilt, dass die Stundungsfrist automatisch bis 30. Juni 2021 verlängert wird.

 

Während der bis 30. Juni 2021 verlängerten Stundungen werden keine Stundungs-zinsen festgesetzt.


Ratenzahlungen über einen Zeitraum von bis zu 36 Monaten:
Nach den allgemeinen Regelungen der Bundesabgabenordnung können Abgaben-rückstände, deren sofortige Entrichtung mit erheblichen Härten verbunden wäre, in Raten entrichtet werden, wenn die Einbringlichkeit dadurch nicht gefährdet wird. Im Falle einer Ratenvereinbarung fallen seit dem 15. März 2020 bis 30. Juni 2021 keine Zinsen an. Ab dem 1. Juli 2021 werden die ausständigen Beträge verzinst, und zwar nach derzeitigem Stand mit 1,38 % (2 % über dem Basiszinssatz).

 

Alternativ zur allgemein gültigen Ratenzahlungsbestimmung kann vom 10. Juni bis 30. Juni 2021 ein Antrag nach den Bestimmungen über das COVID-19-Raten-zahlungsmodell gestellt werden, bei dem ebenfalls Zinsen iHv 2 % über dem Basis-zinssatz vorgeschrieben werden. Dieses Ratenzahlungsmodell gilt grundsätzlich nur für „COVID-19-bedingte Rückstände“, also solche, die zwischen dem 15. März 2020 und dem 30. Juni 2021 entstanden sind. Davon umfasst sind auch Rückstände aus Zeiträumen vor dem 15. März 2020, falls diese weniger ausmachen als der Betrag der Rückstände ab dem 15. März 2020.

 

Das COVID-19-Ratenzahlungsmodell sieht 2 Phasen vor:

  • In der Phase 1 können die COVID-19-bedingten Abgabenrückstände binnen 15 Monaten von Ende Juli 2021 bis September 2022 beglichen werden.
  • Ist die Rückzahlung des gesamten ausstehenden Betrags bis September 2022 nicht möglich, wurden aber zumindest 40 % beglichen, kann bei Beantragung vor dem 31. August 2022 in der Phase 2 die Rückzahlung binnen weiterer 21 Monate, also bis spätestens Juni 2024, erfolgen. Voraussetzung ist, dass der Steuer-schuldner die Einbringlichkeit innerhalb des beantragten Ratenzahlungszeit-raumes der Phase 2 glaubhaft machen kann.

 

Sowohl in Phase 1 als auch in Phase 2 ist einmalig eine Neuverteilung der Raten-beträge möglich.


Nichtfestsetzung von Anspruchszinsen:
Für Einkommensteuer- und Körperschaftsteuernachzahlungen für die Veranlagungs-jahr 2019 und 2020 werden keine Anspruchszinsen festgesetzt.


Nichtfestsetzung von Säumniszuschlägen:
Für Abgaben mit Fälligkeit zwischen dem 15. März 2020 und 31. Juni 2021 fallen keine Säumniszuschläge an.

 

Dieser Artikel wurde am 25.03.2021 aktualisiert.

Fotoquelle: Shutterstock

 

Diese Unterlagen dienen lediglich der aktuellen Information und basieren auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Erstellungszeitpunkt. Diese Unterlagen sind weder Angebot noch Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der hier erwähnten Veranlagungen bzw. (Bank-)Produkte. Sämtliche in diesem Dokument enthaltenen Aussagen sind nicht als generelle Empfehlung zu werten. Obwohl wir die von uns beanspruchten Quellen als verlässlich einschätzen, übernehmen wir für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hier wiedergegebenen Informationen keine Haftung. Insbesondere behalten wir uns einen Irrtum in Bezug auf Zahlenangaben ausdrücklich vor.

 

Fotoquelle: KPMG Austria GmbH

Mag. Jürgen Mayerhofer,
Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, KPMG

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