Entlastungspaket für UnternehmerInnen

Das sind die Maßnahmen gegen hohe Energiepreise

Fast 4 Millionen Menschen sind bis 27. März aus der Ukraine geflohen. Der Krieg und die Sanktionen gegen Russland wirken sich auf die globale Wirtschaft aus: Die hohen Energiekosten sind hierzulande derzeit die am stärksten spürbaren Effekte. Die österreichische Regierung setzt daher diverse Maßnahmen, um private Haushalte und Unternehmen zu entlasten.

 

 

Nachfolgend ein Überblick der Maßnahmen für Unternehmen

1. Energieabgaben werden um 90 Prozent gesenkt

Da vor allem die Gas- und Strompreise eine massive zusätzliche Belastung im täglichen Leben und bei Unternehmen darstellen, senkt die Regierung die spezifischen Energieabgaben (Erdgasabgabe und Elektrizitätsabgabe) bis 30. Juni 2023 um rund 90 Prozent.

 

2. Herabsetzung der Vorauszahlung bei Einkommens- und Körperschaftssteuer

Für Unternehmen, die durch die Teuerung unter hohem Druck stehen, ist eine Liquiditätshilfe vorgesehen, die in Form einer Herabsetzung der Vorauszahlungen der Einkommens- beziehungsweise Körperschaftsteuerzahlungen – befristet bis 30. Juni 2023 – erfolgt. Die Unternehmen zahlen dadurch nicht weniger Steuer, sondern den notwendigen Betrag später und haben so rasch mehr Liquidität zur Verfügung.


3. Treibstoffrückvergütung für KMU, EPU und LandwirtInnen

Für heimische Klein- und Mittelbetriebe mit hohem Treibstoffaufwand – vor allem im Bereich Handwerk sowie Einzelpersonenunternehmen (EPU) - gibt es ebenfalls bis Ende Juni nächsten Jahres befristet eine Treibstoffrückvergütung.

 

LandwirtInnen spüren die Auswirkung von hohen Treibstoffpreisen in ihrer täglichen Arbeit besonders. Deshalb wird es einen Ausgleich für den Agrardiesel geben.

 

4. Investitionsoffensive zum Umstieg auf klimafreundliche Fahrzeuge

Die Förderschienen zum Umstieg auf E-Autos und E-Nutzfahrzeuge für Betriebe werden für die Jahre 2022 und 2023 um 120 Millionen Euro erhöht.

 

E-Autos
Was wird gefördert?
Gefördert wird die Anschaffung von neuen Fahrzeugen mit Elektro-, Brennstoffzellen- bzw. Plug-In-Hybrid-Antrieb sowie Range-Extender zur Personen- bzw. Güterbeförderung. Der Brutto-Listenpreis des PKW darf 60.000 Euro nicht überschreiten. Eine Förderung für Fahrzeuge mit Elektroantrieb bzw. Plug-In-Hybrid-Antrieb sowie Range-Extender ist nur bei der ausschließlichen Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern möglich.

Wie hoch ist die Förderung?
Die Förderung beträgt 1.000 Euro für E-PKW mit reinem Elektroantrieb und Brennstoffzelle bzw. 500 Euro pro Fahrzeug für Plug-In-Hybrid-Antrieb und Range-Extender.

 

E-Nutzfahrzeuge
Was wird gefördert?
Gefördert wird die Anschaffung von neuen Fahrzeugen mit reinem Elektroantrieb in folgenden Fahrzeugklassen:
- E-Kleinbusse zugelassen für mindestens 7+1 Personen > 2,0 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht
- E-Kleinbusse sowie leichte E-Nutzfahrzeuge > 2,0 Tonnen und <= 3,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht

 

Die Antragsstellung erfolgt in einem 2-stufigen Verfahren (Schritt 1 Registrierung, Schritt 2 Antragsstellung). Die Registrierung ist ausschließlich online unter www.umweltfoerderung.at und bis zum Ausschöpfen der zur Verfügung stehenden Budgetmittel, längstens jedoch bis 31. März 2023, möglich.


5. Weitere Förderungen für den Umstieg auf Windkraft und Photovoltaik

Zusätzlich zu den bereits bestehenden Förderungen wird in den nächsten Jahren auch der Umstieg auf alternative dekarbonisierte Energieformen unterstützt. Windkraft- und Photovoltaik-Projekte werden im Rahmen der Investitionsoffensive Energieunabhängigkeit gefördert.


Praxisbeispiele

Bäckerei mit 20 Beschäftigten in Neusiedl am See

 

  • Jahresverbrauch Strom: 180.000 kWh
  • Jahresverbrauch Erdgas: 190.000 kWh
  • Jährliche Einsparung durch die gesenkte Elektrizitätsabgabe: 610 Euro
  • Jährlich Einsparung durch die gesenkte Erdgasabgabe: 151,40 Euro
  •  Gesamt: 3.761,4 Euro Entlastung

 

Ein Hotel mit rund 50 MitarbeiterInnen profitiert laut BMF von den Maßnahmen mit rund 20.000 Euro.
Ein großes Industrieunternehmen wird um 3 Millionen Euro entlastet.


KPC (Kommunal Kredit Public Consulting)

Registrierungen im Rahmen der Förderaktion Photovoltaik des Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung sind nicht mehr möglich. Die zur Verfügung stehenden Förderungsmittel wurden vollständig ausgeschöpft.

 

EAG erneuerbare Energie Ausbaugesetz

Gefördert wird die Neuerrichtung und Erweiterung von Photovoltaikanlagen und die damit verbundene Neuerrichtung von Stromspeichern. Nach der derzeitigen gesetzlichen Ausgestaltung ist keine Mindestgröße für die Erweiterung einer PV-Anlage definiert.


Fördercalls

Kategorie A 21.04.2022 bis 19.05.2022
"first-come-first-serve"- bzw. Windhund-Prinzip
Kategorie B, C und D 21.04.2022 bis 02.06.2022

 

Kategorie A 0,01 - 10 kWp
Kategorie B > 10 - 20 kWp
Kategorie C > 20 - 100 kWp
Kategorie D > 100 - 1.000 kWp

 

Förderhöhe

Kategorie A 285 Euro/kWp
Kategorie B 250 Euro/kWp (max.)
Kategorie C 180 Euro/kWp (max.)
Kategorie D 170 Euro/kWp (max.)
Speicher 200 Euro/kWh (max. 50 kWh Nettokapazität förderfähig)

 

Antragsstellung
Die Antragsstellung erfolgt online auf der Website (https://www.oem-ag.at/) und muss vor Beginn der Arbeiten erfolgen.

 

 

Dieser Artikel wurde am 20.05.2022 erstellt.

Fotoquelle: Shutterstock

 

Quellen:
https://infothek.bmk.gv.at/
https://www.bmf.gv.at/presse/pressemeldungen/2022/maerz/energiepaket.html
Förderungsaktion E-Mobilität für Betriebe 2022: Umweltförderung Kommunalkredit Public Consulting (umweltfoerderung.at)
Förderungsaktion Elektro-Nutzfahrzeuge für Betriebe 2022: Umweltförderung Kommunalkredit Public Consulting (umweltfoerderung.at)
Förderung (oem-ag.at)

 


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