Fixkostenzuschuss 2 & Umsatzersatz

Neue Wirtschaftshilfen für Unternehmen

Unternehmen können seit Kurzem erneut einen Zuschuss zur Deckung ihrer Fixkosten beantragen, wenn ihr Umsatz um mindestens 30 Prozent gefallen ist. Außerdem gibt es Umsatzersatz für Betriebe, die im zweiten Lockdown schließen mussten. Wir haben alle Informationen zu diesen Unterstützungsmaßnahmen sowie weiterführende Links zur Beantragung zusammengefasst.
 

Fixkostenzuschuss 2, Variante 1

Konkret wird der Fixkostenzuschuss 2 in zwei unterschiedliche Varianten geteilt. Variante 1 ist mit 800.000 Euro begrenzt und kann seit 23. November beantragt werden. Im Vergleich zum Fixkostenzuschuss I können nun etwa auch Leasingraten, Abschreibungen (Afa) und frustrierte Aufwendungen, also schon angefallene Kosten für Projekte, die wegen der Pandemie nicht verwirklicht wurden, angerechnet werden. Der Fixkostenzuschuss 2 wird in zwei Tranchen ausbezahlt, erst zu 80, dann zu 20 Prozent. Der Zuschuss ist aliquot zum Umsatzrückgang. Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis zu 120.000 Euro können davon 30 Prozent pauschal und ohne Steuerberater beantragen.

 

Voraussetzungen zur Beantragung

 

Gerald Weidenauer, Gruppenleiter der Investitionsfinanzierung und -förderung bei der Oberbank, nennt folgende Bedingungen:

 

  • Das Unternehmen war per 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten (UIS)
  • Erhalt der österr. Arbeitsplätze (Großunternehmen dürfen max. 3 % der Mitarbeiter gekündigt haben anstatt einer Kurzarbeitsinanspruchnahme)
  • zumutbare Maßnahmen zur Erzielung von Umsätzen bzw. zur Fixkostenreduzierung wurden gesetzt (z.B. Kurzarbeit)
  • Bis 30.6.2021 keine Dividenden, sonstigen nicht zwingenden Gewinnausschüttungen oder Rückkäufe eigener Aktien
  • Maßvolle Dividenden- und Gewinnauszahlung bis 31.12.2021

 

Einreichung und Fristen

 

Der Antrag muss über den Finanz-Online-Zugang des Unternehmens https://finanzonline.bmf.gv.at/fon/ bis spätestens 30.6.2021 (Tranche 1) bzw. 31.12.2021 (Tr. 2) erfolgen; bei Zuschüssen ab € 36.000,- inkl. einer Bestätigung des Steuerberaters/Wirtschaftsprüfers. Bearbeitungsdauer ca. zehn Werktage (Cofag).
 

 

Fixkostenzuschuss 2, Variante 2 in Ausarbeitung

Neu ist die zweite Variante des FK2 die derzeit ausgearbeitet wird. Österreich ist neben Deutschland das erste Land, dass ein Hilfspaket auf dieser Grundlage entwirft. Hier soll es Zuschüsse von bis zu drei Millionen Euro geben. Allerdings wird die Variante 2 wahrscheinlich anders ausgestaltet sein. Während bei Variante 1 bei einem Umsatzminus von 30 Prozent einfach die Fixkosten eingereicht werden können, wird bei Variante 2 voraussichtlich die Differenz zwischen Fixkosten und Betriebsergebnis als Berechnungsgrundlage herangezogen. Für den beantragten Zeitraum muss das Unternehmen daher eine Verlustprognose machen und diese muss auch von einem Steuerberater bestätigt werden. Die technische Umsetzung wird noch etwas dauern, voraussichtlich im Dezember soll es so weit sein.
 

 

Umsatzersatz

Abgesehen vom Fixkostenzuschuss kann bis spätestens 15. Dezember 2020 auch der Umsatzersatz für Unternehmen, die im zweiten Lockdown zusperren mussten, beantragt werden. Neben Unternehmen aus der Gastronomie und Hotellerie erhalten nun auch Handelsbetriebe und körpernahe Dienstleister einen Umsatzersatz für die Zeit, in der sie nicht aufsperren dürfen. Bei körpernahen Dienstleistungen wie zum Beispiel Friseuren werden 80 Prozent des Umsatzes vom November 2019 ersetzt.

 

Für Handelsunternehmen kommt es aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen zu einer verfassungsrechtlich gebotenen Staffelung. Es gelten folgende Kriterien: Rohertrag der jeweiligen Branchen, Aufholeffekte, Verderblichkeit und Saisonalität der Waren. 

 

  • Ein Blumengeschäft, das während des Lockdowns viele Waren aufgrund der Verderblichkeit entsorgen muss, erhält 60% Umsatzersatz. Ebenso Geschäfte die Schuhe und Lederwaren oder Bekleidung verkaufen.
  • Unternehmen aus der Branche Metallwaren und Baubedarf, Sportgeräte oder Vorhänge, Teppiche und Tapeten erhalten 40% Umsatzersatz.
  • Den niedrigsten Wert erhält mit 20% ein Unternehmen, das Möbel und Einrichtungsgegenstände verkauft, weil hier kaum Wertverlust stattfindet und es für die Qualität der Ware nicht entscheidend ist, zu welchem Zeitpunkt sie verkauft wird. Das gilt auch für den Handel mit Unterhaltungselektronik oder den Fahrzeughandel. 

 

Einreichung und Fristen

Der Antrag auf Umsatzersatz hat über das Finanz-Online-Portal https://finanzonline.bmf.gv.at/fon/ durch das betroffene Unternehmen oder dessen Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer bis spätestens 15. Dezember 2020 zu erfolgen.

 

 

Weiterführende Links:

Fixkostenzuschuss 2

Umsatzersatz

Weitere Unterstützungen (Kurzarbeit, Härtefallfonds etc.)

Beitragserleichterungen ÖGK

 

Diese Unterlagen dienen lediglich der aktuellen Information und basieren auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Erstellungszeitpunkt. Diese Unterlagen sind weder Angebot noch Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der hier erwähnten Veranlagungen bzw. (Bank-)Produkte. Sämtliche in diesem Dokument enthaltenen Aussagen sind nicht als generelle Empfehlung zu werten. Obwohl wir die von uns beanspruchten Quellen als verlässlich einschätzen, übernehmen wir für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hier wiedergegebenen Informationen keine Haftung. Insbesondere behalten wir uns einen Irrtum in Bezug auf Zahlenangaben ausdrücklich vor.

 

Dieser Artikel wurde am 26. November 2020 erstellt.

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