Investitions- und Entlastungspaket für Unternehmen

Zur Konjunkturbelebung und Kaufkraftstärkung nach der Krise ist ein steuerliches Paket geschnürt worden, das entlasten und den Standort stärken soll. Der folgende Überblick über ausgewählte Maßnahmen basiert auf den im Nationalrat und Bundesrat beschlossenen Gesetzen und den dazugehörigen Erläuterungen. Das „Konjunkturstärkungsgesetz 2020“ sieht Entlastungsmaßnahmen für Arbeitnehmer/innen sowie ein Entlastungspaket für Unternehmen vor. Mit dem „Investitionsprämiengesetz“ sollen Investitionen angekurbelt werden.

 

 

Rückwirkende Senkung der Einkommensteuer

  • Um Menschen und Familien mit niedrigen Einkommen zu unterstützen, soll der Einkommensteuersatz rückwirkend ab 1.1.2020 für Einkommensteile von € 11.000 bis € 18.000 20% (statt wie bisher 25%) betragen. Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass der Vorteil aus der Steuersenkung ihren Angestellten mittels Aufrollung bis Ende September 2020 zukommt. 

 

  • Der Spitzensteuersatz von 55% für Einkommensteile über 1 Million Euro wird bis 2025 verlängert (bisher 2020).

 

  • ArbeitnehmerInnen, die keine Einkommensteuer zahlen, sollen mit einer Erhöhung der Gutschrift auf die Sozialversicherungsbeiträge (Negativsteuer) entlastet werden.

 

Maßnahmenbündel für Unternehmen

1. Änderungen bei Abschreibungen

 

Alternativ zur linearen Abschreibung können Wirtschaftsgüter, die nach dem 30. Juni 2020 angeschafft oder hergestellt werden, mit einer degressiven Absetzung für Abnutzung (AfA) mit einem unveränderlichen Prozentsatz von höchstens 30% abgeschrieben werden. Für bestimmte Wirtschaftsgüter (wie z.B. Gebäude, Kraftfahrzeuge außer Elektrofahrzeuge) ist die degressive Abschreibung allerdings ausgeschlossen.

 

Für Gebäude, die nach dem 30. Juni 2020 angeschafft oder hergestellt worden sind, ist eine beschleunigte AfA vorgesehen. In dem Wirtschaftsjahr, in dem die AfA erstmalig zu berücksichtigen ist, beträgt die AfA höchstens das Dreifache des jeweiligen AfA-Satzes, im zweiten Jahr gilt dann höchstens das Zweifache. Ab dem dritten Jahr gelten wieder die üblichen Prozentsätze. Die Halbjahresabschreibung kommt nicht zur Anwendung.

 

2. Verlustrücktrag

 

Das Konjunkturstärkungsgesetz beinhaltet auch den zeitlich befristeten Verlustrücktrag. Hier können die Verluste aus dem Coronajahr 2020 mit den Gewinnen aus dem Jahr 2019 (maximal 5 Millionen Euro) gegengerechnet werden. Kann der Verlustrücktrag nicht vollständig im Jahr 2019 genutzt werden, ist – mit noch näher zu definierenden Einschränkungen – auch ein Ausgleich mit Einkünften aus 2018 möglich. Für abweichende Wirtschaftsjahre gelten Sonderregelungen. Für steuerliche Unternehmensgruppen bestehen ergänzende Regelungen für den Verlustrücktrag.

 

3. Stundungen und Ratenzahlungen

 

Stundungen beim Finanzamt, die nach dem 15. März 2020 bewilligt wurden und deren Stundungsfrist am 30. September 2020 bzw. 1. Oktober 2020 endet, werden automatisch bis 15. Januar 2021 verlängert. Dazu ist keine neuerliche Antragstellung erforderlich. Einbezogen werden auch Abgaben, die bis zum 25. September 2020 auf dem Abgabenkonto verbucht werden. Danach hat man unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Ratenzahlungen.

 


Fotoquelle: Shutterstock

 

4. Entlastung für Land- und Forstwirte

 

Landwirte bekommen rückwirkend ab 1. Jänner 2020 höhere Pensionen und profitieren auch von der Streichung des Solidaritätsbeitrags von 0,5%. Ebenso kommt es durch das Angleichen der Krankenversicherungs-Mindestbeitragsgrundlage zu Entlastungen iHv mehreren € 100 pro Jahr. Die für die Buchführungspflicht von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben maßgebliche Umsatzgrenze wird von € 550.000 auf € 700.000 erhöht.

 

5. Investitionsprämie

 

Mit dem Investitionsprämiengesetz sollen Anreize für Unternehmensinvestitionen geschaffen werden. Gefördert werden materielle und immaterielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen eines Unternehmens an österreichischen Standorten, für die zwischen dem 1. September 2020 und 28. Februar 2021 die Förderung beantragt werden kann. Die Investitionsprämie beträgt grundsätzlich 7% der Neuinvestitionen. Bei Neuinvestitionen in den Bereichen Digitalisierung, Ökologisierung und Gesundheit und Life-Science wird die Investitionsprämie von 7% auf 14% verdoppelt. Die Förderung erfolgt in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses.

 

 

In Kooperation mit LBG Österreich Steuerberatung werden wir Sie über einzelne Maßnahmen im Detail informieren und diese als Serie hier auf "Jetzt Unternehmen" veröffentlichen.

 

Quellen:

Parlament Österreich

LBG Österreich

 

Diese Unterlagen dienen lediglich der aktuellen Information und basieren auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Erstellungszeitpunkt. Diese Unterlagen sind weder Angebot noch Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der hier erwähnten Veranlagungen bzw. (Bank-) Produkte. Sämtliche in diesem Dokument enthaltenen Aussagen sind nicht als generelle Empfehlung zu werten. Obwohl wir die von uns beanspruchten Quellen als verlässlich einschätzen, übernehmen wir für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hier wiedergegebenen Informationen keine Haftung. Insbesondere behalten wir uns einen Irrtum in Bezug auf Zahlenangaben ausdrücklich vor.

 

Dieser Artikel wurde am 7. August 2020 erstellt.

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