aws Investitionsprämie 2020

Die neue Investitionsförderung für Unternehmen

In Kooperation mit LBG Österreich Steuerberatung informieren wir Sie über einzelne Maßnahmen des „Konjunkturstärkungsgesetz 2020“, das der Konjunkturbelebung und Kaufkraftstärkung dienen soll. Nachfolgend ein Expertenbeitrag von Karim Saad, LL.B., Steuerberater bei LBG Oberösterreich.

 

Die aws Investitionsprämie richtet sich an Unternehmen aller Wirtschaftszweige, die im Zeitraum von 1. August 2020 bis 28. Februar 2021 mit Investitionen beginnen. Für viele Unternehmen ist das doppelt interessant: Zum einen werden damit eigene Investitionen im Unternehmen gefördert, zum anderen sind viele von Unternehmen angebotene Produkte und Leistungen wiederum als Investitionen von Firmenkunden förderfähig und unterstützen damit die Investitionsbereitschaft bei den KundInnen.

 

Generell gilt ein Fördersatz von 7 %. Werden die in den Förderrichtlinien definierten Voraussetzungen hinsichtlich „Ökologisierung“, „Digitalisierung“ oder „Gesundheit“ erfüllt, gilt ein Fördersatz von 14 %. Es zahlt sich aus, sich mit den Richtlinien vertraut zu machen und damit die Investitionsprämie optimal im eigenen Unternehmen, aber auch für Firmenkunden zu nützen.

 

Was wird gefördert?

Förderungsfähig sind materielle und immaterielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen. Wichtig: Für die Investitionsprämie muss in der Zeit vom 1. September 2020 bis zum 28. Februar 2021 ein Antrag bei der Austria Wirtschaftsservice (aws) gestellt werden. Wesentliche Voraussetzung ist, dass „erste Maßnahmen“ im Zusammenhang mit der Investition nicht vor dem 1. August 2020 und nicht später als 28. Februar 2021 gesetzt werden und die Umsetzung (Bezahlung und Inbetriebnahme) bis 28. Februar 2022 erfolgt (für Großprojekte über 20 Millionen Euro exkl. USt. bis 28. Februar 2024).

 

„Erste Maßnahmen“ sind: Bestellungen, Lieferungen, der Beginn von Leistungen, Anzahlungen, Zahlungen, Rechnungen, Abschluss eines Kaufvertrags oder der Baubeginn der förderungsfähigen Investitionen. Nicht schädlich sind hingegen etwa vor dem 1. August 2020 bereits erfolgte Planungsleistungen, die Einholung von behördlichen Genehmigungen und Finanzierungsgespräche. Wenn die Zeit knapp wird, sollten jedenfalls spätestens bis zum 28. Februar 2021 nachgewiesene „erste Maßnahmen“ gesetzt werden, um die Zuerkennung der Investitionsprämie zu sichern.

 

Wer wird gefördert?

Förderungsfähig sind Unternehmer iSd Unternehmensgesetzbuches (UGB) aller Branchen, die über einen Sitz und/oder eine Betriebsstätte in Österreich verfügen – und zwar vom Ein-Personen-Unternehmen bis zum Großunternehmen. Auch Einnahmen-Ausgaben-Rechner und pauschalierte Unternehmen werden gefördert.

 

Abrechnung und Auszahlung

Für die Auszahlung muss innerhalb von drei Monaten ab Inbetriebnahme und Bezahlung (Umsetzungsfristen beachten!) eine Abrechnung vorgelegt werden. Die Auszahlung erfolgt als Einmalzahlung, bei Investitionen über 20 Millionen Euro (exkl. USt.) kann nach Umsetzung von zumindest der Hälfte des Projektes eine Zwischenabrechnung vorgenommen werden. Bitte beachten Sie: Die Abrechnung ist in Bezug auf die Aktivierung der zur Förderung beantragten Investitionen ab einer Zuschusshöhe (Investitionsprämie) von EUR 12.000 zusätzlich zur Förderwerberin bzw. zum Förderwerber in der Regel von SteuerberaterInnen oder WirtschaftsprüferInnen zu bestätigen.

 

Was Sie sonst noch wissen sollten

Die Untergrenze pro Antrag liegt bei 5.000 Euro ohne USt. Es können auch mehrere Investitionen in einem Antrag zusammengefasst werden. Die Obergrenze des förderbaren Investitionsvolumens liegt bei 50 Millionen Euro pro Unternehmen bzw. Konzern, das heißt, bei Investitionen über 50 Millionen Euro werden maximal 50 Millionen Euro ohne USt. als Berechnungsgrundlage für die Prämie herangezogen.

 

Investitionen, für die eine Investitionsprämie gewährt wurde, müssen 3 Jahre im österreichischen Betriebsvermögen des Unternehmens verbleiben (Sperrfrist). Ausgenommen davon ist Software, die auch international genutzt werden kann.

 

Steuerrechtlich ist der Zuschuss gemäß § 3 Abs. 1 Z 6 EStG von der Einkommensteuer befreit.

 

LBG-Empfehlung

Wir empfehlen UnternehmerInnen, GeschäftsführerInnen und kaufmännisch Verantwortlichen, zeitgerecht folgende Überlegungen anzustellen:

 

  • Macht es betriebswirtschaftlich und für die strategische Ausrichtung des Unternehmens Sinn, über zusätzliche Investitionen – generell, aber ganz besonders auch im Bereich „Ökologisierung“, „Digitalisierung“, „Gesundheit“ nachzudenken?
  • Welche Investitionen habe ich ohnehin geplant? Sind diese Investitionen förderfähig?
  • Ist es möglich, im relevanten Zeitfenster (1.8.2020 – 28.2.2020) „erste Maßnahmen“ zu setzen?
  • Können längerfristig geplante Investitionen vorgezogen werden?
  • Was bedeutet das für das Liquiditätsmanagement, Bilanzbild und Rating?
  • Wie sieht es aus mit Eigenmittel und Fremdfinanzierung?
  • Habe ich noch Finanzierungsfragen zu klären?
  • Wie wirkt sich die degressive Abschreibung aus?
  • Können neben der Investitionsprämie weitere Förderungen in Anspruch genommen werden?

 

Ganz allgemein gilt: Wie bei jeder Investition, die Sie tätigen, sollen nicht nur steuerliche und fördertechnische Aspekte im Vordergrund stehen. Jede Investition muss vor allem betriebswirtschaftlich sinnvoll sein und in die künftige Unternehmensausrichtung passen. LBG Österreich – 31 Standorte in 8 Bundesländern – www.lbg.at.

 

Sollten Sie Fragen haben, können Sie sich gerne direkt an die Oberbank wenden. Ihr Ansprechpartner zu diesem Thema ist Gerald Weidenauer, Gruppenleiter Investitionsfinanzierung und -förderung (Tel.:  +43 / 732 / 7802 – 32578).

 

Diese Unterlagen dienen lediglich der aktuellen Information und basieren auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Erstellungszeitpunkt. Diese Unterlagen sind weder Angebot noch Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der hier erwähnten Veranlagungen bzw. (Bank-)Produkte. Sämtliche in diesem Dokument enthaltenen Aussagen sind nicht als generelle Empfehlung zu werten. Obwohl wir die von uns beanspruchten Quellen als verlässlich einschätzen, übernehmen wir für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hier wiedergegebenen Informationen keine Haftung. Insbesondere behalten wir uns einen Irrtum in Bezug auf Zahlenangaben ausdrücklich vor.

 

Dieser Artikel wurde am 1. September 2020 erstellt.

 

Karim Saad, LL.B.
Steuerberater, LBG OÖ

 

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