Störungen in der Lieferkette – auch 2022 kein Ende der Probleme in Sicht

Die Corona-Pandemie stellt die weltweiten Lieferketten auf eine Zerreißprobe. Die Auswirkungen sind für Unternehmen und VerbraucherInnen deutlich zu spüren. In Österreich kämpfen aktuell 83 % aller Handelsbetriebe mit Lieferverzögerungen und ExpertInnen rechnen damit, dass die Probleme auch in diesem Jahr noch andauern.

 

Unternehmen und VerbraucherInnen müssen weiter auf Waren warten

Unternehmen fehlen Bauteile, Elektro- und elektronische Geräte sind Mangelware und das bestellte Fahrrad ist seit Monaten überfällig. Wo globale Transportketten sonst wie Uhrwerke funktionieren, herrscht seit Beginn der Corona-Pandemie großes Durcheinander. Probleme mit den Lieferketten werden uns auch in diesem Jahr noch Kopfzerbrechen bereiten. Trotz der Verlangsamung des Anstiegs der Containerraten werden die Lieferverzögerungen und Staus nicht so schnell verschwinden. Denn die ersten beiden Jahre der Pandemie haben gezeigt, dass ein großes Problem darin besteht, die Waren überhaupt rechtzeitig in den Lagern zu haben. In den Häfen kommt es immer wieder zu Überlastungen, die zu Verzögerungen sowohl bei der Verladung in Asien als auch bei der Entladung im Westen führen. Darüber hinaus führt die hohe Verbrauchernachfrage im Westen in Verbindung mit einem Mangel an Schiffskapazitäten und Containern dazu, dass sich die Frachtraten im Vergleich zum Beginn der Pandemie etwa verfünffacht haben.

 

90 Prozent der globalen Warenströme werden per Containerschiff transportiert

Fehlende Container waren lange Zeit ein großes Problem, weil die Transportboxen wegen Verspätungen in den Fahrplänen nicht dort waren, wo sie zur neuen Beladung sein sollten. Als gewaltiges Nadelöhr erweisen sich schließlich viele Häfen – vor allem die an der chinesischen Küste und der amerikanischen Westküste, zwischen denen die riesigen Handelsströme zwischen den beiden größten Volkswirtschaften abgewickelt werden. In China wurden immer wieder Häfen ganz oder teilweise geschlossen, weil HafenarbeiterInnen coronainfiziert waren. Schiffe müssen tagelang auf das Be- und Entladen warten oder auf andere Häfen ausweichen, vor denen sich dann ebenfalls große Staus bilden. Geschlossene Hafenterminals in China dürften auch 2022 ein Thema bleiben.

 

 

Prognose für die kommenden Monate

Bereits vor einem Jahr hoffte man, dass 2021 die Lieferketten entlastet werden und die Preise sinken würden. Die Realität erwies sich jedoch als viel brutaler. Neben Angebot und Nachfrage gab es unerwartete Ereignisse, wie die Blockade des Suezkanals, das Wiederaufflammen einer Pandemie und Wirbelstürme, die den Betrieb chinesischer Fabriken und der Umschlagplätze in den Häfen beschränkten. Das britische Centre for Economic and Business Research (CEBR) weist darauf hin, dass es zwar Anzeichen für eine Lockerung der Probleme mit den Lieferketten gibt, die kommenden Monate aber dennoch schwierig sein könnten.

 

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83 % aller österreichischen Handelsbetriebe kämpfen mit Lieferverzögerungen

Laut einer repräsentativen Befragung des Handelsverbandes sind aktuell zwei Drittel der österreichischen Handelsbetriebe (66%) mit einer Steigerung des Lagerstandes an Altwaren konfrontiert. 83% der Unternehmen haben mit Lieferverzögerungen oder Lieferantenausfällen zu kämpfen. Sowohl der stationäre Handel als auch der E-Commerce sind von den Engpässen gleichermaßen betroffen.

 

Großhandelspreise im Jänner um +15% gestiegen

"Die Pandemie sorgt weiterhin für massive Verwerfungen in den Lieferketten. Acht von zehn Handelsbetrieben kämpfen zurzeit mit Lieferverzögerungen. Die Ursachen sind vielschichtig. Der Containermangel in Fernost hält an, höhere Import-Kosten und der Nachfrage-Anstieg treiben die Rohstoffpreise in astronomische Höhen, und die weltweite Omikronwelle sorgt für Produktionsverzögerungen in den Industriebetrieben. Hinzu kommt die anziehende Inflation von 2,8 Prozent im Vorjahr – Tendenz steigend. Allein im Jänner sind die Großhandelspreise im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 15 Prozent angestiegen", erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.


Was die Logistik bzw. die Lieferketten betrifft, habe sich zwar das engmaschige Netzwerk an leistungsstarken PartnerInnen sowie der Fokus auf regionale LieferantInnen bewährt, der in den letzten beiden Pandemiejahren verstärkt wurde. Eine Normalisierung der Lage auf den Weltmärkten sei jedoch in den nächsten Monaten noch nicht zu erwarten. Beispielsweise ist der Rohkaffeepreis seit Sommer 2021 um mehr als 50% nach oben geklettert. Auch Baustoffe wie Konstruktionsvollholz (+77%) und Betonstahlstäbe (+53%) erlebten zuletzt Preissteigerungen wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg.

 

Ist eine Trendumkehr zu erwarten?

ExpertInnen betonen, dass neben dem Rückzug der Pandemie auch die Veränderung der Konsumtrends ein wichtiger Faktor für die Lockerung der Lieferketten ist. Seit Beginn der Pandemie stiegen in Europa und den Vereinigten Staaten die Ausgaben für Konsumgüter auf Kosten der Dienstleistungen stark an. Eine Umkehrung dieses Trends und die Erhöhung der Ausgaben für Dienstleistungen würde den überlasteten Lieferketten eine Atempause verschaffen.

 

Verwendete Quellen u.a.:

https://www.handelsverband.at
https://trans.info/de
https://energynewsmagazine.at

 

Dieser Artikel wurde am 24.02.2022 erstellt.

Fotoquelle: Shutterstock

 

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