Steuer-/Wirtschaftstipps zum Jahresende

Für UnternehmerInnen, Selbständige, GeschäftsführerInnen & ArbeitgeberInnen

Jetzt ist es höchste Zeit, noch wichtige Weichenstellungen für 2021 vorzunehmen, um das individuelle steuerliche und wirtschaftliche Jahresergebnis zu optimieren. Wir haben bei Steuerberater/Wirtschaftsprüfer Mag. Heinz Harb, Geschäftsführer bei LBG Österreich nachgefragt, welche vier Tipps er UnternehmerInnen ans Herz legt. Das umfassende LBG-Booklet mit 45 Steuer- und Wirtschaftstipps zum Jahresende 2021 finden Sie am Ende des Artikels zum Download.


Rechtsformwahl auf den Prüfstand stellen

„Es macht jedenfalls Sinn, sich mit der Frage der optimalen Rechtsform nicht nur bei Gründung, sondern auch danach immer wieder einmal zu befassen. Vor allem auch vor Jahresende, weil steuerliche Umgründungen auch mit Rückwirkung möglich sind“, so Harb.


Die optimale Rechtsform hängt, neben betriebswirtschaftlichen, sozialversicherungsrechtlichen oder haftungstechnischen Aspekten, auch von der Höhe der erwarteten steuerlichen Gewinne, dem Privatentnahme- (z.B. KG, OG) oder Dividendenausschüttungsbedarf (z.B. GmbH) oder von der optimalen Nutzung des steuerlichen Gewinnfreibetrages bei Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Mitunternehmerschaften mit natürlichen Personen als Gesellschafter ab. Generell ist die voll ausschüttende Familien-GmbH (KÖST-Tarif 25 %) wegen der Dividenden-KEST (27,5 %) im Vergleich zum Einzelunternehmen (Einkommensteuer-Tarif 25 - 55 %) in einem weiten (unteren) Gewinnspektrum steuerlich weniger attraktiv. Dem stehen allerdings die Möglichkeit der Gewinnthesaurierung (Einbehalt statt Ausschüttung) bei der GmbH mit einem 25 %igen Körperschaftsteuertarif, die Haftungsbegrenzung, die Möglichkeit von steuerwirksamen Verträgen zwischen der GmbH und deren Gesellschaftern, die Anstellung als GmbH-GeschäftsführerIn mit Nutzung lohnsteuerbegünstigter Urlaubs- und Weihnachtsentgelte (13. und 14. Gehalt), unterschiedliche Sozialversicherungsgestaltungen, Miet- und Pachtvereinbarungen und vieles mehr gegenüber.

 

Gewinnausschüttung aus Kapitalgesellschaften

Vor einer Gewinnausschüttung aus einer Kapitalgesellschaft (z.B. GmbH) sollte gut überlegt werden, ob das Geld nicht besser teils oder zur Gänze im Unternehmen zwecks Finanzierung des weiteren Geschäftsausbaus, künftiger Investitionen oder für Schuldentilgungen verbleiben sollte oder ob gesetzliche oder vertragliche (z.B. Kreditvertrag, Gesellschaftsvertrag) Ausschüttungsbeschränkungen bestehen, bevor Dividenden übereilt ausgeschüttet und davon immerhin 27,5 % KESt bezahlt werden. „Es wäre nicht sehr vorteilhaft, ein oder zwei Jahre später aus Liquiditäts- oder Bonitätsgründen wieder eine Kapitaleinlage in die GmbH aus zuvor ausgeschüttetem und daher bereits versteuertem (Dividenden-KESt) Geld zu leisten“, meint Heinz Harb und empfiehlt zumindest eine mittelfristige grobe Finanzmittelbedarfsabschätzung bzw. Planungsrechnung.

 

 

KMU-Zuschuss bei Dienstnehmererkrankung

Zu wenig bekannt ist der KMU-Zuschuss bei Dienstnehmererkrankung. Klein- und Mittelbetriebe (KMU), die regelmäßig weniger als 51 DienstnehmerInnen beschäftigen, erhalten von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) einen Zuschuss auf Entgeltfortzahlung. Voraussetzung ist, dass sie DienstnehmerInnen (gilt auch für geringfügig Beschäftigte) auf Grund eines unfallbedingten Krankenstandes (Freizeit- oder Arbeitsunfall) das Entgelt für mehr als drei Tage fortzahlen müssen. Darüber hinaus steht ein Zuschuss für die Entgeltfortzahlung bei sonstigen Krankenständen der DienstnehmerInnen zu, wenn der Krankenstand länger als zehn Tage dauert, diesfalls allerdings erst ab dem 11. Tag des Krankenstandes. Harb: „Der Zuschuss beträgt 50 % des tatsächlich fortgezahlten Entgelts für maximal sechs Wochen je Jahr. Die Anträge können innerhalb von drei Jahren nach Beginn der jeweiligen Entgeltfortzahlung gestellt werden. Sollte dies nicht ohnehin laufend erfolgt sein, ist eine rasche Nachholung für die letzten drei Jahre empfehlenswert“.

 

Reminder Gewinnfreibetrag

Der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag für Selbständige (natürliche Personen sowie bei Personengesellschaften die GesellschafterInnen in Höhe ihrer Gewinnbeteiligung) zählt zu den Klassikern: „Mit dem Gewinnfreibetrag können bis zu 13 Prozent des Gewinns steuerfrei gestellt werden. Bis 30.000 Euro Gewinn gilt der Grundfreibetrag, für darüberhinausgehende Gewinne sind Investitionen in körperliche, abnutzbare, ungebrauchte Anlagegüter mit einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren zu tätigen“, so Heinz Harb „oder alternativ in Wertpapiere, die den Voraussetzungen zur Deckung für Pensionsrückstellungen entsprechen.“ An dieser Stelle der Ausblick auf‘s nächste Jahr: Ab 2022 soll der Grundfreibetrag von 13 auf 15 Prozent erhöht werden.

 

LBG-Booklet „Steuer-/Wirtschaftstipps zum Jahresende für Unternehmer, Geschäftsführer, Arbeitgeber, Dienstnehmer“.

Weitere Steuernews unter www.lbg.at

 

Dieser Expertenbeitrag wurde am 09.12.2021 erstellt.

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Mag. Heinz Harb

Geschäftsführer LBG Österreich

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