22.10.2019 ‐ Eventnachbericht

Statt hoch zu Ross auf Schusters Rappen in Ampflwang

Radio Oberösterreich und die Oberbank bescherten 6.000 Wanderenthusiasten am Sonntag, den 20. Oktober 2019 mit der „Pferd-und-Kohle-Wanderung“ auch Einblicke in die Bergbau- und Eisenbahngeschichte.

Foto: cityfoto.at / Simlinger Wolfgang

 

Faszinierende Retro-Lokomotiven

Den Startschuss der 17 Kilometer langen Tour nahm Franz Gasselsberger als stolzer Sohn der Gemeinde beim Tourismusbüro im Ampflwanger Ortszentrum vor. Von dort führte der Weg bald vorbei am Obertagsgelände des Wolfsegg-Traunthaler-Kohlenwerks, in den 1960er Jahren der zweitgrößte Kohlenproduzent Österreichs. Hier ist auch das Österreichische Eisenbahn- und Bergbaumuseum untergebracht. Mehr als 100 Schienenfahrzeuge, präsentiert in einem Lokpark samt Drehbühne – unter anderem Dampf-, Diesel und Elektroloks – zogen die Wanderschar in ihren Bann.

In Lukasberg trafen die TeilnehmerInnen nicht nur auf einen Pferdehof, sondern auch auf Infotafeln, die beim rekultivierten „Tagbau Lukas“ die Geschichte dieser letzten Abbaustätte nahebrachten.

 

Auf den welligen Spuren der Braunkohle

Am Weg nach Seemoos stach das buckelig-unruhige Gelände in den Waldflächen ins Auge – Zeichen und Folge des untertägigen Bergbaus. Bei der anschließenden Bergmannschanze glaubten einige immer noch die Anfeuerungsrufe der Zuschauer von Skisprungkonkurrenzen in den 70er Jahren zu vernehmen. Das Naturfreundehaus Ampflwang in Seemoos beindruckte wiederum nicht nur mit einem Quellteich, sondern sorgte auch mit Brötchen und Getränken für das leibliche Wohl. Weiter über Schmitzberg durch Wald und Wiesen erreichten die Wanderfans die Mittagsrast im Aldiana Club Ampflwang. Dort hoben zusätzlich „Harry Prünster & seine Fabulous Boys“ die ohnehin schon gute Stimmung. Danach obsiegte wieder der Bewegungsdrang über den – inzwischen gestillten – Appetit.

 

Über Schleierberg und das Oberfeld gelangten die unermüdlichen Marschierer Vorderschlagen, wo eine weitere Stärkung lockte. Von hier nach Hinterschlagen führte die Route dann entlang der ehemaligen „Tegelhalde“ und passierte dabei eine Unterführung unter der damaligen Schmalspur-Kohlebahn.

 

Ein Ausblickspunkt auf einem Forstweg gewährte noch letzte Blicke in die hügelige Kulturlandschaft, bevor mit dem Kohlebrecher Buchleiten das ersehnte Ziel auftauchte. Interessierte vertieften im Anschluss an die absolvierte Tour in der Dauerausstellung des Oberösterreichischen Bergbauarchives noch ihre Kenntnisse zur Bergbaugeschichte.