Business Dinner mit Bundeskanzler Kern - Oberbank
29.06.2017 ‐ Eventnachbericht

Business Dinner mit Bundeskanzler Kern

Wien 28.06.2017 - 120 Gäste folgten der Einladung der Oberbank zum Dinner mit Bundeskanzler Christian Kern in das Vienna Park Hyatt. Thema des Abends war die zukünftige Wirtschaftspolitik, um den aktuellen Aufschwung zu stärken.

Im Bild v.l.n.r.: Oberbank Generaldirektor Franz Gasselsberger, Bundeskanzler Christian Kern. Fotoquelle: Foto Pfluegl

Österreichs Konjunktur läuft sehr gut!

, konstatierte der Gastgeber des Abends, Oberbank Generaldirektor Dr. Franz Gasselsberger. 2016 wuchs das österreichische BIP um 1,4 %, alleine im 1. Quartal 2017 sogar um 0,65 %, und für das zweite und dritte Quartal erwartet die OeNB ein Quartalswachstum von 0,6 % beziehungsweise 0,5 %, somit klar kräftiger als im Vorjahr.

 

Erfreulich ist auch, dass die Stimmung der Unternehmen und der Konsumenten deutlich besser als in den letzten Jahren ist. In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage, wie nachhaltig ist dieser Aufschwung, diesbezüglich sind alle Maßnahmen der Politik willkommen, die die Rahmenbedingungen noch günstiger gestalten. Als problematisch bezeichnete Gasselsberger das aktuelle Niedrigzinsumfeld.

Die EZB hat in den letzten Jahren 2,5 Billionen Euro Liquidität in den Markt gepumpt und die Zinsen auf beziehungsweise sogar unter Null gesenkt – das bringt Gewinner und Verlierer.

 

Größter Gewinner ist natürlich der Staat.

2016 hat Österreich für 295 Milliarden Euro Staatsschulden 7,3 Milliarden Euro Zinsen gezahlt, 2000 waren die Schulden mit 140 Milliarden nicht einmal halb so hoch, die Zinsbelastung aber mit 7,6 deutlich höher. „Das freut den Finanzminister, ist aber kein Anreiz, die Staatsschulden zu reduzieren“, bilanzierte Gasselsberger.
Unternehmen und Private sehen die Niedrigzinsen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Einerseits haben sich seit 2008 Österreichs Unternehmen 28 Millarden Euro an Kreditzinsen gespart, die Privaten 24 Milliarden Euro. Andererseits sind den Haushalten aber 37 Milliarden Euro an Zinsertrag entgangen“, verdeutlichte Gasselsberger die Problematik.

 

Heute war es etwas mehr als das Grundrauschen.

Als sehr problematisch dürfte sich wohl auch das Verhältnis zwischen ÖVP und SPÖ gerade darstellen. Nach dem gemeinsamen Beschluss von SPÖ, FPÖ, Grünen und Neos, das Uni-Budget zu erhöhen, fasste Kanzler Kern den Tag folgendermaßen zusammen: „Heute war es etwas mehr als das Grundrauschen, heute dürfte eine gewisse Verwerfung stattgefunden haben.“
Im Hinblick auf die aktuelle positive wirtschaftliche Lage in Österreich, steht für Kern der Ausbau dieser sehr guten Position im Vordergrund. Dazu gehört für ihn ein wettbewerbsfreundlicheres Steuersystem:

Es wurde bereits beschlossen, drei Milliarden Euro in Form von Förderungen und Anreizen für Investitionen an die Wirtschaft zurückfließen zu lassen – auf unterschiedlichen Ebenen, von der Industrie bis zum Start-up.

Eine deutliche Reduktion der Lohnnebenkosten soll über den Beschäftigungsbonus erreicht werden. Um den F&E-Bereich weiter zu stärken wird auch die Forschungsprämie erhöht und eine neue Gewerbeordnung soll einen wesentlichen Bürokratieabbau bringen.

 

Im Publikum anwesend waren unter anderen Sylvia und Hannes Bardach (Frequentis), Gernot Essl (Palmers Immobilien), Johannes und Johann Haas (Haas Gruppe), Johannes Haindl (Deutscher Botschafter in Österreich), Klemens Hallmann (Hallmann Holding), Christian Harisch (Lanserhof), Alois Heidenbauer (Heidenbauer Industriebau), Walter und Andreas Heindl (Confiserie Heindl), Jerich jun. und sen. (Jerich Austria), Georg Kopetz (TTTech), Eva Schinkinger (Gebauer & Griller) und Margarete Schramböck (A1 Telekom Austria).

 

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