Energie-Mix statt Öko-Utopie - Oberbank
06.04.2017 ‐ Eventnachbericht

Energie-Mix statt Öko-Utopie

Zum Thema des Abends "Lebensader Energie – Strategien für die Zukunft" lauschten am Mittwoch, den 5. April 2017, im Donau Forum über 1.000 Gäste den Ausführungen zweier Topmanager der größten österreichischen Unternehmen.

Im Bild (v.l.n.r.): Axel Greiner (Präsident der OÖ Industriellenvereinigung), Wolfgang Eder (Generaldirektor der voestalpine), Rainer Seele (Vorstandsvorsitzender der OMV), Franz Gasselsberger (Generaldirektor der Oberbank) und der Moderator des Abends Hans-Peter Siebenhaar.

Fotoquelle: Foto Krügl, Feldkirchen

 

Österreich und EU haben Hausaufgaben gemacht

Die Oberbank, so Generaldirektor Franz Gasselsberger, habe den Moderator des Events, Hans-Peter Siebenhaar, Korrespondent des deutschen Handelsblattes und Autor des Werkes "Österreich – die zerrissene Republik", ganz bewusst als mahnende Stimme eingeladen. Die Hauptreferenten vorwegnehmend betonte der Oberbank-Manager,

dass eine künftige Energie-Strategie nicht auf Imagepolitur setzen darf, sondern es für die Industrie erfolgsentscheidend sein wird, den Energieverbrauch und die Kosten nachhaltig zu senken.

Axel Greiner, Präsident der OÖ Industriellenvereinigung, fand es bedenklich, dass die Energiedebatte zu ideologisch geführt werde. In unserem Bundesland werde die sauberste Tonne Stahl hergestellt, auch in der EU stehen 25 Prozent der Weltwirtschaftsleistung nur 10 Prozent der globalen Emissionen gegenüber.

 

Erdgas und Wasserstoff als Hoffnungsträger

Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender der OMV, rechnet zwar mit einem hohen relativen Zuwachs an alternativen Energieträgern, der aber die Primärenergieträger wie Öl und Kohle in absehbarer Zeit nicht ersetzen könne. Österreich habe schon einen hohen Anteil an ersteren erreicht, so Seele, mehr in der Pflicht seien andere EU-Mitgliedsstaaten, nachzuziehen. Er zeigte sich davon überzeugt, dass "nur das neue Erdgas-Pipeline-Projekt von Russland über die Ostsee und Deutschland nach Österreich Versorgungssicherheit gewährleistet." Die OMV habe sich bei Öl auf eine Niedrigpreis-Phase einzustellen, wobei sie nur durch Kostensenkung wettbewerbsfähig bleiben könne. Weiters habe sein Unternehmen die Absicht, in erster Linie bei großen Lagerstätten sich Ölreserven in 2.000 - 3.000 Meter Tiefe zu sichern. Unter anderem betreibe die OMV ein Re-Oil-Projekt, bei der Kunststoff wieder zu Öl raffiniert wird. Zudem investiere sie in neue Technologien auf Wasserstoffbasis.

 

Geduld bis zu emissionsfreier Zukunft gefragt

Generaldirektor Wolfgang Eder von der voestalpine erklärte sich zwar mit den Klimaschutz-Zielen von Paris und der EU einverstanden. Er machte aber klar, dass eine nachhaltige Klimapolitik eine vernünftige Energiepolitik voraussetze und sich erst daraus eine sinnvolle Standortpolitik entwickeln lasse. Break-Through-Technologien würden erst in 15-20 Jahren Marktreife erlangen. Derzeit laufe ein Versuchsprojekt mit "grünem" Wasserstoff, der 2035-2040 eventuell eine Roheisenproduktion ohne Emissionen möglich macht. Bis dahin könne zwar der Einsatz von Erdgas die Emissionen reduzieren, aber Kohle und Koks nicht ersetzen. Eder ist sich sicher, dass es keine Energieautarkie einzelner Länder geben könne, sondern nur eine Gesamtlösung durch EU-weite Vernetzung. Vor allem ist der Vorstandsvorsitzende überzeugt:

Der Werkstoff Stahl liefert die Lösung für eine Energiewende, z.B. in dem er die Leichtbauweise vorantreibt.

Nach der abschließenden anregenden Podiumsdiskussion mit dem Moderator und den beiden Hauptreferenten ließen viele Gäste den Abend mit Getränken und Imbissen ausklingen.

Mit dem Oberbank Newsletter-Service immer top informiert!