06.07.2021 ‐ Presse

Für Firmen, die nicht nachhaltig sind, wird die Finanzierung künftig teurer

Banken sind für die EU der Hebel für die Ökologisierung der Wirtschaft.

 

Quelle: OÖ Nachrichten vom 03.07.2021 

Firmen, die keinen Wert auf nachhaltiges Wirtschaften legen oder die nachhaltige Wirkung ihrer Tätigkeit nicht nachweisen können, werden künftig mehr für die Firmenkredite zahlen müssen. Das bestätigt der Generaldirektor der Oberbank, Franz Gasselsberger, im Gespräch mit den OÖNachrichten.

 

Das Thema ist omnipräsent. Wer sich ihm nicht stellt, bekommt mittelfristig ein Problem“,

sagt der Chef der oberösterreichischen Bank. „Wir wollen daher bei uns und unseren Kunden Vorreiter sein.“ In der Oberbank trägt das Firmenkundengeschäft drei Viertel des Gesamtvolumens. „Wir bilden daher jetzt unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Bereichen entsprechend aus.“ Die Berater sollen Firmenkunden, aber auch Privatkunden entsprechend unterstützen, bei der Veranlagung und bei der Dokumentation der Firmenaktivitäten nachhaltig zu handeln.
Mit den Kunden würden regelmäßige Runden stattfinden. Dabei geht es auch darum, was überhaupt nachhaltig ist, wie das gemessen wird und wie es in den kommenden Jahren auch nachgeschärft wird.

 

Gutes Rating spart Geld

Die Oberbank selbst hat einen fast 200 Seiten umfassenden Nachhaltigkeitsbericht verfasst, weil sie selbst auch geratet werden muss. Dabei wurde sie unter die besten zehn Prozent Europas gereiht. Derzeit müssen börsenotierte Unternehmen ebensolche Berichte erstellen, künftig auch mittelgroße Unternehmen. Wer das nicht tut, werde dies bei der Finanzierung spüren. Ein schlechtes Rating koste einiges bei den Kreditkonditionen, sagt Gasselsberger. „Es ist richtig, dass sich etwas verändert. Aber es besteht die Gefahr, dass manche Firmen ob der Geschwindigkeit überfordert sind, weil es nicht reicht, auf das Dach eine PV-Anlage zu montieren.“

 

Welchen Unterschied Nachhaltigkeit ausmacht, hat die Oberbank zuletzt selbst erfahren. Bei der Ausgabe eines sogenannten Green Covered Bonds über 250 Millionen Euro musste die Bank einige Basispunkte beim Zinssatz weniger anbieten, weil sie bei der Nachhaltigkeit schon etwas vorzuweisen hat. Die Einnahmen aus den Anleihen werden in grünen Wohnbau und Energieeffizienz investiert. Im Anlage- und Privatkundenbereich solle die Veranlagung in Nachhaltigkeit bis 2025 auf 2,5 Milliarden Euro verdoppelt werden. Das Volumen an nachhaltigen Fonds solle auf 500 Millionen Euro wachsen, sagt der Oberbank-Chef.