Global Financial Markets Kurzkommentare

25.07.2018: Tschechien - nächster Zinsschritt im August?

Die Gesamtinflationsrate Tschechiens notiert seit Mai 2018 –mit zuletzt 2,6% im Juni – deutlich über dem Zielwert der CNB von 2%. Lohnerhöhungen sollten weiterhin zu erhöhtem Preisdruck führen. Die jüngste Schwäche der Tschechischen Krone dürfte die Inflationsdynamik befeuern. Die CNB könnte bereits im August eine weitere Zinserhöhung vornehmen. Die tschechische Krone konnte die jüngste Schwächephase überwinden. Auf der Unterseite findet EUR/CZK nun interessante Chartmarken um 25,60 vor. Die Phantasie von einem regulären Zinserhöhungszyklus könnte das Währungspaar wieder unter 25,00 führen. Ob sich die tschechische Notenbank dazu hinreißen lässt, bevor die EZB die Zinswende einleiten wird, ist ungewiss.

 

18.07.2018: US Notenbanker warnt vor Rezession

Die Umkehrung der Zinsstrukturkurve in den USA könnte der Vorbote für eine Rezession sein. Der Abstand zwischen den Renditen der 10-Jährigen und 2-jährigen Staatsanleihen fiel auf ein Elf-Jahrestief. Dadurch hat sich ein US Notenbanker für verzögerte Zinsanhebungen, entsprechend der Konjunkturentwicklung, ausgesprochen. Die US Industrie zeigt eine positive Tendenz und konnte den EUR/USD Kurs von über 1,1700 auf 1,1635 bringen. Aussichten: Voraussichtliche Bodenbildung um 1,1600. Leicht positive EUR/USD Tendenz.

 

17.07.2018: EUR/USD wenig Auswirkung vom Treffen Trump - Putin

Der EUR/USD konnte sich gestern leicht festigen und über 1,1700 halten. Das mit Spannung erwartete Treffen der Präsidenten Trump und Putin verlief hinter verschlossenen Türen und dürfte eine leichte Annäherung gebracht haben. Präsident Trump hatte im Vorfeld einen verbalen Rundumschlag gegen sein Justizministerium wegen der Wahlkampfaffäre geführt. Heute liegt der Focus auf den Daten aus der US-Industrie. Charttechnisch hat der EUR/USD leichtes Aufwärtspotential Richtung des nächsten Widerstandes bei 1,1760.

 

10.07.2018: China - Handelsstreit belastet Wachstum

Die aktuellen Wachstumsprognosen für China liegen für die nächsten beiden Jahre bei je 6,2% bis 6,4%. Die jüngsten Drohungen durch die USA gehen sogar soweit, dass nahezu sämtliche chinesische Exporte in die USA mit Strafzöllen belegt werden. Ziel der USA ist, dass Handelsdefizit zwischen USA und China deutlich zu reduzieren. Mit Druck versucht man China Zugeständnisse abzuringen. Die Verschärfung des Handelskonflikts zwischen China und den USA wird das Wachstum verlangsamen. So lassen bereits Anlageinvestitionen und Einzelhandelsumsätze nach. Der Renminbi verlor in den letzten Wochen deutlich an Wert. Notierte EUR/CNY Anfang Juni noch um 7,5000, werden aktuell gerade Werte um 7,80 in Angriff genommen. Ein Vorteil bleibt, die derzeitige Schwäche des Renminbi unterstützt den Export der Chinesen.

 

06.07.2018: Wachstum in Russland trotz Öpreisanstieg flau

Die Unsicherheiten rund um die Sanktionen gegen Russland haben sich wieder beruhigt. Die im Zuge der Sanktionsankündigungen auf 1,3% reduzierte Wachstumsprognose bleibt jedoch aufrecht. Da passt auch der starke Rückgang des Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes im Mai auf unter 50 Punkte gut ins Bild. Weiters drücken natürlich auch die Auswirkungen des schwelenden globalen Handelskrieges auf die Stimmung. Einzig der gestiegene Ölpreis bildet ein Gegengewicht. Russland wird aus dem Grund seine Fördermengen um 200 Tsd. Barrels pro Tag erhöhen und damit die Belastungen früherer Sanktionen zu rund zwei Drittel wieder ausgleichen. Daher wird das reale BIP von der wieder gestiegenen Ölproduktion profitieren, aber eben nicht 1 zu 1. Die aktuelle Inflation in Russland liegt derzeit bei 2,4% und damit unter dem Zentralbankziel von 4,0%. Die Phase der hohen Zinsen seit 2015 ist vorbei; heuer könnten noch zwei Senkungen ins Haus stehen.

27.06.2018: Handelsstreit schlägt sich an Aktienmärkten nieder

Die Wirtschaftstheorie besagt, dass unter Handelsbeschränkungen alle Beteiligten leiden. Dies können wir aktuell an der Entwicklung der Aktienindizes beobachten. Die Leitindizes fallen sowohl in den USA als auch in Europa und in China. China mit seinem großen Handelsüberschuss verliert offensichtlich mehr als die USA – der Shanghai Composite Index liegt bereits 20% unter dem Hoch von Jänner. Durch eine Lockerung der Geldpolitik versucht die Zentralbank die negativen Auswirkungen des Handelsstreites auf die Realwirtschaft abzumildern.

 

26.06.2018: USA - Kommt die Isolation?

Der amerikanischen Wirtschaft geht es relativ gut. Einen kleinen Beweis dafür haben die Neubauverkäufe in den US gestern geliefert. Diese lagen mit 689.000 weit über dem Vormonat und weit über den Erwartungen. In der Regel nützt die Politik diesen Rückenwind um einfach gut auszusehen und zu sagen: „Wir haben es geschafft“ (auch wenn die Gründe dafür woanders liegen). Nicht aber Mr. Trump, denn dieser agiert noch immer wie in der Vorzeit. Selbst er sollte wissen, dass die USA von der globalen Wirtschaft stark profitiert. Nicht als Stahlproduzent, aber in der Finanzindustrie und die Technologiebrache, nimmt die USA fast eine marktbeherrschende Stellung ein. Und der Markt ist hier die ganze Welt. Sollte Herr Trump weiter so mit Handels- und Investitionsbarrieren um sich werfen, wird er noch als Präsident in die Geschichte eingehen, der die USA aus der Weltwirtschaft heraus geführt hat. Für den US-Dollar kann dies nur schlecht sein.

 

14.06.2018: US-Leitzinsen erreichen neutrales Terrain

Die US-Notenbank hat gestern wie erwartet die Leitzinsen auf die Spanne von 1,75% - 2,00% angehoben. Es ist die zweite Anhebung in diesem Jahr. Die Anhebung ist durch die stabile Wirtschaftslage in den USA gut fundiert. Der Arbeitsmarkt läuft auf Hochtouren und auch die Inflation hat im Frühjahr das Fed-Ziel von 2% erreicht. Die US-Notenbank rechnet durch die radikale Steuerreform von US-Präsident Trump mit steigenden Staatsausgaben und mit einem anhaltenden Wirtschaftsaufschwung. In weiterer Folge könnten auch verhängte Importzölle die Inflation stärker befeuern. In ihrem Ausblick signalisierte die Notenbank deshalb zwei weitere Zinsanhebungen für das Jahr 2018 und ein Überschießen der Inflation. EUR/USD reagierte kaum, da eine vierte Zinsanhebung wohl von den meisten Marktteilnehmern erwartet worden war. Aussichten: EUR/USD seitwärts zwischen 1,1720 – 1,1860. Widerstand: 1,1960.

 

12.06.2018: Britisches Pfund belastet / Gipfeltreffen - Trump und Kim in Singapur

Die britische Wirtschaft zeigt weiterhin Schwächen. Gestern enttäuschten die Zahlen zur Industrieproduktion, die im April um 0,8% gegenüber März nachgegeben hatten. Die wirtschaftliche Dynamik ist schwach. Bevor die Bank of England (englische Zentralbank) die Leitzinsen anheben kann, müssen sich die Zahlen deutlich verbessern. Doch die Vorzeichen stehen nicht gut. Denn laut einer angesehen Wirtschaftsberatungsfirma hat Paris London erstmals als bevorzugte Destination für Direktinvestitionen abgelöst. Aber auch die Querelen über den Status der Nordirland-Irland Grenze in den Brexit-Verhandlungen belasten das Pfund. Das britische Pfund gab nach den schwachen Zahlen zur Industrieproduktion nach und EUR/GBP legte auf 0,8830 zu. Aussichten: Weitere Anläufe auf den Widerstand 0,8840 sind zu erwarten. Unterstützung 0,8750.

 

Das historische Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un verläuft laut beiden Seiten sehr erfolgreich. Abschließen soll das Treffen ein gemeinsames Dokument, das auch eine Vereinbarung über einen beginnenden Denuklearisierungprozess enthalten soll. EUR/USD reagierte darauf nicht. Viel spannender ist für den US-Dollar die heute beginnende Sitzung der US-Notenbank Fed. Man erwartet für morgen Abend eine weitere Zinsanhebung um 0,25% und Hinweise auf den weiteren Zinspfad. Aussichten: EUR/USD seitwärts zwischen 1,1650 – 1,1850.

 

11.06.2018: Eine spannende Woche steht bevor

Das „Nein“ zur Vollgeldinitiative in der Schweiz und der gescheiterte G7-Gipfel in Kanada ließen EUR/CHF und EUR/USD heute Morgen leicht ansteigen. Nach dem Treffen hatte nämlich US-Präsident Trump die Zustimmung zur Abschlusserklärung zurückgezogen und den kanadischen Premier Trudeau beleidigt. Damit stehen die G7- Treffen am Scheideweg. Heute ist das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Singapur angesetzt. Es ist zu hoffen, dass es positiver verläuft. Die Highlights der Woche sind die Zinssitzungen der US-Notenbank Fed am Mittwoch und die EZB-Sitzung am Donnerstag. Aussichten heute EUR/USD seitwärts zwischen 1,1720 -1,1900.

 

07.06.2018: Zinserhöhung in den USA immer wahrscheinlicher

Die zuletzt publizierten Konjunkturdaten aus den USA bestätigen die anhaltend positive Entwicklung. Der Arbeitsmarktbericht letzte Woche lag über den Erwartungen und auch am Dienstag veröffentlichte Stimmungsumfragen aus dem Dienstleistungssektor konnten einen Anstieg verzeichnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nächste Woche Mittwoch zu einer Zinsanhebung Seitens FED kommt, liegt mittlerweile bei über 90 Prozent. Aber auch die Wahrscheinlichkeit für vier Zinserhöhungen in diesem Jahr ist wieder gestiegen und liegt aktuell bei knapp 40 Prozent. Auf längere Frist betrachtet, steht also einer weiteren Aufwertung des US-Dollars nichts im Wege. Trading Range für heute: 1,1650 - 1,1850

 

25.05.2018: Dollarstärke macht sich breit!? 

Neben zuletzt aufkeimenden politischen Unsicherheitsfaktoren in Europa und nachgebenden Stimmungsindizes in der Eurozone ist es vor allem die aufgehende Zinsschere zwischen dem US-Dollar und dem Euro, welche für fallende Notierungen in EUR/USD sorgt. Besser als in der Eurozone zeigt sich nach wie vor die Stimmungslage im Hinblick auf Investitionsbereitschaft in den USA. Eine tatsächliche Umsetzung protektionistischer Vorhaben des US-Präsidenten könnte zudem die Inflationsentwicklung stützen. Die Fed-Währungshüter könnten einen zusätzlichen Zinsschritt noch im heurigen Jahr ins Spiel bringen. Mit Spannung blicken die Marktteilnehmer deshalb auf die weiteren Entwicklungen in den Handelskonflikten der USA. Nach kurzer Verschnaufpause notiert der EUR/USD bereits wieder unter dem Dezember-Tief bei 1,1717. Weitere Dollarstärke könnte das Währungspaar bis 1,1550 führen. Korrekturen bis 1,2000 können nicht ausgeschlossen werden. Die Volatilität könnte generell zunehmen.

 

09.05.2018: Gefährliches Spiel mit dem Feuer!

Gestern hat US-Präsident Trump verkündet, was in der EU schon seit längerem befürchtet wurde, dass die USA das 2015 mit dem Iran vereinbarte Atomabkommen einseitig aufkündigen. Gleichzeitig stellte er massive Sanktionen gegen den Iran in Aussicht. Alle vorherigen Überzeugungsversuche europäischer Politiker haben nichts ausrichten können. Sollte sich der Iran seinerseits auch nicht mehr an das Abkommen gebunden fühlen, könnte das Land die Urananreicherung hochfahren. Dies wiederum könnten die USA, aber auch Israel und Saudi Arabien als Provokation auffassen und damit einen eventuellen Militärschlag rechtfertigen. Die Sorgen in Europa, Russland aber auch China, die allesamt an die Vernunft der handelnden Personen appellieren, wachsen. Relativ unbeeindruckt davon verhält sich derzeit das Währungspaar EUR/USD, das derzeit etwas über der Chartmarke 1,1840 notiert.

 

08.05.2018: China mit Leistungsbilanzdefizit

Die Volksrepublik China hat - völlig überraschend - ein kräftiges Leistungsbilanzdefizit bekannt geben müssen. Insgesamt beträgt der Fehlbetrag im 1. Quartal 2018 28,2 Milliarden USD! Wir reden hier vom erst zweiten Defizit Chinas seit Beginn der Aufzeichnungen. Im 1. Quartal 2001 gab es ein Minus von 1 Mrd. USD. Sollten die Überschüsse Chinas weiter stark abnehmen, würde dies auf Sicht einen schwächeren Renmimbi implizieren. Derzeit allerdings sieht es nicht danach aus, da EUR/CNY seit Mitte April sogar von 7,7900 auf 7,5800 aufgewertet hat.

 

03.05.2018: Großbritannien - Brexit bremst die Wirtschaft

Der nahende Brexit hat in der britischen Wirtschaft schon jetzt seine Spuren hinterlassen. Vor allem die Dynamik der Bauwirtschaft und der private Konsum haben deutlich nachgelassen. In Summe führt dies zu einer Stagnation der Wirtschaft, denn das Wachstum lag im ersten Quartal bei mageren 0,1%. Die Jahresrate der Wirtschaftsleistung, die 2017 bei 1,4% lag und heuer auf 2,0% steigen sollte, wird für 2018 nur mehr bei 1,2% erwartet. Sollte es London schaffen mit der EU die Zollunion beizubehalten, dann könnte sich die Situation noch einmal umdrehen. Bleibt nur ein Freihandelsabkommen, dann dürfte die Wirtschaft in den nächsten Jahren kaum (1,0%) wachsen. Das GBP hat sich in den letzten Tagen von der USD Bewegung gelöst und ist von 0,8680 auf 0,8825 gestiegen. Solange der Widerstand bei 0,8880 hält, ist charttechnisch noch eine Korrektur Richtung 0,86 möglich.

 

02.05.2018: US-Strafzölle - weitere Frist

In letzter Minute hat US Präsident Trump die Zölle auf Stahl und Aluminium um ein Monat aufgeschoben. Am ersten Juni soll dann endgültig Schluss sein. Die EU hat gedroht im Gegenzug US Produkte wie Erdnüsse, Motorräder, Whisky und Jeans ebenfalls mit erhöhten Zöllen zu belegen. Es bleibt jetzt nur noch ein Monat Zeit um in intensiven Verhandlungen zu einer Lösung zu kommen, die neben Industrie- auch Agrarprodukte einschließen soll. Von europäischer Seite dürfte verlangt werden, dass die USA Ausschreibungen öffentlicher Aufträge für europäische Anbieter öffnen. Wie reagierte der EUR/USD Kurs? Dieser hat gestern seine Talfahrt fortgesetzt und dabei die 200- Tageslinie (1,2010), sowie die psychologische Marke 1,2000 gebrochen. Der Tiefstwert lag bei 1,1985. Wenn sich der EUR/USD Kurs weiter unter der 1,20er Marke halten kann, dann geht die Bewegung Richtung 1,18 weiter.

 

27.04.2018: EZB-Ausblick unverändert

Die Europäische Zentralbank hat weder die Parameter der Geldpolitik noch ihren Ausblick geändert. Präsident Mario Draghi ist besorgt über die Konjunktur im Euroraum, hinsichtlich der Inflationsentwicklung bleibt er jedoch zuversichtlich. Die Leitzinsen sollen weit über das Ende des Anleihekaufprogramms auf dem aktuellen tiefen Niveau bleiben. Die (Netto-) Anleihekäufe sollen mit 30 Mrd. EUR monatlich bis September fortgesetzt werden. Wir erwarten, dass die EZB Anfang Sommer Informationen über die weitere Entwicklung geben wird.

 

23.04.2018: Euro Zinsen - Die Angst vor dem steigenden Ölpreis treibt die Zinsen nach oben!

Die langfristigen Zinsen in der Eurozone sind in der vergangenen Woche im Durchschnitt um 0,10 Prozent angestiegen. Auslöser war vor allem der Ölpreis, der auf über 74 US-Dollar pro Barrel (Sorte Brent) gestiegen ist. Ein weiterer Faktor waren die nach oben korrigierten Wachstumsprognosen für Deutschland. Diese wurden für 2018 und 2019 um 0,20 Prozent erhöht. Dies alles könnte den Weg für einen weiteren Zinsanstieg frei machen. Ein Anstieg von zusätzlichen 0,15 Prozent ist unserer Meinung nach mittelfristig möglich.

 

20.04.2018: Ölpreis erreicht 75 USD

Erstmals seit November 2014 erreichte gestern der Ölpreis der Nordseesorte Brent 75 US-Dollar pro Fass. Für den Preisanstieg gibt es mehrere Gründe. Gerüchten zufolge dürfte die OPEC die bestehenden Förderkürzungen über das Ende 2018 hinaus verlängern. Der verlaufende Konflikt im Nahen Osten könnte zu Sanktionen der USA gegen iranische Ölexporte führen und das Angebot an Öl weiter verknappen. Auf der Nachfrageseite sorgt das starke Weltwirtschaftswachstum (laut Prognose des Internationalen Währungsfonds +3,9 % im Jahr 2018) für höhere Ölpreise. Außerdem sind die Lagerbestände in den USA in letzter Zeit auf ein normales Niveau zurückgegangen, was ein Ende des mehrjährigen Überangebots signalisiert. Angesichts der oben genannten Entwicklungen dürfte der Ölpreis kurzfristig noch etwas zulegen.

 

16.04.2018: GBP im Höhenflug

Nachdem sich der Kurs EUR/GBP sieben Monate lang in einer Bandbreite von 0,8650-0,9050 bewegt hatte, ist er am Freitag nach unten ausgebrochen. Gegenüber dem US-Dollar ist das Pfund sogar wieder so stark wie vor dem Brexit-Referendum vom Juni 2016. Während die Europäische Zentralbank in ihrem letzten Sitzungsprotokoll vorsichtig bleibt, wird eine Leitzinserhöhung jenseits des Ärmelkanals im Mai vermehrt erwartet. Trotz des Austritts aus der EU im März 2019 bleibt Großbritannien bis Ende 2020 im Binnenmarkt und laut EU-Chefunterhändler Michel Barnier könnte es auch länger bleiben. Dies hört sich alles GBP-positiv an. Aber ein untrennbarer Bestandteil des EU-Binnenmarktes ist freier Personenverkehr, der für die britische Regierung kaum akzeptabel sein wird. Auch deswegen bleiben wir vorsichtig und halten die aktuelle GBP-Stärke für übertrieben.

 

12.04.2018: USA - Protokoll der US-Notenbanksitzung

Gestern wurde das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung vom März veröffentlicht. Die US-Notenbank Fed sieht darin die US-Wirtschaft auf einem guten Weg der Erholung und wird den langsamen Zinserhöhungspfad weiter fortsetzen. Im März war der Leitzzinssatz auf 1,50% - 1,75% angehoben worden. Mit Verweis auf den Handelskonflikt mit China werde man aber auch die weltweiten Entwicklungen berücksichtigen. Solange die Risiken für die Konjunktur nicht zu groß werden, wird mit zumindest zwei weiteren Zinsschritten um 0,25% gerechnet. Auf dem Arbeitsmarkt herrscht fast Vollbeschäftigung, aber auch bei der Inflation hofft die Fed auf eine Bewegung in Richtung 2%. Gestern Nachmittag enttäuschten die Produzentenpreise mit -0,1% gegenüber Vormonat. Man darf gespannt sein, wie sich die US-Verbrauchpreise am Monatsende präsentieren.

 

11.04.2018: China macht Schritt auf USA zu

Chinas Präsident Xi Jinping kündigte gestern auf dem chinesischen Boao-Wirtschaftsforum neue Schritte zur Öffnung der chinesischen Volkswirtschaft an. Damit setzt China in einem offensiven Schritt auf Entspannung in den beginnenden Handelskrieg zwischen den USA und China. Xi Jinping kündigte unter anderem die Senkung von Importzöllen auf Autos an, mehr Schutz für geistiges Eigentum von ausländischen Unternehmen und erleichterten Investitionszugang in der Auto- und Finanzbranche. Der asiatische Aktienhandel reagierte (vor allem Autobauer) positiv auf diese Ankündigungen. Auf die Reaktion von US-Präsident Trump darf man gespannt sein. EUR/CNY reagierte kaum und hält sich weiterhin über den Unterstützungen 7,68 und 7,71. EUR/USD zeigt keine Reaktion. Aussichten: EUR/USD seitwärts zwischen 1,2260 – 1,2430

 

09.04.2018: US-Arbeitsmarkt schwächelt im März

Auf dem US-Arbeitsmarkt wurden im März nur 103.000 neue Stellen geschaffen, was deutlich schwächer war als erwartet. Ökonomen führen die enttäuschende Zahl auf den frostigen März zurück. EUR/USD reagierte mit einem kleinen Kurssprung von 1,2220 auf 1,2280. Die Arbeitslosenquote verharrte auch im März auf 4,1%, dem niedrigsten Wert seit 17 Jahren. Die Stundenlöhne stiegen im Vormonat um 0,3%, wodurch die Jahresrate auf 2,7% stieg. Steigende Stundenlöhne üben Druck auf die Inflation aus und könnten mittelfristig zu stärkeren Zinsanhebungen der US-Notenbank führen. US-Fed Präsident Powell bekräftigte hingegen in seiner Rede auf dem Chicagoer Wirtschaftsclub, dass der „graduelle Zinsanhebungspfad“ der US-Notenbank im Einklang mit der Entwicklung der US-Wirtschaft stehe. Ausblick: Aufgrund eines leeren Datenkalenders erwarten wir heute bei EUR/USD wenig Bewegung. Bandbreite: 1,2220 – 1,2340.

 

04.04.2018: EUR/USD kommt nicht vom Fleck

Auch der gestrige Handelstag brachte kaum Veränderung beim EUR/USD Kurs. Im Tagesverlauf konnte ein Rückgang von Kursen knapp über 1,23 auf Werte um 1,2250 beobachtet werden. Aktuell notiert der Greenback bei 1,2275. Heute steht die Schnellschätzung der Inflationsraten für die Währungsunion an. Zwar deuten Indikatoren auf einen Anstieg der Kernrate hin, dennoch sollten die Zahlen Zinserhöhungsphantasien seitens der EZB keine Nahrung bieten. Am Nachmittag rückt der ADP-Beschäftigungsreport in Amerika in den Fokus und auch der ISM-Index des Nicht-Verarbeitenden Gewerbes sind von Interesse. Spannend bleibt, warum die positiven Wirtschaftsdaten und der steigende Zinsvorteil dem US-Dollar nicht mehr Auftrieb geben. Das Währungspaar Euro/US-Dollar scheint in der breiten Bandbreite 1,2150 bis 1,2550 gefangen. Daran werden auch die heutigen Daten nichts ändern.

 

03.04.2018: Leitzins in Tschechien unverändert

Wie erwartet, verlief die Notenbanksitzung in Tschechien letzte Woche Donnerstag unspektakulär. Der Leitzins wurde unverändert bei 0,75% beibehalten. Der Markt geht aber weiterhin davon aus, dass im heurigen Jahr noch eine zusätzliche Zinserhöhung auf der Agenda stehen wird. Dies wurde auch von Notenbankgouverneur Jiri Rusnok bereits im Februar signalisiert. Ein Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes untermauert diese Prognose. Das Wachstum stieg zuletzt auf 5,20% an und die Arbeitslosenrate liegt unter 4,0%. Lediglich die Inflation sollte etwas genauer im Auge behalten werden. Im Februar lag diese unter den Markteinschätzungen und fiel zusätzlich unter das Ziel der Notenbanker von 2,0%. Die aktuellen Prognosen sehen aber für den Rest des heurigen Jahres wieder Werte über 2,0% und zu Beginn 2019 eine Annäherung an diese Marke. Die Tschechische Krone konnte nach der Sitzung wieder zulegen. EUR/CZK fiel auf Werte unter 25,40.

 

Diese Unterlagen dienen lediglich der aktuellen Information und basieren auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Erstellungszeitpunkt. Diese Unterlagen sind weder Angebot noch Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der hier erwähnten Veranlagungen bzw. (Bank-)Produkte. Sämtliche in diesem Dokument enthaltenen Aussagen sind nicht als generelle Empfehlung zu werten. Obwohl wir die von uns beanspruchten Quellen als verlässlich einschätzen, übernehmen wir für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hier wiedergegebenen Informationen keine Haftung. Insbesondere behalten wir uns einen Irrtum in Bezug auf Zahlenangaben ausdrücklich vor. Die Angaben gemäß § 25 Mediengesetz finden Sie unter diesem Link.