Treasury & Handel Kurzkommentare

24.06.2020 - Ungarische Zentralbank senkt überraschend Leitzins

Die Ungarische Nationalbank (MNB) senkte bei der gestrigen Sitzung des geldpolitischen Ausschusses überraschend den Leitzinssatz von 0,90% auf 0,75%. Dabei handelt es sich um die erste Anpassung der "Base Rate" seit 4 Jahren. Dieser Zinssatz hatte mittlerweile an Bedeutung verloren, die BUBOR-Sätze waren in den letzten Jahren schon deutlich tiefer. Als in der Corona-Krise andere Zentralbanken ihre Leitzinsen senkten, musste die MNB im April mit komplexen Instrumenten die Geldpolitik straffen (also das Zinsniveau ohne Änderung der Leitzinsen steigern), um eine weitere Abwertung des Forints zu verhindern. Dank diesen Maßnahmen konnte der HUF an Boden gewinnen und EUR/HUF von 370 (Rekordniveau vom 1. April) bis Anfang Juni um 7,00% fallen. Dadurch hat die Zentralbank etwas Spielraum gewonnen und durch die gestrige Leitzinssenkung signalisiert sie, dass sie nun auf den Wirtschaftseinbruch reagieren wird. Sie kündigte auch eine entsprechende Senkung des wichtigeren einwöchigen Einlagensatzes an. EUR/HUF überstieg sofort nach der Zinsentscheidung erstmals seit Ende Mai den Widerstand bei 350,00.

 

12.05.2020 - Viele Unsicherheitsfaktoren an den Märkten

Zwar konnten sich viele internationale Aktienmärkte nach den Corona bedingten Einbrüchen wieder erholen und auch an den Devisenmärkten ist Entspannung erkennbar, dennoch bleibt Vorsicht geboten. Der US-Dollar scheint in den vergangenen Tagen als "sicherer" Anlagehafen gehandelt zu werden. Obwohl es Spekulationen über mögliche Negativzinsen auch in Amerika gibt und obwohl es in der Beziehung zwischen den USA und China wieder zu kriseln beginnt. Zudem kann das Corona-Virus einer möglichen Stabilisierung und Normalisierung in den Volkswirtschaften nochmal einen Strich durch die Rechnung machen. Die Handelsbandbreite an den Märkten wird daher weiter hoch bleiben. Wenn es im Moment so aussieht, dass der Dollar die Nase vorn hat und Kurse unter 1,0800 in
greifbare Nähe rücken, ist ein stärkerer Euro mit Kursen um 1,1000 nicht auszuschließen.

 

10.04.2020 - EU: Corona Nothilfe fixiert

Hiobsbotschaften kommen aus den USA in Form von 6,6 Mio. neuer Arbeitslosen innerhalb einer Woche. Die US Verbraucherstimmung ist von 89 auf 71 Zähler eingebrochen. Deshalb will die US Notenbank 2.300 Mrd. USD zur Verfügung stellen, um den Unternehmen und Bundesstaaten zu helfen. Nach langen  Verhandlungen haben sich die EU Finanzminister auf ein Kreditpaket in Höhe von 540 Mrd. EUR geeinigt. Die Hauptlast liegt beim Rettungsfonds ESM, der bis zu 240 Mrd. EUR schultert. Der EUR/USD ist daraufhin bis 1,0950 gestiegen. Wegen dem weitgehend handelsfreien Karfreitag blieb eine stärkere Bewegung noch aus. Nächste Woche könnte der EUR/USD wieder die 1,10er Marke testen.

 

01.04.2020 - Riesiger Anteil der US Medikamente stammen aus chinesischer Produktion

In Verbindung mit dem nach wie vor nicht ausgestandenen Handelsstreit zwischen USA und China könnte sich ein interessantes Szenario entwickeln. Laut Aussagen eines ranghohen Handelsbeauftragten fehlen den USA notwendige medizinische Produkte zur Bekämpfung der Coronakrise. "Die diesbezügliche Abhängigkeit von ausländischen Partnern mache die USA strategisch verwundbar". In die gleiche Kerbe schlug der Handelsberater des Weißen Hauses, Navarro, der vor einigen Tagen meinte, dass 97% aller Antibiotika aus China stammten. Äußerungen dieser Art könnten auf eine "neue Qualität" im Handelsstreit hindeuten. Der EUR hat es vorgestern nicht geschafft, die Marke von 1,1160 zum Dollar zu knacken. Da die USA jedoch vom Virus besonders hart getroffen werden und die in dieser Woche anstehenden US-Stimmungs- und Arbeitsmarktdaten eher schwach erwartet werden, scheint ein neuerlicher Test nicht ausgeschlossen.

 

24.03.2020 - Schweizer Franken unter Druck

Vor allem in Krisenzeiten gilt der Schweizer Franken als sicherer Hafen. So auch in Zeiten der Covid-19-Ausbreitung. Eine kontinuierliche Aufwertung macht sich seit Ende des letzten Jahres bemerkbar. Der EUR/CHF Kurs sankt von rund 1,10 auf zuletzt etwa 1,05 ab. Auf der regulären Sitzung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) letzte Woche wurde beschlossen, den Leitzins bei - 0,75% zu belassen. Doch auch die Schweiz muss Maßnahmen ergreifen, um die Wirtschaft und das Finanzsystem zu stabilisieren. Zum einen gibt es eine Ausweitung des Freibetrags der Mindestreserve, um Banken aufgrund der Negativzinsthematik zu entlasten. Zum anderen ergreift die SNB Maßnahmen für die Liquiditätssicherung. Insbesondere die USDollar Liquidität wird durch ein erweitertes Swap-Abkommen mit der US-Notenbank Fed gewährleistet.  Um der Aufwertung des CHF entgegenzuwirken, interveniert die SNB vermehrt am Devisenmarkt wie der Anstieg der Sichtgeldeinlangen bei den Geschäftsbanken zeigt. EUR/CHF 1,0500 – 1,0620.

 

20.03.2020 - EZB: Koste es, was es wolle...

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschloss in einer Sondersitzung gestern Nacht ein Sonderkaufprogramm von Staatsanleihen zum Schutz der Euro-Zone aufzulegen. Das Programm soll die wirtschaftlichen Risiken aus der Corona-Krise abfedern und den Euro-Staaten Handlungsspielraum in der akuten humanitären Krise, aber auch in den wirtschaftlichen Folgewirkungen ermöglichen. Das „Pandemic Emergency Purchasing Programme“ (PEPP) erlaubt es der EZB, Anleihen der Mitgliedsstaaten in einem Volumen von 750 Mrd. Euro bis Ende 2020 zu erwerben. Das Programm soll mit Ende der COVID-19 Krise enden. Ziel ist es, die Refinanzierungskosten der Euro-Staaten zu drücken, um den stark verschuldeten Staaten wie z. B. Italien unter die Arme zu greifen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte: „Es gibt keine Grenzen für unseren Einsatz für den Euro" (Quelle: Reuters), was einem zweiten „Whatever it takes…“ (koste es, was es wolle) ihres Vorgängers Mario Draghi in der ersten Staatsschuldenkrise gleichkommt.

 

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