Treasury & Handel Kurzkommentare

05.11.2019 - EUR/CZK: Kommt die Trendwende?

Die Inflationsrate Tschechiens lag mit den letzten Werten von 2,7% konstant am oberen Rand des Zielbandes der Notenbank. Als Hauptpreistreiber tritt der private Konsum dabei in Erscheinung. Trotz der konjunkturellen Unsicherheitsfaktoren kann sich die Wirtschaft gut behaupten. Lediglich die Investitionsbereitschaft ist eingetrübt. Die Aussichten könnten sich jedoch verbessern, da die stark gestiegenen Löhne die Bereitschaft zu Automatisierung begünstigen könnten. Eine Erhöhung der Leitzinsen, wofür zwei von sieben Entscheidungsträger der Notenbank zuletzt gestimmt hatten, erscheint dennoch etwas überzogen. Immerhin dürfte der Leitzins konstant bei 2,0% gehalten werden, was vor dem Hintergrund globaler Zinssenkungstendenzen ein Argument für eine anhaltende moderate Aufwertung der tschechischen Krone darstellt. Seit drei Wochen fiel der EUR zur CZK von 25,88 bis auf 25,47 und tendiert seit ein paar Tagen seitwärts. Der erste Widerstand für eine Trendwende liegt bei 25,57.

 

19.09.2019 - Fed senkt Leitzinssatz

Erwartungsgemäß senkte die US-Zentralbank Federal Reserve gestern den Leitzinssatz um 25 Basispunkte auf 1,75 - 2,00 %. Als Grund für den präventiven Zinsschritt nannte Fed-Chef Jerome Powell die globale Wachstumsschwäche und die Unsicherheit der Handelspolitik, welche die Wirtschaft belastet haben und weiterhin ein Risiko darstellen. Er gab keine klaren Hinweise auf weitere Zinssenkungen. Zwei Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) haben sogar für keine Senkung gestimmt. Der US-Dollar hat nach der Bekanntgabe der Zinsentscheidung aufgewertet. Laut US-Präsident Donald Trump haben Powell und die Fed "erneut versagt". Powell bekräftigte bei der Pressekonferenz die Unabhängigkeit der Geldpolitik von gewählten Politikern. Bezüglich der weiteren Zinsentwicklung herrscht Uneinigkeit. Wir erwarten eine nächste Leitzinssenkung in den USA erst im 1. Halbjahr 2020.

 

21.08.2019 - EUR/CHF Interventionen?

Wie immer in unsicheren Zeiten ist auch aktuell der Schweizer Franken wieder stark nachgefragt. Die Regierungskrise Italiens und das Dauerthema Brexit sowie der Konflikt USA gegen Iran und der Handelsstreit USA gegen China lassen Investoren in den CHF flüchten. Mitte Juli wurde der Chartpunkt 1,1000 beim EUR/CHF Kurs ohne Gegenwehr der SNB (Schweizer Notenbank) unterschritten. Seit zwei Wochen wird der Kurs EUR/CHF 1,0840 immer wieder vom Markt getestet. Dieser Bereich dürfte die Schmerzgrenze der SNB darstellen; Markteingriffe auf diesem Niveau sind wahrscheinlich. Die letzte veröffentlichte SNB Bilanz von Juni 2019 zeigt Fremdwährungsbestände im Gegenwert von 840 Mrd. CHF. Interveniert die SNB, dann wird dies in den nächsten Bilanzen ersichtlich werden. Die hohen Negativzinsen von minus 1 % schrecken die CHF-Käufer nicht ab. Der CHF dürfte in diesem Umfeld weiter fest bleiben.

 

13.08.2019 - Gefährdet Trump das Wachstum der Weltwirtschaft?

Ein altes Sprichwort sagt: „Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte.“ Das trifft leider nicht auf den Handelsstreit zwischen den zwei weltgrößten Wirtschaftsmächten USA und China zu. Er sorgt dafür, dass auch die globale Konjunktur abkühlt. Die EU und andere Länder wie Kanada und Mexiko sind indirekt von den Strafzöllen betroffen. Bereits im September sollen erneut weitere Zölle auf chinesische Importe in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar eingeführt werden. Die importierten, mit Zöllen belegten Vorprodukte, werden weiter verarbeitet und verteuern somit die Endprodukte. Laut US-Präsident steht die nächste Verhandlungsrunde der beiden Staaten, Anfang September, auf wackligen Beinen. Donald Trump beschuldigt Peking der Währungsmanipulation und die offiziellen Wirtschaftsdaten zu „fälschen“. Ziel des US-Präsidenten ist, dass China mehr US Produkte importiert und so die Handelsbilanz ausgleicht. EUR/USD zeigte gestern wenig Bewegung und handelt in einer engen Spanne. Aussichten für heute EUR/USD 1,1150-1,1250.

 

08.08.2019 - Ölpreis fällt wegen Konjunktursorgen

Nicht nur Aktien- und Währungskurse fallen im Zuge des eskalierenden Handelskonflikts zwischen den USA und China: Die Ölpreise erreichten gestern das tiefste Niveau der letzten 7 Monate. Die Sorte Brent kostet nach einem Verfall um 13 % seit Anfang August unter 55 USD pro Barrel. Die Marktteilnehmer erwarten eine sinkende Nachfrage nach Energie-Rohstoffen wegen eingetrübter Aussichten für die Weltwirtschaft. Die Situation auf der Angebotsseite spricht jedoch eher für höhere Ölpreise. Die Energieminister der USA und Saudi-Arabiens haben am Dienstag aufgrund der Spannungen zwischen Iran und anderen Staaten ihre Sorgen um den freien Schiffsverkehr im Persischen Golf geäußert. Die OPEC und andere Länder haben sich im Juli auf eine weitere Beschränkung des Erdöl-Angebots geeinigt. Wenn sich die negativen Prognosen hinsichtlich der Nachfrage als übertrieben erweisen, können sich die Ölpreise schnell erholen.

 

19.07.2019 - Starkes Lebenszeichen des Loonies!

Stark aufgewertet hat der Kanadische Dollar seit Mitte Juni. Sowohl zum Euro als auch zum US-Dollar legte er jeweils um rund 3,00% zu. Die Bank of Canada (BoC) verhält sich absolut neutral. Natürlich ist auch sie sich bewusst um das Risiko bzw. die Eskalationsgefahr des Handelsstreites zwischen den USA und Kanada. Und klar ist den BoC-Mitgliedern auch, dass Kanada als enger Handelspartner der USA von negativen Auswirkungen unmittelbar betroffen wäre. Gleichzeitig kann die BoC zufrieden auf die Inflationsentwicklung blicken. Diese liegt mit rund 2,00% wunderbar in deren Zielband, was die Zahlenveröffentlichungen vom Mittwoch bestätigten. Auch der Ölpreis hat zuletzt wieder etwas angezogen. Alles also keine Veranlassung für die BoC, ihre vorsichtig neutrale Linie zu verlassen. Da sowohl die Fed, als auch die EZB vermutlich noch im Juli Zinssenkungen vornehmen werden, spricht alles für weitere CAD-Stärke. Wobei die Marke von 1,46 für EUR/CAD eine schwer zu überwindende Hürde darstellen dürfte.

 

02.07.2019: EUR/USD von EU-Entscheid gesprägt?

Die Fantasien über die US-Leitzinssenkungen schienen sich nach der Einigung auf eine Fortführung der Handelsgespräche (USA / China) etwas verflüchtigt zu haben. Gemäß dem Bloomberg „WIRP“-Index, welcher über Zinskurven Erwartungen misst, liegt die Wahrscheinlichkeit für eine FED-Zinssenkung Ende Juli 2019 trotzdem bei knapp 90 Prozent. Quer über den Globus leidet die Industrie unter dem politischen Kurs Trumps, denn vor dem Hintergrund anhaltender Handelsstreitigkeiten zeigt sich das weltweite Investitionsklima vergiftet. Aber auch der starke fiskalpolitische Rückenwind für die US-Konjunktur flaut nach und nach ab, weshalb Trump der FED (US-Notenbank) den Ball immer schärfer zuspielt. Die Streitigkeiten über die Führung der Europäischen Union scheinen derzeit dennoch alles andere zu überlagern. Dann ist da auch noch der ausstehende Brexit. Der Euro ist zum US-Dollar – trotz aller geldpolitischen Vorzeichen – in seinen Aufholversuchen bislang gescheitert.

 

18.06.2019: Zinssenkungsspekulationen in Euro-Zone und Amerika

Wegen der zahlreichen Krisenherde halten sich die Marktteilnehmer mit Investitionen zurück und parken im "Sicheren Hafen". Die Renditen von Staatsanleihen liegen auf sehr tiefem Niveau. Auch die Inflationserwartungen sind rückläufig. Die heute zur Veröffentlichung anstehende ZEW-Umfrage in Deutschland sollte sowohl bei der aktuellen Lagebeurteilung als auch bei der Konjunkturerwartung unter negativen Vorzeichen stehen. Spekulationen auf mögliche Zinssenkungen in der Euro-Zone könnte dies neue Nahrung geben, obwohl führende Mitglieder der EZB aktuell keinen Handlungsbedarf sehen. Auch in Amerika stehen die Zeichen auf Leitzinssenkung. Es bleibt abzuwarten, wann die erste Reduzierung kommt. Morgen am Abend wird die Entscheidung bekanntgegeben und vielleicht gibt es dann Hinweise ob noch im Sommer oder doch erst im Herbst Taten gesetzt werden.

 

29.05.2019: Ungarische Zentralbank betreibt weiter ultralockere Geldpolitik

Die Ungarische Nationalbank (MNB) beließ gestern ihre Leitzinsen unverändert. Der Basiszinssatz von 0,90% hat eigentlich wenig Bedeutung, er dient heutzutage praktisch nur als Zinssatz für die Mindestreserven der Banken bei der MNB. Der Einlagen-Zinssatz bleibt bei -0,05% und liegt damit näher den kurzfristigen Marktzinssätzen (der 3-Monats Bubor liegt aktuell bei 0,20%). Die Inflationsrate ist im April auf 3,90% gestiegen und befindet sich knapp unter dem oberen Rand des Zielband von 2,00-4,00%. Durch die stark negativen Realzinsen betreibt die MNB selbst im Vergleich mit der EZB eine ultra-expansive Geldpolitik (sie glaubt nämlich, dass die Inflation im weiteren Jahresverlauf nachlassen wird). Das belastet den Forint. EUR/HUF notiert heute Morgen über 327,00, unweit des 9-Monats Hochs von 327,50 von voriger Woche. Andere europäische Währungen würden bei erhöhter Inflation aufwerten, da damit die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen steigen würde, in Ungarn führt jedoch eine höhere Inflation bei fixen Nominalzinssätzen nur zu größeren Wertverlusten.

 

08.05.2019: EUR-USD; neuerliche Unsicherheiten durch Trumps Eskapaden?

Der weitere Verlauf der Handelsgespräche zwischen USA und China wird möglicherweise auch für die Wechselkurse der nächsten Tage maßgeblich verantwortlich sein. Sämtliche Zentralbanken haben Ihre Prognosen immer wieder unter dem Hinweis auf diese Unsicherheiten entsprechend vorsichtig formuliert. Die in Europa aktuell wieder leicht besseren Wachstumsziffern könnten durch die erneute Eskalation erneut ins Wanken geraten. Entsprechend sind auch die Frühjahresprognosen der Europäischen Kommission wieder in Frage gestellt. Die jüngsten Erholungstendenzen in der Eurozone könnten durch neue Strafzölle und einem damit verbundenen Nachfragerückgang im asiatischen Wirtschaftsraum ganz schnell wieder zunichte gemacht werden. Natürlich wäre auch die US-Wirtschaft in weiterer Folge von den negativen Auswirkungen betroffen. Größere Bewegungen bei EUR/USD blieben bislang aus, obwohl der Abwärtstrend nach wie vor intakt ist.

 

24.04.2019: Rohölpreis erreicht neuen Höchststand

Der Ölpreis hat seit November einen neuen Höchststand erreicht. Die Nordseesorte-Brent stieg auf 74 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Eine Ursache ist die geplante Verschärfung der Iran-Sanktionen durch die USA. US-Präsident Donald Trump will Druck auf den Iran ausüben, um eine Neuverhandlung des von den USA gekündigten Atomabkommens zu erzwingen. Mit Anfang Mai endet eine sechs monatige Ausnahmefrist, für die acht größten Ölimporteure des Iran. Sollten die Länder den Import nicht stoppen, drohen ihnen Sanktionen aus den USA. Die Lage am Ölmarkt ist ohnehin angespannt wegen Lieferausfällen aus den Krisenländern Venezuela und Libyen. Als Iran-Ersatz sollen laut Trump Saudi Arabien (größter Ölexporteur) und die Vereinigte Arabische Emirate einspringen. Ein steigender Rohölpreis könnte die globale Konjunktur weiter schwächen.

 

05.04.2019: Pfund-Gewinne bei geregeltem Brexit möglich

Heute wird Theresa May mit Oppositionschef Jeremy Corbyn weiter verhandeln, um eine Lösung für den Brexit zu finden. Aktuell scheint eine Zollunion möglich. Frage ist, was die EU dazu sagen wird. Eine Einigung auf der britischen Seite reicht nicht. Nach einer Umfrage von Reuters könnte das Pfund um 3,00% aufwerten, wenn das Vereinigte Königreich die EU mit einem Handelsabkommen verlässt. Im Falle eines No-Deal Brexits würde nach der Umfrage der GBP-Kurs um 5,00% fallen. Dieses Szenario ist nach wie vor nicht unrealistisch.

 

28.03.2019: EUR/USD: quo vadis?

Konjunkturdelle oder -eintrübung? Angesichts der jüngsten "Datenfront", wodurch sich die konjunkturelle "Wetterlage" in der Eurozone verschlechtert hat, scheint das die Frage aller Fragen zu sein. Unterhalb seines Februar-Tiefs bei 1,1234 findet EUR/USD um 1,1175 Unterstützung vor. Im Falle eines Unterschreitens käme das Tief von Juni 2017 bei 1,1110 in den Fokus. Auf der Oberseite gilt es Stolpersteine um 1,1310 zu überwinden. Die Hürde bei 1,1470 scheint vorerst zu weit entfernt zu sein.

 

20.03.2019: Kanada - Wirtschaft schwächt sich ab

Es ist wie ein roter Faden, der sich durch die großen Industrienationen zieht: Die Handelsstreitigkeiten der USA dienen als Hauptargument für eine nachlassende Wirtschaftsdynamik. Für die rückläufige Inflation sieht die Argumentationskette der großen Industriestaaten bescheidener aus. Fakt ist nur, dass die Inflation rückläufig ist, oder wie in Kanada, bestenfalls stagniert. Aus diesem Grund sind auch die Notenbanken bezüglich Leitzinserhöhungen vorsichtiger geworden. Die kanadische Notenbank hat bereits angekündigt, nicht vor Ende 2019 an der Zinsschraube zu drehen. Die Wachstumsaussichten wurden für Kanada für 2019 von deutlich über 2% auf derzeit 1,5% bis 1,7% zurückgenommen. Das Währungspaar EUR/CAD handelt in einer Range von 1,5500 bis 1,5000. Aufgrund der nachlassenden Wirtschaftsdynamik und der fehlenden Zinsfantasie sehen wir den kanadischen Dollar schwächer, heißt: Kurse Richtung 1,5500 in EUR/CAD.

 

08.03.2019: EZB: Alles beim Alten

Keine Überraschungen gab es anlässlich der gestrigen EZB Sitzung zu vermelden. Während die US-Notenbank Fed ihre Zinsen schrittweise angehoben hat, rückt eine Zinswende in Europa weiter in die Zukunft. Die EZB hält an ihrer lockeren Geldpolitik fest, der Leitzins bleibt bei 0,00% (seit mittlerweile März 2016), der Overnight-Strafzins für Banken, die Geld zur EZB legen, bleibt bei -0,40%. Viele europäischen Konjunkturdaten haben sich teilweise deutlich eingetrübt und deuten auf eine Abschwächung der Wirtschaft hin. Die meisten Forschungsinstitute haben ihre Prognosen zurückgenommen. Dazu kommen weltweite Handelsstreitigkeiten und die Brexitunsicherheiten. Der EZB-Rat geht deshalb davon aus, dass der Leitzins zumindest bis Ende 2019 bei Null bleiben wird. Eine entsprechende Reaktion lieferte unmittelbar der Euro, der zum US-Dollar verlor und im Low kurzfristig bis 1,1174 abschwächte. Derzeit notiert die Gemeinschaftswährung um 1,1200.

 

04.03.2019: Ende des Handelskonflikts USD vs. China?

Auf Insiderquellen berufen sich sowohl das "Wall Street Journal" als auch "Bloomberg", wonach sich die USA und China auf eine Einigung des Handelsstreits verständigen dürften. Ein Übereinkommen würde niedrigere Zölle auf USImporte aus der Chemie und Autobranche sowie der Landwirtschaft für China bedeuten. Umgekehrt würde Amerika voraussichtlich sämtliche Strafzölle, die auf chinesische Importe erhoben wurden, fallen lassen...

 

28.02.2019: Wenig Impulse aus Amerika

Nachdem Fed-Chef Jerome Powell vor dem Senat keine richtungsweisenden Aussagen machte, war auch sein gestriger Auftritt vor dem Repräsentantenhaus ohne Impulse für den Dollar. Die heute anstehenden Zahlen zum BIP werden mit Interesse erwartet, sie können eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums bestätigen. Dennoch bleibt die Konjunktursituation jenseits des Atlantiks stabil und rechtfertigen noch keine Zinssenkungserwartungen. An der Handelsbandbreite 1,1330 bis 1,1400 wird sich daher auch heute nicht viel ändern.

 

25.02.2019: EUR/USD: Handelskrieg drückt auf die Stimmung!

Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich weiter verschlechtert. Dies bestätigte das deutsche Ifo Institut am letzten Freitag. Das Barometer für die gesamte wirtschaftliche Lage ist auf 98,5 Punkte gesunken und damit so tief wie Ende 2014. Sowohl die Erwartungen (93,8 Punkte) als auch die Einschätzung der aktuellen Lage (103,4 Punkte) haben sich im Vergleich zum Vormonat weiter verschlechtert. Alles in allem wurde der Markt von der Veröffentlichung enttäuscht, da alle Werte unter den Erwartungen lagen. Gepaart mit der Angst vor weiteren Zöllen für Importe in die USA könnte das die Stimmung weiter verschlechtern. Dieser Cocktail, mit einem „Schuss“ niedriger Inflation und schwachen Wachstumsraten für Europa wird den Euro schwächen. Für EUR/USD bedeutet das, dass wir uns kurzfristig auf das untere Ende des Trendkanales zubewegen werden und bald Werte von 1,1240 oder 1,1220 sehen werden.

 

11.02.2019: Brasilien: Markt setzt auf Finanzminister

Brasilien kämpft mit einem hohen Haushaltsdefizit und einer steigenden Verschuldung. Seit Jahren versucht die Regierung den Haushalt zu sanieren. Die Rentenreform gilt als zwingend umzusetzen. Die Märkte setzen auf den neuen Präsidenten Jair Bolsonaro und auf den Finanzminister Paulo Guedes. Speziell Guedes genießt das Vertrauen der Finanzmärkte. Aufgaben hat die Regierung ausreichend. Themen wie Privatisierung, Steuersenkung, Haushalt und Rentenreform müssen aufgegriffen und erfolgreich umgesetzt werden. Innenpolitischer Zündstoff ist also ausreichend vorhanden. Das Währungspaar EUR/BRL wird künftig nicht nur von der Rohstoffentwicklung beeinflusst. Wir rechnen heuer mit politisch ausgelösten Kursbewegungen. Um Extremwerte wie im Sommer 2018 zu erreichen bedarf es größer Themen, aber Schwächephasen bis 4,35 - 4,40 sind immer wieder möglich.

 

06.02.2019: "sanfter" Donald Trump stärkt den US-Dollar

Das Handelsblatt bezeichnet heute in seiner Online-Ausgabe Donald Trump´s Rede zur Lage der Nation als die eines "sanften Versöhners" (www.handelsblatt.com, 06.02.2019, 06:35 Uhr). Der US-Präsident zeigte sich ungewohnt kompromissbereit. Nun, wie der Devisenmarkt darauf reagierte, sehen wir. EUR/USD handelt wieder unter 1,1400. Der Devisenmarkt folgt also der Logik, innerpolitische Themen 1:1 auf den Dollar umzulegen (Haushaltsstreit -> Dollar-negativ, Annäherung -> Dollar-positiv). Wenngleich interkontinentale Krisen und Risiken grundsätzlich eher pro Dollar wirken (wie z.B. wie der Handelsstreit mit China). Nun bleibt ohnehin abzuwarten, wie "sanft" der für seine Sprunghaftigkeit bekannte US-Präsident in Bezug auf die Haushalts- und Mexiko-Mauer-Debatte bleibt. Donald Trump ist und bleibt ein Faktor für den Devisenmarkt, und das in beide Richtungen. Unterstützung bietet 1,1390 (55-Tageslinie), bei Bruch
der Marke wäre Platz bis 1,1330 (200-Wochen-Durchschnitt).

 

30.01.2019: EUR/USD weiterhin seitwärts?

Im Vorfeld der heutigen Fed-Zinssitzung ist die Veröffentlichung einiger aussagekräftiger US-Wirtschaftsdaten aufgrund des "shutdown" bislang ausgeblieben. Insofern sollten wir uns heute auf zurückhaltende US-Notenbanker einstellen. Charttechnisch betrachtet findet EUR/USD bei 1,1570 seinen nächsten markanten Widerstand vor. Auf der Unterseite dürfte das Währungspaar bei 1,1329 und 1,1300 gut unterstützt sein.

 

23.01.2019: Kanada - Zinserhöhungen könnten sich verschieben

Das Wirtschaftswachstum, der Arbeitsmarkt und auch die Inflation rechtfertigen Zinserhöhungen durch die kanadische Notenbank. Da in den letzten Monaten einige Unwägbarkeiten hinzugekommen sind, hat die Notenbank im Jänner den Leitzins mit 1,75% unverändert belassen. Die Unsicherheitsfaktoren für die kanadische Wirtschaft sind die Ölpreisentwicklung, speziell die Korrektur im Herbst 2018, und damit einhergehend ein nachlassender Inflationsdruck. Und übergeordnet ist noch die globale Konjunkturabkühlung zu erwähnen, speziell die nachlassende Dynamik im asiatischen Raum. In Summe ein Stimmungsbild, das dafür spricht, dass die kanadische Notenbank auch bei der nächsten Zinsentscheidung auf Zeit spielen wird. Fundamental spricht einiges dafür, dass EUR/CAD weiterhin über 1,5000 notieren kann.

 

15.01.2019: Brexit - Die Entscheidung

Heute Abend steht in Großbritannien die Abstimmung im Unterhaus zu dem zwischen Regierung und EU ausgehandelten Brexit-Deal an. Die Chancen von Premierminister May, eine Mehrheit zu erlangen, sind gering. Ein "harter Brexit" also ein chaotischer Austritt Ende März, wäre die Folge und das mit hohen Kosten auf beiden Seiten. Vorsorglich wollen britische Banken Personal und Kapital in Höhe von 800 Mrd. GBP in die EU verlagern, um wichtige Kunden aus der EU nicht zu verlieren. Die EU setzt viele Hebel in Bewegung, um das Chaos zu begrenzen. Gestern kam ein Apell von mehr als 100 Abgeordneten des EU Parlaments an die Briten im Interesse der nächsten Generation den Brexit zu überdenken. Ebenso könnte der Austrittstermin auf Ansuchen der Briten von März auf Juli verschoben werden. Beim EUR/GBP Kurs dürfte die Volatilität kurzfristig stark steigen. Bewegungen zwischen 0,8750 und 0,9150 sind nicht auszuschließen.

 

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