11.03.2022 ‐ Eventnachbericht

Internationaler Frauentag unter global schwierigen Vorzeichen

Fritz Karl und Elena Uhlig lockerten mit einer Satirelesung im Oberbank Donau-Forum angesichts weitweiter Krisenstimmung die angespannten Gemüter der zahlreich erschienenen ZuschauerInnen.

Im Bild: Franz Gasselsberger mit Elena Uhlig und Fritz Karl; Foto: Eric Krügl

 

Oberbank unermüdlich auf Emanzipationsspur

Gastgeber Franz Gasselsberger verwies stolz auf die Vorreiterrolle seines Instituts bei der Gender Balance. Die aktuelle Frauenführungsquote von 26 Prozent liege zwar nahe am anvisierten Ziel für 2025 von 30 Prozent – aber

mit der Quote allein ist es nicht getan. Wir haben im September 2021 unter anderem eine eigene Krabbelstube eingerichtet, geben Mitarbeiterinnen die Chance einer Führungstätigkeit in Teilzeit oder richten mit internen Ausschreibungen die Aufmerksamkeit auf weibliche Potenziale.“

Warum glaubt die Oberbank derart fest an die Stärke der Frauenpower? Gasselsberger ist vor allem überzeugt, dass gemischte Teams bessere Leistungen erzielen.


Der Oberbank-Manager ließ es sich am Ende seines Statements nicht nehmen, den Frontalangriff Russlands auf die Ukraine zu verurteilen. Gleichzeitig lobte er das geschlossene Auftreten der EU und der USA, mit dem es gelang, den Aggressor vom internationalen Zahlungsverkehr abzuschneiden. Darüber hinaus sei die Hilfsbereitschaft fast aller Länder beeindruckend.


Tipps und Einschätzung erfolgreicher Frauen
Im folgenden Talk unter Moderation von Ö3-Lady Claudia Stöckl zitierte Alexandra Halouska, Chefredakteurin der OÖ Krone, eine österreichische Frauenministerin, zu verstehen als moralische Vorgabe: „Die Zukunft des Feminismus ist keine weibliche, sondern eine menschliche!“


Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander sah in Hinblick auf die Frauenstrategie 2030 des Landes OÖ ihr Geschlecht vermehrt in Führungspositionen etabliert, obwohl es immer noch einigen Aufholbedarf gäbe. Sie wies darauf hin, dass laut Studien Frauen die besseren Krisenmanager seien. Sie handelten ihrer Meinung nach auch konsequenter, könnten unterschiedliche Positionen optimaler einbinden und setzten mehr auf flache Hierarchien.


Margit Angerlehner, Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, schätzte die weibliche Persönlichkeit als strenger in der Fehlerkultur und mit empathischeren Fähigkeiten ausgestattet ein. Sie empfahl ihren Geschlechtsgenossinnen, in der Arbeitswelt fundiertes Wissen aufzubauen, dranzubleiben und weiter unbeirrt an sich zu glauben.


Frau-Mann-Beziehung als satirische Fundgrube
Das Schauspieler-Paar Elena Uhlig und Fritz Karl lotete unter Zuhilfenahme bekannter Autoren komplexe Phänomene wie Liebe, Ehe und Familie aus. Wie um einen Tautropfen herum ließen sich je nach Perspektive verschiedene Farben und somit Aspekte wahrnehmen. Kostproben gefällig?


Euripides meint: „Von allen Krankheiten ist die Liebe noch die gesündeste!“ Egon Friedell dagegen: Liebe ist zumeist ein Kontakt, den zwei Eitelkeiten miteinander schließen; wobei gewöhnlich eine Partei die überfordernde ist.“ Franz Kafka lässt wiederum einen umfassenden Blick über das weite Feld dieses Hochgefühls schweifen: „Was ist Liebe? Das ist doch ganz einfach! Liebe ist alles, was unser Leben steigert, erweitert, bereichert. Nach allen Höhen und Tiefen. Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. Problematisch sind nur Lenker, die Fahrgäste und die Straße.“


Geht die Liebe meist mit einer emotionalen Achterbahnfahrt einher, erlebt man im ehelichen Zusammenleben schon ernüchterndere Momente. Die in die Ehe eingebrachten Barhocker und der Hochablagetisch werden häuslich zweckentfremdet, mit Loriot wird über die korrekte Kochdauer eines weichen Eis debattiert. Wir erfahren, dass Männer eheliche Streitgespräche meist nicht durchstehen und sich deshalb in den Schmollwinkel zurückziehen. Nach längerer Totalverweigerung machen Frauen dann Zugeständnisse, die es dem Mann ermöglichen, sich als der Nachgebende zu präsentieren.


Kongenial facettenreich begleitete das musikalische Trio de Salón die heiteren Vorträge, sogar einen ukrainischen Tango zauberten sie aus ihrem Repertoire.
Zum Abschluss interviewte Claudia Stöckl die beiden Protagonisten, die sich als Eltern von vier gemeinsamen Kindern ein liebevolles Scharmützel lieferten.

 

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