Zahlungsausfälle durch Insolvenzen

So sichern Sie Ihr Unternehmen ab

Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie rasch die Wirtschaft ins Wanken geraten kann. Viele Firmen müssen durch Insolvenzen und/oder schlechte Zahlungsmoral ihrer Geschäftspartner täglich Zahlungsausfälle verkraften. Besonders hart trifft das kleine und mittelständische Unternehmen, die mit offenen Forderungen zurückbleiben und so selbst – oft unverschuldet – in finanzielle Turbulenzen geraten. Einen Großteil der Zahlungsausfälle können Sie bereits im Vorfeld verhindern, beispielsweise indem Sie Ihren KundInnen keinen "Spielraum" für verspätete oder reduzierte Zahlungen ermöglichen. Das geht am einfachsten durch ein straff organisiertes Forderungsmanagement - vom Liefervertrag samt AGBs, über zeitnahe Rechnungslegung bis hin zu Terminevidenzen mit strengem Mahnwesen.

 

 

Sinkende Zahlungsmoral bereits vor der Krise

Laut Austrian Business QuickCheck, den der KSV1870 Anfang Dezember durchgeführt hat, bewertet rund die Hälfte der Unternehmen die eigene Geschäftslage trotz Covid-19-Pandemie positiv. Trotzdem hat sich die heimische Zahlungsmoral laut einer bereits im August durchgeführten KSV1870 Umfrage schon deutlich früher verschlechtert. Offene Forderungen werden demnach von 23 % nicht fristgerecht beglichen – das bedeutet ein Plus von 7 % gegenüber 2019. Zudem müssen aktuell circa 60 % der Unternehmen ausstehenden Rechnungen nachlaufen: „Das Nichtbezahlen von Rechnungen ist auch in der aktuellen Krisensituation kein Kavaliersdelikt. Sobald Forderungen nicht beglichen werden, sollte ein Mahnprozess gestartet werden. Denn am Ende des Tages geht es vor allem auch um die Liquidität des eigenen Unternehmens“, erklärt Michael Pavlik, Vertriebsleiter des KSV1870. Zudem ist laut KSV1870 Umfrage davon auszugehen, dass die heimische Zahlungsmoral im Jahr 2021 sinken wird.    


Tipps, um Ihr Unternehmen vor Zahlungsausfällen zu schützen

1. Stellen Sie Rechnungen immer zeitnah

Sobald die Leistung erbracht ist, sollte die Rechnung zeitnah unter Angabe des Zahlungsziels gelegt werden. Ist das Geld rasch auf dem Konto, verbessert das Ihre eigene Liquidität.

Wird das Zahlungsziel nicht eingehalten, sollte ein Mahnlauf mit Verlängerung der Frist um eine Woche starten. Achtung: Rein rechtlich gibt es keine Verpflichtung, drei Mahnungen zu versenden. Offene Forderungen können jederzeit zum Inkasso übergeben werden.

 

2. Achten Sie schon auf die ersten Warnzeichen

Beachten Sie Verhaltensänderungen bei Ihren KundInnen. Kommt eine Stammkundin/ein Stammkunde nur noch sporadisch und mit Miniaufträgen, oder ordert sie/er plötzlich ohne plausiblen Grund hohe Mengen, könnte das ein Zeichen sein, dass sie/er knapp bei Kasse ist oder andere Unternehmen sie/ihn nicht mehr beliefern.

 

3. Kundendaten auf Knopfdruck verfügbar

Unternehmen sind gut beraten, wenn sie alle notwendigen Kundendaten akribisch erfassen und stetig aktualisieren – unter Berücksichtigung der EU-Datenschutz-Grundverordnung. Nicht aktuelle oder fehlende Informationen sorgen im Geschäftsentfall für unnötige Verzögerungen und administrative Aufwände.


4. Die Kundenstruktur aktiv gestalten

Öfter als man glaubt, erwirtschaften Unternehmen mit wenigen oder gar nur einzelnen KundInnen den Löwenanteil ihres Umsatzes. Kommt es in diesen Fällen zu Zahlungsausfällen, dann stürzen diese einen Betrieb rasch in eine existenzbedrohende Situation. Daher: Das Risiko durch ein verantwortungsbewusst gestaltetes Kunden-Portfolio aufteilen.

 

5. Vereinbarungen schriftlich festhalten

Alle Geschäftsabschlüsse und Rahmenbedingungen sollten schriftlich festgehalten und juristisch wasserdicht formuliert werden. Auch die Formulierung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist im Geschäftsleben ein absolutes Muss. Achten Sie daher auf exakte, eindeutige und formal richtige Formulierungen und Inhalte – wie zB der Vereinbarung eines Eigentumsvorbehalts.

 

6. Dokumentieren Sie alle geschäftlichen Vorgänge

Ebenso wichtig wie der Vertrag selbst sind Nachweise über seine Erfüllung. Deshalb sollten Sie alle Lieferungen, Abnahmen, zusätzliche oder später getroffene mündliche Absprachen, Nachweise ausliefernder MitarbeiterInnen oder erbrachte (auch zusätzliche) Dienstleistungen, Service- oder Garantiefälle etc. dokumentieren. Im Zweifel können Sie damit Ihre erbrachten Leistungen bis ins kleinste Detail belegen – notfalls auch vor Gericht.

 

7. Anmeldung von Forderungen bei Kundeninsolvenz

Eine kleine Quote ist besser als ein Totalausfall. Im Durchschnitt erhalten Gläubiger eine Quote von 10 % bei eröffneten Verfahren. Lassen Sie daher Insolvenzforderungen nicht auf sich beruhen.

 

8. Kundenrisiken minimieren

Tätigen Sie keinen Geschäftsabschluss mit NeukundInnen, ohne vorher die Bonität des Unternehmens zu prüfen. Aber auch bei StammkundInnen kann sich an der finanziellen Verlässlichkeit jederzeit etwas ändern – um so schnell wie möglich über Veränderungen informiert zu sein, lohnt sich das laufende Monitoring.


9. Nutzen Sie die Expertise der Oberbank

Sichern Sie Ihren Zahlungseingang und damit Ihre Liquidität im internationalen Geschäft gegen wirtschaftliche und politische Risken ab. Die Oberbank unterstützt Sie dabei mit einer langjährigen Expertise und die bewährten Instrumente des Oberbank Dokumentengeschäfts.


In Zeiten globaler Herausforderungen zählen Akkreditive und Inkassi zu den verlässlichsten Instrumenten zur Sicherstellung von Lieferungen und Zahlungen – ohne, dass Sie sich mit der Bonität Ihrer Geschäftspartnerin/Ihres Geschäftspartners im Detail beschäftigen müssen.

Selbstverständlich begleitet Sie die Oberbank auch bei der Absicherung durch staatliche und private Forderungsversicherer. Die breite Palette an Unterstützung zur Risikominimierung wird durch All-Inclusive Lösungen von Oberbank-Factoring samt inkludierter Forderungsversicherung komplettiert. Unabhängig von der Ausgangslage - Ihre Oberbank SpezialistInnen stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

 

Verwendete Quelle u.a.:


https://www.ksv.at/pressemeldungen/insolvenzstatistik-2020
https://www.ksv.at/pressemeldungen/zahlungsmoral-vierte-zahlt-rechnungen-spaet

 

Diese Unterlagen dienen lediglich der aktuellen Information und basieren auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Erstellungszeitpunkt. Diese Unterlagen sind weder Angebot noch Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der hier erwähnten Veranlagungen bzw. (Bank-)Produkte. Sämtliche in diesem Dokument enthaltenen Aussagen sind nicht als generelle Empfehlung zu werten. Obwohl wir die von uns beanspruchten Quellen als verlässlich einschätzen, übernehmen wir für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hier wiedergegebenen Informationen keine Haftung. Insbesondere behalten wir uns einen Irrtum in Bezug auf Zahlenangaben ausdrücklich vor.

 

Dieser Artikel wurde am 29.Dezember 2020 erstellt.

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