5 Tipps für die Geldanlage in ungewissen Zeiten

So bewahren Sie einen kühlen Kopf.

Die vergangenen Wochen haben uns erneut gezeigt, wie ungewiss die Zukunft ist – und damit auch unsere Geldanlage. In Momenten der Überraschung dominieren Emotionen unser Denken und Handeln – selten zum Vorteil unserer Finanzen. Mit diesen 5 Tipps halten Sie auch in stürmischen Zeiten Ihren Kurs in der Geldanlage.

 

1. Ihr klares Anlageziel

Angenommen Sie wollen dieses Jahr Urlaub in Europa machen und beenden damit Ihre Urlaubsplanung. Das Ergebnis: Wahrscheinlich ein Urlaub zu Hause und damit Urlaub in Europa. Zugleich nicht jener Urlaub, von dem Sie geträumt haben. Genauso verhält es sich in der Geldanlage. „Altersvorsorge“ oder „Vermögensaufbau“ sind Schlagworte und keine Anlageziele. Nur wenn Sie wissen, was Ihr konkretes Ziel in der Geldanlage ist, können Sie zielorientiert planen und bessere Anlageentscheidungen treffen. Andernfalls investieren Sie ohne zu wissen wo Sie landen möchten. Gerade in stürmischen Börsenzeiten hilft Ihnen Ihr klares Anlageziel den Kurs zu halten.
Daher: Denken Sie darüber nach: Was will ich genau mit meinen Investments erreichen?

 

2. Achten Sie auf qualitative Kriterien

Die aktuellen Kursausschläge an den Kapitalmärkten zeigen klar: die Preise von Anlageobjekten spiegeln die Erwartungen der AnlegerInnen in die zukünftige Wertentwicklung wider. Diese Werterwartungen können auf aktuellen Unternehmens- und Marktentwicklungen aufbauen, auf Fakten basieren oder losgelöst von jeglicher Evidenz sein. Würden ausschließlich harte Fakten zählen, wäre Geldanlage eines der langweiligsten Dinge der Welt. Die klassische Kapitalmarkttheorie geht davon aus, dass wenn alle Informationen verfügbar sind, der Wertpapierkurs den fairen Wert abbildet. Ein kurzer Blick auf die internationalen Märkte reicht und wir sehen: So ist es nicht.
Entsprechend hilft es Ihnen wenig in turbulent steigenden oder fallenden Märkten die eigenen Entscheidungen an Kursentwicklungen auszurichten. Damit begeben Sie sich in Gefahr Ihre Geldanlage an massenpsychologischen Effekten auszurichten. Definieren Sie für Ihre Investments qualitative Kriterien. Welche Chancen, welche Risiken stecken in Ihren Investments? Welche Faktoren machen die Chancen und welche Faktoren machen die Risiken wahrscheinlicher?

Fokussieren Sie Ihre Aufmerksamkeit auf diese Faktoren und sparen Sie sich den Blick auf hysterische Kursentwicklungen.

 

Tipps für die Geldanlage

 

3. Denken Sie in Szenarien

Je intensiver unsere aktuellen Emotionen sind, desto intensiver ist ihr Einfluss auf unsere Entscheidungen. Entscheidend dabei ist, wie stark wir von einem Ereignis überrascht sind. Nehmen wir das Beispiel Überraschungsparty. Egal wie Sie zu einer Überraschungsparty stehen, wenn jemand Ihnen diese vorab verrät, wird Ihre emotionale Reaktion zum Zeitpunkt der Party geringer sein, als wenn Sie tatsächlich überrascht werden. Ähnlich bei der Geldanlage. Wer sich mit möglichen Wertveränderungen des eigenen Portfolios befasst, verschiedene Szenarien und deren Konsequenzen durchdenkt, wird bei Wertänderungen weniger emotional reagieren - da schon gedanklich erlebt. Ein weiterer Vorteil dieser Technik: Sie finden jene Anlagestrategie, die zu Ihrer Risikobereitschaft passt.

Nutzen Sie die Macht Ihrer Vorstellungskraft und machen Sie sich fit für verschiedene Entwicklungen.

 

4. Hochwertiges Futter für Ihre Entscheidungen

Wie viel Ihrer wertvollen Zeit investieren Sie in Kapitalmarktinformationen? Wie viel dieser Informationen sind tatsächlich hilfreich? Wenn es Ihnen so geht wie den meisten AnlegerInnen investieren Sie mehr Zeit in Finanzmarktnews, als Ihnen bewusst ist und Sie überschätzen die Qualität dieser Nachrichten. Vieles davon ist vielmehr Junk-Food für Ihre Anlageentscheidungen. Insbesondere soziale Medien und reißerische Börsenberichte füttern unsere Emotionen und machen uns nicht zu klügeren InvestorInnen. Machen Sie eine Mediendiät und sortieren Sie Ihr Informationsportfolio aus. Welche der von Ihnen konsumierten Medien und Berichte liefert Ihnen tatsächlich einen Mehrwert? Welche dieser Quellen passt zu Ihrem Anlageziel und Ihren Investments?

Achten Sie darauf, mit welchen Informationen Sie Ihr Gehirn füttern. Schließlich bilden diese die Grundlage Ihrer Entscheidungen.

 

5. Nutzen Sie den Verkaufsdreh

Geldanlage heißt Entscheidungen für eine ungewisse Zukunft zu treffen. Um uns dabei sicherer zu fühlen, schließen wir aus der vergangenen auf die zukünftige Wertentwicklung von Anlageobjekten. Emotional beruhigend und zugleich faktisch ein Trugschluss.
Machen Sie sich von dieser Denkweise unabhängig und entscheiden Sie zukünftig nicht auf Basis der bisherigen Wertentwicklung. Decken Sie die Ertragsspalte zu und fragen Sie sich bei jedem Investment: Würde ich diesen Wert heute kaufen? Lautet Ihre Antwort „Ja“, so feiern Sie, schließlich haben Sie diesen Wert bereits in Ihrem Portfolio. Lautet Ihre Antwort „Nein“, dann verkaufen Sie diese Position, schließlich erwarten Sie keine positive Entwicklung in der Zukunft.

So entscheiden Sie losgelöst von der bisherigen Wertentwicklung.  


Mag. Birgit Bruckner MSc, CIIA ist studierte Psychologin und war selbst über sieben Jahre als Börsenhändlerin, Analystin und beratend im Family Office tätig. Heute zeigt sie wie wir zu besseren Entscheidungen in der Geldanlage kommen und häufige Stolperfallen vermeiden. Mehr zum Thema finden Sie unter mindset-money.at.  

 

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Haftungsausschluss: Die Ausführungen in diesem Artikel stammen von Mag. Birgit Bruckner MSc, CIIA und erfolgen trotz sorgfältiger Bearbeitungen ohne Gewähr. Die Oberbank AG übernimmt für die Richtigkeit der Ausführungen in diesem Artikel keinerlei Haftung oder Verantwortung.

 

Dieser Artikel wurde am 06.04.2022 erstellt.

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Mag. Birgit Bruckner MSc, CIIA

Psychologin

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