Das Beste kommt zum Schluss

Saisonalität an den Aktienmärkten

Das Stichwort „Saisonalität“ leitet sich vom Begriff der Saison ab und beschreibt ursprünglich die von der Natur vorgegebenen jahreszeitlichen Bedingungen in der Landwirtschaft. Aber auch die Finanzmärkte weisen saisonale Trends auf. Doch welche Phänomene gibt es und wie sieht es an den Börsen tatsächlich aus? Wir haben uns die saisonalen Muster in den letzten 30 Jahren am Beispiel des amerikanischen, europäischen, deutschen und österreichischen Marktes angesehen.


Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass an den Aktienmärkten durchaus wiederkehrende saisonale Muster zu beobachten sind, wenngleich gesagt sei, dass statistische Betrachtungen der Vergangenheit letztlich keine zukünftigen Entwicklungen vorhersagen.

 

„Sell in may and go away”

Eine der bekanntesten Börsenweisheiten lautet „sell in may and go away and come back in november“. Die Historie verrät, dass sich besonders über die Sommermonate die Aktienmärkte tendenziell schwach entwickelt haben. Sowohl im August als auch im September verzeichneten die Aktienmärkte im Schnitt in Europa und den USA eine negative Entwicklung in den letzten 30 Jahren. Gleichzeitig verpasste man damit auch den Oktober, welcher sowohl in Europa als auch den USA zu den stärksten Monaten gehörte.

 

Stoxx 600 (breiter europäischer Aktienindex) & S&P 500 (breiter amerikanischer Aktienindex) Durchschnittliche monatliche Entwicklung

Quelle: Reuters, Daten:1992-2022. Es handelt sich bei den angegebenen Werten um Vergangenheitswerte. Zukünftige Entwicklungen können davon nicht abgeleitet werden. Die Rendite kann in Folge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

 

Die Jahresendrally

Die Tage werden kürzer und kälter, COVID-19 ist wieder in den Nachrichten präsent. Während die trüben Tage im Herbst und Winter bei vielen für schlechte Laune sorgen, gibt es an den Börsen keinen Herbstblues. In der Vergangenheit hellte sich die Stimmung der AnlegerInnen im Herbst und Winter auf. Der Begriff Jahresendrally beschreibt das Phänomen, dass es in den Monaten von Oktober bis Dezember in der Vergangenheit zu verhältnismäßig starken Kursanstiegen bzw. neuen Höchstständen an den Aktienmärkten gekommen ist. Egal ob man den Blick auf den breiten amerikanischen Aktienmarkt S&P 500 richtet, oder den europäischen Stoxx 600. In beiden Regionen zeigte sich ein deutlicher Rückenwind zum Jahresende hin.

 

Stoxx 600 (breiter europäischer Aktienindex) & S&P 500 (breiter amerikanischer Aktienindex) Durchschnittliche Entwicklung

Quelle: Reuters, Daten:1992-2022. Es handelt sich bei den angegebenen Werten um Vergangenheitswerte. Zukünftige Entwicklungen können davon nicht abgeleitet werden.

 

Auch der DAX und ATX halten keinen Winterschlaf

Der Dachs, zieht sich in Wintermonaten zurück in die Winterruhe, verbringt den Hauptteil seiner Zeit in seinem Bau und schläft. Hingegen ist beim DAX, dem Deutschen Aktienindex, als auch beim ATX, dem österreichischen Aktienindex, in der Vergangenheit kaum etwas von einer Winterruhe zu sehen gewesen. Die Monate Oktober, November und Dezember konnten in den vergangenen 30 Jahren mitunter die stärkste Performance aufweisen (siehe Grafik). Auch zu Jahresbeginn war die Kursentwicklung im Schnitt durchaus positiv.

 

DAX (Deutscher Aktienindex) & ATX (österreichischer Aktienindex) Durchschnittliche monatliche Entwicklung

Quelle: Reuters, Daten:1992-2022. Es handelt sich bei den angegebenen Werten um Vergangenheitswerte. Zukünftige Entwicklungen können davon nicht abgeleitet werden.

 

Was ist ausschlaggebend?

Die Gründe für solche Saisonalitäten sind vielfältig. Bilanzstichtage, Ausschüttungstermine können ebenso eine Rolle spielen wie steuerliche Gründe, die zu Kapitalbewegungen an den Märkten führen. Zu Jahresende wird Vorweihnachtsstimmung, die Anleger in Festtags- und Kauflaune versetzt, als Kurstreiber genannt.

 

Letztlich sind es aber unzählige Faktoren, wie das wirtschaftliche und politische Umfeld, die Gewinnentwicklung der Unternehmen und konjunkturelle Aussichten, die für die Kursentwicklung verantwortlich sind.


Außerdem gilt, je länger ein Anleger investiert bleibt, desto geringer wirken sich kurzfristige Schwankungen auf dessen Wertentwicklung aus. Obwohl langfristig saisonale Muster zu erkennen sind, ist ein optimales Timing äußerst schwierig. Bereits wenige Tage können über einen langfristigen Gewinn bzw. Verlust entscheiden, wie die folgende Grafik veranschaulicht. Bsp.: Wenn man am 01.01.2000 10.000 USD in den S&P 500 investierte und über den Zeitraum vom 01.01.2000 bis zum 01.01.2020 durchgehend im S&P 500 investiert war, verfügte man am 01.01.2020 über 32.400 USD, wenn man hingegen an den 10 Tage mit der stärksten Kursentwicklung nicht im S&P 500 investiert war, verfügte man am 01.01.2020 lediglich über 16.180 USD.

 

Erträge des S&P 500

Quelle: Reuters, Daten: 01.01.2000-01.01.2020. Es handelt sich bei den angegebenen Werten um Vergangenheitswerte. Zukünftige Entwicklungen können davon nicht abgeleitet werden. Die Rendite kann in Folge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

 

Autor: Daniel Haider, BSc, Private Banking & Asset Management, Produkte

 

Dieser Artikel wurde 11/2022 erstellt.

Fotoquelle: Shutterstock

 

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Daniel Haider, MSc.

Fotoquelle: Eric Krügl

 

Daniel Haider, MSc.

Private Banking & Asset Management, Oberbank

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