Wie Sie als Start-up InvestorIn starten können!

Möchte man als private/r AnlegerIn Vorsorge treffen und sein Geld sicher und gewinnbringend anlegen, sind Investments in Start-ups meist nicht die erste Wahl. Wer dieser Anlageform jedoch offen gegenüber steht, kann sein Geld durchaus profitabel und gut investieren. Markus Kainz, Gründer und CEO der Investment-Plattform primeCROWD kennt die Start-up-Szene wie kein anderer. Exklusiv für Oberbank KundInnen und für LeserInnen des Online Magazins #jetztvermögen bietet er im Mai und Juni Webinare zum Thema an.

 

Oft stehen private AnlegerInnen Start-up-Investments skeptisch gegenüber. Wieso ist das so?

Natürlich gibt es ein hohes Risiko bei Investments in Start-ups und man kann sein eingesetztes Geld verlieren. Man muss jedoch ganz klar sagen, dass es auch bei klassischen Anlageformen zum (Gesamt-)Verlust des eingesetzten Kapitals kommen kann, wenn man sich zum Beispiel mit Aktien verspekuliert. Das Risiko zu streuen und verschiedene Anlageoptionen in Betracht zu ziehen, ist sicher sinnvoll. Wenn man durchdacht an die Sache rangeht und mit Menschen zusammenarbeitet, die sich mit Start-up Investments auskennen, dann sind für private AnlegerInnen durchaus sehr gute Renditen drinnen.

 

Wie könnte man diesen Vorbehalten entgegenwirken und mehr Bewusstsein für diese Form der Anlage schaffen?

Ich denke, durch eine professionelle Wissensvermittlung kann man Start-up Investments auch vielen privaten AnlegerInnen näherbringen. Vielen ist es gar nicht bewusst, dass man nicht direkt Riesensummen von mehreren 100.000 Euro investieren muss, sondern auch mit kleineren Beträgen starten kann, um sich zunächst mit dieser Anlageform vertraut zu machen. Deshalb liegt es mir auch sehr am Herzen, regelmäßige Webinare zu organisieren und mein Wissen zu teilen.

 

Was muss ich als PrivatanlegerIn beachten, wenn ich mich entscheide in junge, innovative Unternehmen zu investieren?

Hier gilt es – wie bei allen anderen Investments dieser Art auch – sich über die Qualität der zur Verfügung stehenden Angebote zu informieren. Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt.


Die Due Diligence (sorgfältige Prüfung und Analyse eines Unternehmens hinsichtlich der wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Verhältnisse) ist bei Start-up Investments enorm wichtig, damit man am Ende keine böse Überraschung erlebt. Man darf sich auch nicht von den eindrucksvollen Storys blenden lassen. Ich denke, da gibt es bemerkenswerte Beispiele von Unternehmen, die mit einer mitreißenden Geschichte aufgewartet haben und mittlerweile Pleite gegangen sind. Meine Empfehlung ist hier ganz klar: vorab Wissen aneignen, das Gründerteam genau unter die Lupe nehmen und sich mit ExpertInnen austauschen. Das klingt jetzt banal, aber ich merke immer wieder, dass das oft nicht gemacht wird.

 

Sagen wir, man hat bereits ein spannendes Start-up gefunden und ist bereit zu investieren. Welches Einstiegskapital sollte man mitbringen?

Bei primeCROWD haben wir eine Mindestgrenze von 10.000 Euro, die investiert werden müssen. Je nach Höhe des Investments fallen für unser Service Einmalkosten von 5 bis 7 Prozent an und bei einem erfolgreichen Exit 7 bis 10 Prozent vom Gewinn. Damit sind wir etwa bei einem Drittel der Kosten, die bei einem Investment in einen VC Fonds anfallen würden. Im Gegenzug übernehmen wir jedoch die gesamte Hintergrundarbeit der vorher erwähnten Due Diligence und stellen monatlich Reportings und Informationen zur Unternehmensentwicklung bereit. Das bietet unseren InvestorInnen eine große Zeit- und Arbeitsersparnis.

 

Wie lange muss ich warten, bis sich mein Investment lohnt?

Zwischen der Gründung eines Start-ups und einem erfolgreichen Verkauf (Exit) vergehen laut der Start-up Datenbank Crunchbase im Schnitt sieben bis zehn Jahre. Das bedeutet aber nicht, dass man als InvestorIn den ganzen Lebenszyklus eines Start-ups mit an Bord bleiben muss. Im Rahmen von weiteren Finanzierungsrunden bietet sich immer wieder die Gelegenheit, auch frühzeitig wieder auszusteigen und dabei bereits Gewinne zu erzielen. Natürlich gibt es auch hier keine Garantie, aber in der Regel finden sich für die Anteile immer potenzielle KäuferInnen – vorausgesetzt, das Unternehmen ist erfolgreich. Eine pauschale Aussage über Renditen möchte ich hier aber nicht treffen. Da spielen ja auch sehr viele Faktoren mit. Meine persönliche Erwartung für mein gesamtes Start-up Portfolio liegt schon zwischen 15 und 20 Prozent im Jahr. Bei unseren 35 Start-up Investments, die wir mit primeCROWD bereits finanziert haben, liegen wir im Durchschnitt bei 27 Prozent Wertsteigerung pro Jahr*.

 

 

Wie sieht es denn mit dem Standort Österreich in Bezug auf die Start-up Landschaft aus? Gibt es hier überhaupt attraktive und vielversprechende Jungunternehmen?

Österreichische Parade Start-ups wie Bitpanda oder GoStudent sind heute sehr viel wert. Starke Initiativen machen Österreich zu einem attraktiven Gründerland und wir nähern uns immer mehr den Top 10-Standorten in Europa an. Es gibt aber noch großes Potenzial, weil das Niveau vergleichsweise niedrig ist. Die meisten Finanzierungsrunden werden nach wie vor von ausländischen InvestorInnen angeführt. Das liegt zum Teil daran, dass im Vergleich zu den USA die Bewertungen der Start-ups viel niedriger sind und daher die Renditen höher ausfallen. Es liegt aber auch daran, dass es in Österreich verschiedene protektionistische Maßnahmen gibt, wie etwa Investitionsbeschränkungen, die sich negativ auf inländische InvestorInnen auswirken. Das sollte meiner Meinung nach dringend geändert werden.

 

Was würdest du dir wünschen?

Es sollte vor allem Steuererleichterungen für private InvestorInnen geben. Etwa die Möglichkeit, Teile des Investments steuerfrei absetzen zu können. In Großbritannien gibt es diese Regelung bereits, was auch erklärt, warum es dort die meisten Investments in Risikokapital auf europäischer Ebene gibt. Auch in Österreich gab es vor einigen Jahren eine Förderung für Start-up InvestorInnen, was die Regierung unbedingt wieder einführen sollte. Ich bin mir sicher, dass Österreich von mehr österreichischen InvestorInnen und Start-ups profitieren würde. Zudem möchte ich mehr Bewusstsein und Begeisterung für diese Anlageklasse schaffen, was aber nur mit gezielter Wissensvermittlung geht.


Exklusiv für Oberbank KundInnen und für LeserInnen des Online Magazins #jetztvermögen bietet Markus Kainz zwei Webinare, bei denen er gezielt in die Welt der Start-up Investments einführt und wertvolles Praxiswissen vermittelt.

 

Wenn Sie daran Interesse haben, können Sie zwischen zwei Terminen wählen:

Am 24. Mai und am 22. Juni 2022 können jeweils 30 Personen um 18 Uhr teilnehmen.


Zur Anmeldung


*Es handelt sich bei den angegebenen Werten um Vergangenheitswerte. Zukünftige Entwicklungen können davon nicht abgeleitet werden.

 

Dieser Artikel wurde am 10.05.2022 erstellt.

Fotoquelle: Shutterstock

 

 

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Markus Kainz

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