„Ein ‚grünes‘ Konto alleine reicht nicht.“

ESG* - Herausforderungen: Nora Berger im Gespräch mit Generaldirektor Franz Gasselsberger

 

Dr. Gasselsberger

 

Nora Berger: Die Nachhaltigkeitsagenda verändert die Wirtschaft enorm. Welche Herausforderungen kommen da auf uns zu?

Franz Gasselsberger: Die Nachhaltigkeit hat, sowohl gesellschaftlich wie politisch, oberste Priorität und die Digitalisierung als Top-Thema abgelöst. Banken spielen in diesem Prozess eine wichtige Rolle und haben unter anderem dafür zu sorgen, dass Geldströme vor allem in entsprechende Investitionen fließen.

 

Das bedeutet auch große Veränderungen für unsere Kundinnen und Kunden.

Ja. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihre Geschäftsmodelle ESG-konform umzustellen. Bei dieser Transformation wollen wir ihnen ein verlässlicher Bankpartner sein und sie begleiten. Das wird auch erwartet.

 

Inwiefern?

Man darf nicht vergessen, dass bei vielen Unternehmen das Bewusstsein über die Notwendigkeit des „Change“ enorm ist; viele sind bei ESG-Themen weiter als Banken. Von daher haben wir uns übrigens die Motivation geholt, auch beim Thema Nachhaltigkeit zu den besten Banken zu zählen. Und diese Unternehmen erwarten eben von uns, dass wir ihre Veränderungsprozesse verstehen und sie dabei begleiten.

 

Wie können wir das?

Etwa indem wir im Gespräch bleiben. So werden wir 2022 mit 6.000 Kommerzkundinnen und –kunden aus - führliche „Nachhaltige Jahresgespräche“ führen. Dabei fragen wir keine Daten ab, wie andere es tun, sondern tauschen uns über erforderliche Veränderungen aus, und weisen darauf hin, dass die Nachhaltigkeits-Performance der Unternehmen auch in Rating und Risikobewertung einfließen kann. Diesen ESG-Status werden wir künftig gemeinsam im Jahresgespräch eruieren.

 

Nachhaltige Unternehmensführung umfasst viele Themen. Was ist Ihnen besonders wichtig?

Zwei Aspekte möchte ich hervorheben: die langfristige wirtschaftliche Stärke ist notwendig, denn die ESG-konforme Umstellung erfordert Kapital und Liquidität. Und: Als Grundlage für den Erfolg braucht es soziale Kriterien und faire Geschäftspraktiken.

 

Wie sieht hier unsere eigene Strategie aus?

Wir wollen für unsere Kundinnen und Kunden glaubwürdig und gesprächsfähig bleiben. Das heißt zum einen, selbst einen tadellos nachhaltigen Weg zu gehen. Ein „grünes“ Konto alleine reicht da nicht. Daher haben wir uns umfassende Nachhaltigkeitsziele gesetzt. Unser sehr gutes Nachhaltigkeitsrating** ist auch ein sehr wichtiger Baustein. Zum anderen müssen wir uns entsprechend aus- und weiterbilden. Und diesen Weg gehen wir ja schon seit geraumer Zeit.

 

* ESG: Environmental, Social, Governance

** PRIME-Status bei ISS ESG

Klima- & Umweltschutz

Wir berücksichtigen bei allen Überlegungen ökologische und soziale Aspekte.

 

Mehr Infos

Strategie & Richtlinien

Die Strategie der Oberbank basiert auf ethischen und ökologischen Werten.

 

Zur Strategie

ESG Unit: Zentrale Anlaufstelle für Nachhaltigkeit

Da die Anforderungen an ein professionelles NachhaltigkeitsManagement weiterhin gestiegen sind und damit auch das Arbeitspensum, wurde mit Januar 2022 die „ESG Unit“ in der Abteilung ORG gegründet, unter der Federführung von Nora Berger.

 

Dieses dreiköpfige Team mit Eva Wenzelhuemer und Severin Holzner trägt seither die Hauptverantwortung für die Nachhaltigkeitsstrategie der Oberbank, bündelt sämtliche Maßnahmen, ist zentrale Anlaufstelle und auch zuständig für interne und externe Kommunikation.

 

Auf dem Bild v.l.n.r.: Eva Wenzelhuemer, Nora Berger, Severin Holzner

© Fotos: Sabine Kneidinger

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