Das Trumponomics Trampolin - Oberbank
18.05.2017 ‐ Finanzmarkt aktuell

Das Trumponomics Trampolin

US-Präsident Trump verunsichert mit seinen Trumponomics (große Sprüche, wenige Taten) die US-Märkte. Der EUR/USD-Kurs profitiert davon.

Donald Trump lässt fast täglich in den Nachrichten aufhorchen. Er überrascht wieder und wieder mit der einen oder anderen Aussage. Kurz sind seine Ansagen oben auf, bald schon wieder unten durch. Auf der einen Seite viele Ankündigungen, auf der anderen wenige konkrete Umsetzungen. Zumindest hat er Obamacare im zweiten Anlauf zu Fall gebracht. Die Eckpunkte seiner „phänomenalen“ Steuerreform hat er inzwischen angekündigt (z. B. die Senkung der Unternehmenssteuer von 35% auf 15%). Auch hier fehlt noch die Umsetzung. Ebenso ist es um die geplanten Infrastrukturprojekte still geworden. Ob diese Art von Wirtschaftspolitik (große Sprüche, wenige Taten) als Trumponomics in die Geschichtsbücher eingehen wird, bleibt offen.

 

Dem gegenüber verhält sich die US-Notenbank Fed bedächtig und berechenbar. Trotz schwächerer Wirtschaftsdaten (US-BIP-Wachstum, Einzelhandel…) bleibt sie bei ihrer positiven Einschätzung der US-Wirtschaft. Auf dem Arbeitsmarkt herrscht quasi Vollbeschäftigung, sodass die Fed weitere Zinsanhebungen für notwendig erachtet (aktuelles Leitzinsniveau: 0,75% – 1,00%).Wann genau aber der nächste Schritt kommen wird, lässt die Notenbank vorerst offen. Eine weitere Anhebung im Juni scheint möglich.

 

Das europäische Pendant, die Europäische Zentralbank (EZB), hält mit ihrer Zinspolitik still. Bei der letzten Sitzung Ende April blieb der Leitzinssatz von null weiterhin unangetastet. Auch das Anleihenkaufprogramm läuft unvermindert weiter. Trotz substantieller Konjunkturimpulse ist es laut EZB-Präsident Mario Draghi noch zu früh, einen Erfolg zu verkünden.

 

Auf dem Devisenmarkt hat nach der Niederlage der „Euro-feindlichen“ Kandidatin bei den französischen Präsidentenwahlen der Euro neue Stärke gewonnen. Die Entspannung ist auch im EUR/USD Kursanstieg spürbar. Dazu haben auch die verbesserten Wirtschaftsdaten in Europa beigetragen (z. B. EU-BIP-Wachstum 1. Quartal 2017: 1,7% Y/Y).

 

Fazit: In Amerika macht US-Präsident Trump viel Wirbel, liefert aber wenig Handfestes. Der Beweis, dass er seine „Macherqualitäten“ bei Steuersenkungen und Infrastrukturausgaben ausspielt, steht noch aus. Damit fehlt dem Markt auch jegliche zusätzliche US-Zinsphantasie, die den USD beflügeln könnte. Die Folge ist der derzeitige EUR/USD Kursanstieg über 1,1000. Wie weit der Höhenflug des Euro gehen wird, bleibt offen. Charttechnisch ist über 1,1150 bis in den Bereich 1,1300 - 1,1600 Platz.

 

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