Wenn "regional" eine viel größere Bedeutung hat - Oberbank
19.04.2017 ‐ Presse

Wenn "regional" eine viel größere Bedeutung hat

"Gewinn" vom 19.04.2017: Oberösterreich scheint für Banken ein fruchtbarer Boden zu sein: Während sich viele andere Banken gesundschrumpfen, weiten die Oberbank und die RLB von OÖ aus ihre Geschäfte sogar noch aus.

Die goldenen Jahre sind bekanntermaßen für viele Banken schon länger vorbei: Niedrige Zinsen bei gleichzeitig steigendem Aufwand für das Erfüllen von Auflagen, die mittlerweile ganze Bibliotheken füllen könnten, drücken auf das Ergebnis. Und parallel brechen den traditionellen Banken ganze Geschäftsbereiche weg, weil vor allem jüngere Kunden den Weg in die Filiale scheuen und einen steigenden Anteil ihrer Bankgeschäfte über Mobilgeräte erledigen - und das immer häufiger bei Anbietern, die im herkömmlichen Sinne gar keine Banken mehr sind.

 

Doch während sich so manche Großbank "gesundschrumpft", Filialen zusperrt und Personal abbaut und andere wie jüngst etwa die Generali Bank AG das Bankgeschäft gänzlich aufgeben, gibt es erfreulicherweise Regionalbanken, die das Gegenteil zustande bringen, wie etwa die Oberbank und Raiffeisen Landesbank Oberösterreich - beide mit Sitz in Linz.

 

Oberbank - noch Regionalbank?

 

"In den letzten zehn Jahren ist unsere Bilanzsumme um 34 Prozent gestiegen, während sie im Gesamtmarkt um knapp acht Prozent zurückgegangen ist", gibt Oberbank-Vorstandsvorsitzender Franz Gasselsberger ein Beispiel. Doch bei knapp 160 Filialen in fünf verschiedenen Ländern (Österreich, Deutschland, Tschechien, Ungarn sowie der Slowakei) - ist man da nicht schon eher ein internationaler Player? "Aus Oberösterreich und Salzburg sind wir schon lange hinausgewachsen", bestätigt Gasselsberger, allerdings: "heute sind wir eine grenzüberschreitend tätige Regionalbank." Regional bedeute für die Oberbank aber ohnehin kein enges geografisches Einzugsgebiet. Gasselsberger erklärt:

Wir verstehen darunter die freiwillige Selbstbeschränkung auf eine Region, in der wir die Kunden und die Märkte gut kennen.

Und dazu "ein klares Bekenntnis zum Mittelstand: diese Unternehmen sind das Rückgrat der Wirtschaft und wir sind für sie aufgrund unserer eigenen Größe ein Partner auf gleicher Augenhöhe, der noch ihre Sprache spricht".

 

Gegen den Trend: Neue Filialen

 

In Wien hat die Oberbank in den letzten Jahren auf insgesamt 25 Standorte aufgestockt, und zwei weitere Filialen sollen 2017 eröffnet werden; je zwei neue Standorte sind auch in Deutschland, Tschechien und Ungarn für heuer angedacht.

 

Wie schafft man Filialeröffnungen, während andere schließen? Zum einen hat die Oberbank laut Gasselsberger keine Altlasten: "Wir haben kein überdimensioniertes Filialnetz und führen Filialen nur in wirtschaftlich attraktiven Regionen, in Ballungszentren und Bezirksstädten." Zudem habe man in den letzten zehn Jahren Abwicklungstätigkeiten aus den Filialen genommen und zentral organisiert, laufend Kosten optimiert, aber auch in die Qualifikation der Mitarbeiter investiert.

Unsere Expansion und die Gewinnentwicklung korrelieren positiv,

betont Gasselsberger - die neuen Filialen zahlen sich also eindeutig aus.


Beratung als Wachstumsmotor

 

Ganz bewusst setzt die Oberbank seit Langem sowohl im Privat- wie im Firmenkundenbereich auf das beratungsintensive Geschäft. "Und zwar in jeder Filiale", betont Gasselsberger, "daneben stehen aber auch die Spezialisten aus der Zentrale zur Verfügung." In Zeiten, wo manche Banken aus Kostengründen ihr Spezial-Know-how nur noch in wenigen Schwerpunktfilialen konzentrieren und es in der Folge oft zu längeren Wartezeiten kommt, punktet man damit besonders.

 

Während die Oberbank bei Privatkunden stark auf Hypothekarfinanzierungen und qualifizierte Veranlagungsberatung setzt, ist sie bei Firmenkunden vor allem im Bereich Finanzierungen und Förderungsberatung erfolgreich. So ist die Oberbank in der Investitionsförderung die österreichische Bank mit den meisten abgewickelten Förderprojekten im Jahr 2016. "Als Bank der Industrie und des Mittelstandes bieten wir intelligente Finanzierungslösungen, neben Krediten auch Leasing- und Eigenkapital- oder Private-Equity-Modelle, im Auslandsgeschäft Exportfinanzierungen und internationalen Zahlungsverkehr", erklärt Gasselsberger, zudem verfüge man über Expertise im Bereich der Förderungen.

 

Ganz aktuell bemerkt die Oberbank übrigens, dass die neuen staatlichen Förderungen via aws (Austria Wirtschaftsservice) gut angenommen werden. "In den ersten drei Monaten hat hier das Investitionsvolumen kräftig zugelegt, die Entwicklung ist so positiv wie seit 2011 nicht mehr", freut sich Gasselsberger.

 

Digitalisierung vs. Filialen

 

Einen Widerspruch zwischen Filialen und der zunehmenden Digitalisierung auch im Bankenbereich sieht er nicht:

Online und Offline sind für uns kein Widerspruch. Basisdienstleistungen wie Kontoführung, Zahlungsverkehr oder Spareinlagen müssen über alle Medien zugänglich sein, einfach, perfekt und kostengünstig.

"Andererseits müssen die Spezialisten in der Filiale mit individueller, auf die jeweilige Situation abgestimmter Beratung einen echten Mehrwert bieten", skizziert der erfahrene Banker.

 

Auf eines macht er aber aufmerksam: "Die Folgen von 'Industrie 4.0' für das Kommerzkundengeschäft sind viel gravierender!" Daran denke man bisher viel zu wenig: "Wer die Geschäftsmodelle seiner Kunden nicht mehr beurteilen kann, kauft Risiko ein oder lässt Chancen vorbeiziehen." Die Oberbank hat sich im Rahmen ihrer "2020 Strategie" jedenfalls ein ganzes Maßnahmenbündel vorgenommen. Beispielsweise eine in Auftrag gegebene industriewissenschaftliche Studie, verstärkte Kontakte zu Universitäten und Fachhochschulen und die Ausbildung von hausinternen "Digitalbotschaftern".

 

Quelle: Auszug aus dem Magazin "Gewinn" vom 19.04.2017

 

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